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Kolumne

Eine Ode an den engagierten Studierenden

Wer sich erst drei Tage vor Abgabetermin an die Hausarbeit setzt, prokrastiniert nicht unbedingt, sondern bringt sich ein.

Viele Studenten engagieren sich etwa in Fachschaften und beraten wie hier beim Hochschultag Studieninteressierte.
Viele Studenten engagieren sich etwa in Fachschaften und beraten wie hier beim Hochschultag Studieninteressierte. Foto: Knobloch

Mein liebes Tagebuch,

der heutige Eintrag darf verstanden werden als eine Ode an den engagierten Studierenden. Prokrastinieren für Fortgeschrittene und die Grundeinstellung der Studierendenschaft scheint wohl kaum mehr auseinandergehalten werden zu können. Verschieben – Aufschieben – und in aller letzter Sekunde irgendwie den Abgabetermin zu besiegen ist unter uns reichlich bekannt und, zugegebener Maßen, auch sehr beliebt.

Doch trotzdem erscheint der Lebensraum ’Universität‘ voller Energie, Kreativität und Produktivität zu stecken. An jeder Ecke kann man Plakate und Handzettel von Studierenden sehen, die ehrenamtlich hoch engagiert Projekte ins Leben rufen, die nicht nur die universitäre, sondern auch die städtische Kultur beleben und bereichern. Gerade innerhalb der Universität stecken Studierende viel Energie in die Solidarität gegenüber ihren Mitstudierenden und organisieren sich in Fachschaften. Die Fachschaften versuchen die anonymisierten Studienstrukturen gerade gegenüber den KommilitonInnen des eigenen Studienganges davon abzuhalten auch in unseren Alltag einzukehren. Viel Liebe steckt in deren Arbeit, die auch schon einmal zu Meinungsverschiedenheiten führen kann. Sie versuchen mit viel Mühe den NeuanfängerInnen den Start in den neuen Lebensabschnitt so angenehm wie möglich zu gestalten, indem versucht wird sie so gut wie möglich in das Unileben zu integrieren. Die allsemesterlichen Feiern sind sehr beliebt unter den Studierenden und führen jedes Semester erneut die verschiedensten Menschen zusammen.

Neben dem sozialen Leben, welches selten als zu erlernende Fähigkeit große Beachtung genießt, gibt es noch die prüfungsrelevanten Teile des Studiums. Die Probleme, die sich durch die kurze Zeit für den Bachelor ergeben, werden von Fachschaften und Mitstudierenden verstanden und mitgetragen. Kurswahl, Hausarbeiten, Prüfungstermine, das Knüpfen von Freundschaften, ehrenamtliches Engagement, die große Frage nach der Zukunft und die Ängste, die alle nun einmal

im Studium durchleiden müssen. Dieses große Knäuel von Anforderungen von außen, aber vor allem an sich selbst versuchen Fachschaften zu entwirren. Auch wenn das Studium ab und zu unter der aufwendigen Fachschaftsarbeit leidet, so ist sie doch ein essenzieller Bestandteil des universitären Lebens. Dieses wird von den verschiedensten Menschen in den verschiedensten Fakultäten mit viel Aufwand und Mühe mitgestaltet, indem immer wieder neue Projekte gestartet

und mit Erfolg abgeschlossen werden.

Prokrastinieren kennen wir alle, jedoch kann man das Studierenden im Punkt Engagement, Solidarität und kreativer Zusammenarbeit kaum vorwerfen. Karriere ist nicht alles. So kann man es einem Studierenden schon einmal nachsehen, wenn er sich trotz einer Zeit von sechs Monaten erst wieder drei Tage vor Abgabetermin an die Arbeit setzt, schließlich vergisst er dabei eine ganz wichtige und essentielle Sache nicht: Gemeinschaftsgeist! Was wäre die Uni ohne ihn?

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