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Donumenta

Experiment am Holocaust-Gedenktag

#NeverAgain: Film- und Aktionskunst wollen sensibilisieren.

Der Film „Mir ist es egal, ob wir in die Geschichte als Barbaren eingehen“ ist Teil der Regensburger #NeverAgain-Aktion. Foto: Mihai Chitu
Der Film „Mir ist es egal, ob wir in die Geschichte als Barbaren eingehen“ ist Teil der Regensburger #NeverAgain-Aktion. Foto: Mihai Chitu

REGENSBURG.Anlässlich des Internationalen Gedenktags für die Opfer des Holocausts setzen die Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien der Uni Regensburg und der Verein donumenta mit weiteren Partnern des EU-Projekts #NeverAgain auf Methoden des experimentellen Lernens. Die interaktive Intervention von Betten aus dem Bunker der Stadt Regensburg und eine simultane Filmvorführung in Regensburg und Cluj mit anschließender Skype-Diskussion werden die Teilnehmer für kollektive Traumata sensibilisieren.

Wer den rein kognitiven Weg des Lernens verlässt, kann die Wirkung historischer Ereignisse in einer weit umfassenderen Weise erfahren. Die Aktion ist Bestandteil des internationalen #NeverAgain-Projekts, an dem sich auch mehrere Universitäten aus Finnland, Litauen und Bosnien-Herzegowina beteiligen.

In Regensburg zeigt die Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien heute um 16 Uhr in der Filmgalerie im Leeren Beutel (Bertoldstraße 8) den Film „Mir ist es egal, ob wir in die Geschichte als Barbaren eingehen“ (I Do Not Care If We Go Down in History as Barbarians) von 2018. Der Film ist eine Reflexion des Massakers von Odessa 1941, bei dem Tausende von Juden in der ukrainischen Stadt von rumänischen Truppen ermordet wurden. „Mir ist es egal, ob wir in die Geschichte als Barbaren eingehen“ erhielt beim Filmfest in Karlsbad die Auszeichnung „Bester Film“.

Zeitgleich zeigt die 2017 mit dem Luxembourg Peace Prize ausgezeichnete Friedensorganisation Patrir den Film in der rumänischen Stadt Cluj. Im Anschluss an die Vorführung findet in Regensburg und Cluj zwischen den Zuschauern eine translokale Diskussion per Videolink und Skype statt. Die Zuschauer in beiden Städten werden online zusammengebracht, um über den Film zu diskutieren.

Unter dem Titel „Träume und Alpträume: Betten in normalen und außergewöhnlichen Zeiten“ findet am 31. Januar von 10 bis 17 Uhr am Vier-Eimer-Platz eine Intervention mit Performance statt. Dabei stehen die nie benutzten Betten aus dem Luftschutzbunker unter dem Thon-Dittmer-Palais symbolisch für das Grundbedürfnis des Menschen nach Ruhe, Schutz und Zuflucht. Die interaktive Aktion versteht sich als Aufruf, sich mit Fragen zu Flucht, Vertreibung, Migration und kollektiven Traumata zu beschäftigen.

Die bosnische Künstlerin Selma Selman hatte beim Danube Art Lab in der Maximilianstraße nie benutzte Betten aus dem Bunker unter dem Regensburger Rathaus für ihre Video- und Sound-Installation verwendet und die Intervention am Vier-Eimer-Platz inspiriert.

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