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Kolumne

Eine Prüfung – viele Biere

In der Prüfungszeit ist auf dem Campus der Abstinenzlerwahn ausgebrochen: Keiner geht mit unserem Autor ein Bier trinken.

Am Abend ausgehen und ein kühles Bier trinken – darauf hätte unser Autor Lust. Allerdings steht er in der Prüfungszeit ziemlich alleine da, weil alle anderen mit Lernen beschäftigt sind.
Am Abend ausgehen und ein kühles Bier trinken – darauf hätte unser Autor Lust. Allerdings steht er in der Prüfungszeit ziemlich alleine da, weil alle anderen mit Lernen beschäftigt sind. Foto: Frank Leonhardt/dpa

Regensburg.Es ist geschafft! Die Prüfungszeit ist vorbei (zumindest für mich) und meine einzige Klausur lief bestimmt auch nicht zu schlecht. Die zwei letzten Wochen waren die Hölle. Man schlendert um 22 Uhr durch die Altstadt, um ein kühles Helles seine Speiseröhre hinunterrinnen zulassen, aber es ist kein Schwein da! „Nö, ich habe nächste Woche zwei Klausur, ich kann nicht“, diese immer gleiche Antwort erwidern diese Verächter des Lebens immer zu den gleichen zwei Zeiten des Jahres. Wie viele Februare und Julis wurden mir dadurch schon verdorben!

Das schlimme an der Sache: ich hab doch auch eine Prüfung! Trotzdem lasse ich mir doch das Trinken nicht vermiesen! Es ist wohl glasklar, dass ein ausgeglichener Mensch am konzentriertesten ist und somit am besten lernen. Wann bin ich am ausgeglichensten? Genau, wenn mein Alkoholpegel durch diese blonden Engeln mit luftigen Schaumkronen auf ein angenehmes Level gesteigert werden konnte! Aber all diese verblendeten Narren sehen dies gar nicht! Sie leben zurückgezogen wie Mönche in der Fastenzeit, gebeugt über die heilige Schrift (Vorlesungsskripte). Nur den wichtigsten Aspekt vernachlässigen diese Tore: das Starkbier!

Selbst auf dem Campus wird man immer wieder konfrontiert mit diesem Abstinenzlerwahn! Der sogenannte „Arbeitskreis Sucht“, der den Bierverkauf in der Mensa verbietet. Ich gebe ja zu, dass das Röhrlbräu aus Straubing zwar auch kein Meisterwerk der Braukunst ist, aber satt und glücklich macht es alle mal. Ein Segen, dass es den Edeka gibt, dieses wahr gewordene Füllhorn im Mantel eines Tante-Emma-Ladens. Ich wäre ja für einen „Arbeitskreis Suff“. Dieser wäre wenigstens produktiv und würde alle Leidenden durch den Unialltag bringen. Spaß machen doch zum Beispiel Sprachkurse erst nach drei Bierchen, mit schön lockerer Zunge Spanisch schwätzen, schön mit authentischem Lispeln. Anders lernt man das doch nie richtig.

Nun ist wieder alles in Ordnung. Am Campus sieht man wieder vermehrt Bierflaschen und die Altstadt ist wieder gut gefüllt mit Menschen, aber jetzt steht schon das nächste Problem bevor: die Semesterferien. All die Muttersöhnchen und -töchterchen fahren heim! Wieder keiner da zum Saufen! Was soll’s, solche Leute sind eh nicht trinkfest – darauf erst mal ein Bier. Prost

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