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Studienangebot

Medizin-Informatik ganz praxisnah

Sebastian Haas ist der erste duale Student am Uniklinikum Regensburg. Hier sammelt er Praxiserfahrung in seinem Studienfach.
Von Louisa Knobloch, MZ

Der duale Student Sebastian Haas arbeitet in der Werkstatt der EDV-Abteilung des UKR an einem Computer.
Der duale Student Sebastian Haas arbeitet in der Werkstatt der EDV-Abteilung des UKR an einem Computer. Foto: Knobloch

Regensburg.In der Werkstatt stehen auf einem Bord entlang der Wand mehr als ein Dutzend Computermonitore. Hier, im Untergeschoss des Universitätsklinikums Regensburg (UKR), werden die Arbeitsplatz-Rechner für das Klinik-Personal vorbereitet, Betriebssysteme und die benötigte Software aufgespielt. „Wir betreuen am Universitätsklinikum rund 4000 PCs“, sagt Johannes Deininger, der stellvertretende Leiter der EDV-Abteilung des UKR. Die sogenannten DV-med ist seit kurzem auch der Arbeitsplatz von Sebastian Haas: Als erster dualer Student am UKR lernt der 23-Jährige die Medizinische Informatik hier in der Praxis kennen. Das Angebot ist eine Kooperation von OTH Regensburg, der Fakultät für Medizin der Universität Regensburg und dem Universitätsklinikum.

Beide Seiten profitieren

Haas hatte zunächst in Bayreuth Engineering Science studiert und dabei sein Interesse fürs Programmieren entdeckt. Da ihn die Kombination mit Gesundheitsthemen reizte, schrieb er sich vor einem Jahr an der OTH Regensburg für Medizinische Informatik ein. „Ich habe mich damals schon nach dualen Angeboten umgeschaut, aber nichts gefunden“, erzählt Haas. Umso mehr freute es ihn, als er im Frühjahr die Ausschreibung des UKR entdeckte. Es handelt sich um ein Studium mit vertiefter Praxis. Dabei wird das reguläre Hochschulstudium mit einer intensiven Praxistätigkeit im Unternehmen verknüpft. Anders als beim sogenannten Verbundstudium erwerben die Teilnehmer bei diesem Modell aber keinen zusätzlichen Berufsabschluss. Ein Einstieg ist für Studenten der Medizinischen Informatik bis zum dritten Semester möglich.

Im September hat Haas bereits einen Monat im Ressort Kleinsysteme und dezentraler Support der DV-med verbracht, das die PCs und Drucker betreut. „Es war interessant, ein bisschen im Haus herumzukommen und zu sehen, welche Anforderungen es an die EDV am Arbeitsplatz gibt“, sagt Haas.

Duale Studienangebote am UKR

  • Medizinische Informatik

    Zusammen mit der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH) Regensburg bietet das Universitätsklinikum Regensburg (UKR) seit dem Wintersemester 2015/16 erstmals das duale Bachelorstudium Medizinische Informatik an.

  • Medizintechnik

    Eine weitere Kooperation wurde mit der OTH Amberg-Weiden geschlossen. Ab dem Wintersemester 2016/17 bieten Hochschule und UKR den Bachelorstudiengang Medizintechnik zum ersten Mal als duales Ausbildungsmodell an.

Jetzt, während des Semesters, studiert er an der Hochschule. Die Semesterferien verbringt er dann am Uniklinikum, auch sein Praxissemester wird er hier absolvieren. Angst, dass ihm das duale Studium zu viel werden könnte, hat Haas nicht. „Man hat ja Urlaubstage wie bei jedem anderen Arbeitsverhältnis auch“, sagt er. „Außerdem brauche ich keinen Nebenjob und kann mich so während des Semesters voll aufs Studium konzentrieren.“

Vom dualen Studium profitieren beide Seiten, davon ist auch Johannes Deininger überzeugt: „Für uns ist das eine gute Möglichkeit, Nachwuchs zu gewinnen und an uns zu binden.“ Im Laufe der Ausbildung wird Haas dann die weiteren Ressorts der DV-med – Infrastruktur, Schulungen und Klinische Applikationen – durchlaufen. „Er bekommt einen Überblick über alle Bereiche“, betont Deininger.

Auf die SAP-Programmierung freut sich Haas besonders. Auch Software für das Schreiben von Arztbriefen oder die Speicherung von Röntgenaufnahmen und anderen digitalen Bilddaten gehören zu den klinischen Anwendungen. „Medizininformatiker sind die Schnittstelle zwischen Ärzten und der EDV“, sagt Haas. Deshalb sei es wichtig, sich nicht nur mit der Technik auszukennen, sondern auch die ärztliche Seite kennenzulernen.

Duales Angebot wird ausgebaut

Dazu haben die Studenten im Rahmen eines Praktikums drei Tage in verschiedenen Abteilungen des Universitätsklinikums verbracht. Haas hat Einblicke in die Radiologie bekommen. Auf dem Studienplan stehen neben Theoretischer Informatik, Programmieren, Software Engineering oder Datenbanken auch eine Einführung in die Medizin, Gesundheitsökonomie und Medizinrecht. „Diese Fächer finde ich sehr interessant“, sagt Haas. Mit seiner Entscheidung für das duale Studium ist er der 23-Jährige zufrieden.

Die Präsidentin der OTH Amberg Weiden, Prof. Dr. Andrea Klug, und der Kaufmännische Direktor des UKR, Klaus Fischer, unterzeichnen den Kooperationsvertrags für das duale Bachelorstudium Medizintechnik.
Die Präsidentin der OTH Amberg Weiden, Prof. Dr. Andrea Klug, und der Kaufmännische Direktor des UKR, Klaus Fischer, unterzeichnen den Kooperationsvertrags für das duale Bachelorstudium Medizintechnik. Foto: OTH Amberg-Weiden/UKR

Am Universitätsklinikum will man das Angebot im Bereich duales Studium kontinuierlich erweitern. Dazu wurde kürzlich eine Kooperationsvereinbarung mit der OTH Amberg-Weiden unterzeichnet. Ab dem Wintersemester 2016/17 wird dann am UKR erstmals ein praktischer Ausbildungsplatz für den Bachelorstudiengang Medizintechnik angeboten.

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