MyMz

Projekt

Millionen-Förderung für Pflegeroboter

Regensburger Forscher erproben neue Wege bei der Pflege von Schlaganfallpatienten. Der Freistaat unterstützt das Vorhaben.
Von Monika Weigert

Übergabe des Förderbescheids an der OTH Regensburg (v. l.): Prof. Dr. Wolfgang Baier, Präsident der OTH Regensburg, Projektleiter Prof. Dr. Karsten Weber, Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml sowie Bayerns Finanz- und Heimatminister Albert Füracker. Foto: Florian Hammerich/OTH
Übergabe des Förderbescheids an der OTH Regensburg (v. l.): Prof. Dr. Wolfgang Baier, Präsident der OTH Regensburg, Projektleiter Prof. Dr. Karsten Weber, Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml sowie Bayerns Finanz- und Heimatminister Albert Füracker. Foto: Florian Hammerich/OTH

Regensburg.Bayerns Gesundheits – und Pflegeministerin Melanie Huml hat am Donnerstag einen Förderbescheid für das Projekt „DeinHaus4.0“ in Höhe von mehr als 2,5 Millionen Euro an die Ostbayerische Technische Hochschule (OTH) Regensburg übergeben. Unterstützt wird damit eine Projektreihe, die ein vorbildliches Pflegeumfeld für Pflegebedürftige schaffen will. Ziel der Forschungen ist es die intelligente Assistenztechnik – die Telepräsenzroboter – im häuslichen Umfeld von Schlaganfallpatienten zu testen. In Deggendorf wird bereits seit 2018 an der Projektreihe geforscht. Nach Regensburg sollen auch Rosenheim und der Bezirk Oberfranken gefördert werden.

„Es ist ein guter Tag heute für die Oberpfalz“, findet der Präsident der OTH, Prof. Dr. Wolfgang Baier. Bei der Eröffnungsrede macht er auf eine besondere Stärke der OTH aufmerksam: die interdisziplinäre Zusammenarbeit. Das Forscherteam besteht aus Sozial- und Gesundheitswissenschaftlern sowie Medizininformatikern, die die Einsätze der Roboter unter zahlreichen Aspekten untersuchen werden. Der Präsident blickt äußerst positiv in die Zukunft: „Das Geld ist an die OTH gut investiert.“

Neugierige Ministerin

Warum aber bekommt das Forschungsprojekt überhaupt so hohe Fördergelder? Das Projekt hat die Ministerin Huml neugierig gemacht. „Sobald man die Tür zumacht, frägt man sich, ob man das Licht ausgemacht hat oder das Bügeleisen ausgesteckt ist“, beginnt Huml ihre Rede. Dies könnte man inzwischen anders handhaben. Tatsächlich vertraut aber auch die Gesundheitsministerin noch nicht alles ihrem Handy an. „Wir brauchen einen Mix“, meint Huml in Bezug auf Pflegeheime und Technik.

Sinnvolle Hilfsmittel für Patienten

50 000 Menschen erleiden jährlich in Bayern einen Schlaganfall. Genau hier soll das Projekt ansetzen und unterstützen. „Es geht darum, dass die Menschen möglichst lange selbstbestimmt sind, denn diese Selbstständigkeit ist der rote Faden des Lebens“, findet Huml. Die Ministerin ist schon ganz gespannt, was die Forschungen in Zukunft bewirken können. „Es soll bei den Menschen auch was rauskommen – das ist, was mir besonders wichtig ist“, beendet die Ministerin ihre Rede. Sie wünscht sich, die Menschen sagen am Ende des Projekts, es sei sinnvoll. Wenn das Hilfsmittel nicht bei den Patienten ankommt, wäre es sehr schade.

Anschließend stellte der Projektleiter Prof. Dr. Karsten Weber das Projekt genauer vor. Das Ziel ist es, das Leben von Schlaganfallpatienten lebenswerter und selbstständiger gestalten zu können. Vier Jahre lang soll dafür geforscht werden. Mindestens 100 Projektteilnehmer sollen die Möglichkeit haben, ein halbes Jahr lang Telepräsenzroboter in der eigenen häuslichen Umgebung zu testen. Langfristig soll so die Lebensqualität der Patienten erhöht werden.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht