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Engagement

Hilfe für Eltern an der OTH

Seit zehn Jahren gibt es das Familienbüro der OTH Regensburg. Es unterstützt Studierende und Mitarbeiter mit Nachwuchs.
Von Louisa Knobloch

Das Familienbüro der OTH Regensburg feierte sein zehnjähriges Bestehen mit vielen Aktionen wie Kinderschminken. Foto: OTH Regensburg/Paul Dittmann
Das Familienbüro der OTH Regensburg feierte sein zehnjähriges Bestehen mit vielen Aktionen wie Kinderschminken. Foto: OTH Regensburg/Paul Dittmann

Regensburg.Nicole Köhler muss sich gut organisieren: Die 36-jährige Mutter von fünf Kindern zwischen zwei und 14 Jahren studiert an der OTH Regensburg Soziale Arbeit. Das Familienbüro der Hochschule hilft ihr dabei, Familie und Vorlesungen unter einen Hut zu bekommen. Vor Kurzem feierte die Einrichtung ihr zehnjähriges Bestehen. Katrin Liebl, seit September Leiterin des Familienbüros, ist stolz darauf, wie sich die OTH Regensburg in dieser Zeit zur „familienfreundlichen Hochschule“ entwickelt hat.

So wird Köhlers jüngster Sohn Benedikt an zwei Tagen in der Woche stundenweise von einer studentischen Hilfskraft betreut, während seine Mutter Vorlesungen besucht. „Diese zwei Tage sind für mich große Klasse“, sagt Köhler. „Benedikt freut sich immer auf ,seine Elena’ und ich kann ohne schlechtes Gewissen lernen.“

Für maximal fünf Stunden pro Woche können Eltern – Studierende, aber auch Mitarbeiter – diese sogenannte Notfallbetreuung in Anspruch nehmen, erklärt Liebl. Die studentischen Hilfskräfte, die sich um den Nachwuchs kümmern, sind dafür geschult – etwa mit einem Kurs „Erste Hilfe am Kind“. Viele von ihnen studieren selbst Soziale Arbeit, einige können sogar eine Ausbildung als Erzieher oder Kinderpflegerin vorweisen.

Nicole Köhler ist Mutter von fünf Kindern und studiert an der OTH Regensburg Soziale Arbeit. Foto: Köhler
Nicole Köhler ist Mutter von fünf Kindern und studiert an der OTH Regensburg Soziale Arbeit. Foto: Köhler

Zum Angebot des Familienbüros gehören auch eine Eltern-Kind-Gruppe am Mittwochnachmittag sowie eine Ferienbetreuung. Diese wurde erstmals 2007 in den Herbstferien angeboten, seit 2009 auch über Ostern und am Buß- und Bettag. „In diesem Jahr gibt es erstmals auch in den Pfingstferien eine Betreuung“, sagt Liebl. Die 20 Plätze sind meist schnell ausgebucht.

Ein Raum voller Möglichkeiten

Die Kinder von Prof. Dr. Claudia Woerz-Hackenberg, die an der OTH Regensburg Betriebswirtschaftslehre und Internationales Management lehrt, besuchen regelmäßig die Ferienbetreuung. Die Professorin ist vom Engagement der Hochschule für Familien beeindruckt: „Was da gewachsen ist, hätte ich 2006 nicht für möglich gehalten.“ Im November 2006 kam ihr Sohn Vitus auf die Welt, im Sommersemester 2007 stand sie bereits wieder im Hörsaal. „Ich hatte einen Ikea-Wickeltisch im Büro stehen und in den Vorlesungspausen habe ich gestillt.“ Sie habe sich wie eine Exotin gefühlt, erzählt Woerz-Hackenberg. Als Frau war sie in der Professorenschaft ohnehin schon die Ausnahme, als Mutter erst recht.

Das Familienbüro

  • Ziel

    Das Familienbüro der OTH Regensburg ist Teil der Allgemeinen Studienberatung der Hochschule. Ziel ist es, familienfreundliche Arbeits- und Studienbedingungen für alle zu schaffen, die Kinder betreuen oder Angehörige pflegen.

  • Kontakt

    Leiterin Katrin Liebl berät Studierende und Mitarbeiter (Kontakt: (0941) 9 43 92 08, Mail: familienbuero@oth-regensburg.de ). Sie möchte das Angebot für Eltern noch erweitern z.B. um Themennachmittage bei der Eltern-Kind-Gruppe.

Katrin Liebl leitet seit September 2017 das Familienbüro der OTH Regensburg. Foto: Knobloch
Katrin Liebl leitet seit September 2017 das Familienbüro der OTH Regensburg. Foto: Knobloch

Heute würde den Bedürfnissen von Eltern Rechnung getragen: Mit Still- und Wickelmöglichkeiten, einer Spielecke in der Mensa oder eben der Ferienbetreuung. Diese war anfangs noch in einem Raum der Cafeteria untergebracht. 2014 zog das Familienbüro ins neu eröffnete Studierendenhaus der OTH Regensburg um. „Der Raum ist Gold wert – wir haben hier so viele Möglichkeiten“, schwärmt Liebl. Neben jeder Menge Spielzeug gibt es auch Tische zum Basteln, kleine Zelte, in die sich Kinder zum Lesen zurückziehen können, und eine Küchenzeile. „In den Ferien haben wir hier mit den Kindern Eier gefärbt oder zum Nachtisch Pudding gekocht“, erzählt Liebl. Der Raum ist ebenerdig zugänglich, also auch für Eltern mit Kinderwägen gut erreichbar. Für einen Spielplatz mussten Betreuer und Kinder aber immer an die benachbarte Universität ausweichen. Zum Jubiläum bekam das Familienbüro nun einen Sandkasten spendiert.

„Der Raum im Studierendenhaus ist Gold wert.“

Katrin Liebl, Leiterin des Familienbüros

Prof. Dr. Claudia Woerz-Hackenberg mit Sohn Vitus und Tochter Zita. Foto: Woerz-Hackenberg
Prof. Dr. Claudia Woerz-Hackenberg mit Sohn Vitus und Tochter Zita. Foto: Woerz-Hackenberg

Für Woerz-Hackenberg ist die Ferienbetreuung eine echte Erleichterung: „Die Schule hat zu, die Mittagsbetreuung auch, aber an der Hochschule läuft der Betrieb mit Ausnahme der Feiertage ja weiter“, sagt sie. Neben ihrem Sohn Vitus, heute elfeinhalb, darf auch ihre sechsjährige Tochter Zita in den Ferien mit an die Hochschule: „Die Kinder finden das toll, die machen da Spiele und Experimente und mittags essen sie in der Mensa.“

Parksituation als Problem

Auch Studentin Nicole Köhler findet, dass die Hochschule viel für Eltern tut. Probleme macht ihr nur die Parksituation. In der Früh muss sie die älteren Kinder in den Kindergarten und die Schule bringen und hat dann noch eine einstündige Autofahrt nach Regensburg vor sich. „Nach 8.15 Uhr ist es sehr schwierig, einen Parkplatz in der Nähe zu finden. Bis ich dann mit Benedikt im Kinderwagen an der OTH bin und ihn bei der Betreuung abgegeben habe, verliere ich oft nochmals 30 Minuten.“

Trotz aller Schwierigkeiten im Alltag ist Köhler überzeugt, dass man im Studium noch mehr Zeit für die Familie hat als im Beruf. „Ich wollte schon immer studieren, mein Studienfach Soziale Arbeit macht mir Spaß und bringt mir Ausgleich zum Familienleben.“

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