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Film

Große Schritte in der Biotechnologie

Bei der „Human Nature“-Aufführung an der Universität waren die Reihen gut gefüllt.
Von Jonas Schriefer

Die Experten diskutierten nach dem Film rege.  Foto: Schriefer
Die Experten diskutierten nach dem Film rege. Foto: Schriefer

Regensburg.Ein spektakulärer Durchbruch für die Wissenschaft, aber kaum beachtet von Medien und Gesellschaft: CRISPR/Cas9. Für Fachleute ist die „Genschere“ längst ein Begriff, aber viele Menschen können sich darunter kaum etwas vorstellen. Der Film „Human Nature“ will aufklären und Laien sowie Experten das komplexe Thema auf eine faszinierende Art und Weise vermitteln.

Die Junior-GBM organisierte deshalb zusammen mit dem Studikino eine Vorführung mit anschließender Expertendiskussion. „Es ist ein extrem wichtiges Thema, das die Gesellschaft kennenlernen sollte“, betonte Mikrobiologin und Professorin Dina Grohmann. Durch CRISPR und das Protein Cas9 können DNA-Sequenzen gezielt entfernt oder hinzugefügt werden. Das eröffnet ungeahnte Möglichkeiten, im Film wird gar von „Veränderung der Evolution“ gesprochen. Professor Selim Corbacioglu, der am Uniklinikum zur Sichelzellenerkrankung forscht, relativiert den Forschungsstand: „Der heilige Gral ist noch nicht geknackt.“ CRISPR/Cas9 sei ein zweischneidiges Schwert, denn dadurch könnten Erkrankungen geheilt werden, aber die Technologie berge auch viel Potenzial für Missbrauch.

Der Wissenschaft vertrauen

Für Corbacioglu ist die filmische Aufarbeitung von CRISPR ein großer Fortschritt: „Die Diskrepanz von dem, was wir tun und was in der Gesellschaft ankommt, ist schwarz und weiß“, kritisiert er. Denn wegen mangelnder Aufklärung herrsche in der Bevölkerung oft Angst vor Forschung. Dass Menschen in ihre Umwelt eingreifen, sei nichts Neues: „Seit der Mensch hier ankam, hat er begonnen die Natur zu verändern“, betonte BioPark-Leiter Dr. Thomas Diefenthal. Aber die Möglichkeiten, die sich durch CRISPR offenbarten, wirkten dagegen dystopisch. Designer-Babys oder Super-Soldaten werden in einem Atemzug mit der Technologie genannt. „Selbstverständlich werden die irgendwann hergestellt werden, das ist gar keine Frage“, so Corbacioglu, „was hat man jemals weltweit regulieren können?“. Auch Grohmann ist der Meinung, dass das, was machbar sei, auch irgendwo gemacht werde.

Die Forschung zu stoppen, sei aber keine Alternative, da waren sich alle einig. Die positiven Möglichkeiten, welche die Technologie eröffnet, sind enorm: „Nutzt sie, entwickelt sie weiter und macht Gutes damit“, appellierte Diefenthal an die Studierenden. Eine Alternative gäbe es ohnehin nicht, sagt Professor Arne Dittmer, der sich mit Ethik in der Biologie beschäftigt: „Diese Technologie wird kommen. Wir müssen uns darauf einstellen und Dialoge führen.“ Das haben die Studierenden mit ihrer Veranstaltung erreicht.

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