MyMz

Kolumne

Sechs Semester – ein Rückblick

Vor drei Jahren hat sich unser Autor an der Uni Regensburg eingeschrieben. Kurz vor dem Bachelor macht sich Wehmut breit.

In den vergangenen drei Jahren hat unser Autor das graue Uni-Gemäuer und die Kugel ins Herz geschlossen.
In den vergangenen drei Jahren hat unser Autor das graue Uni-Gemäuer und die Kugel ins Herz geschlossen. Archiv-Foto: Knobloch

Regensburg.Im Winter 2013 fing ich an zu studieren – vor drei Jahren. Ich zog aus meiner Heimatstadt in die nördlichste Stadt Italiens, mit all seinen Patrizierburgen und der mehr oder weniger blauen Donau. Alles war neu. Ich kannte hier niemanden und konnte mir nicht vorstellen, dass hier eines Tages meine beste Freunden wohnen würden, die die Alten fast dem Vergessen anheimfallen lassen. Im Sommer vor drei Jahren schrieb ich mich ein. Ich betrat das Verwaltungsgebäude und schimpfte noch, wie mir die Stadt gefalle und was für ein fürchterlicher architektonischer Kontrast dieser hässliche Betonklotz sei. Heute empfinde ich ein Art von Sympathie für dieses graue Gemäuer mit seiner Kugel. Die Angehaltene Bewegung, wahnsinnig „kreativ“, dachte ich. Auch wusste ich nicht, dass dieses Kunstwerk in meiner Erinnerung nun für alle Ewigkeit eingebrannt sein wird. Danke, Hermann Kleinknecht, doch gar nicht so übel, denke ich heute, danke auch für meine Dates, mit denen ich oftmals dein Werk als Treffpunkt vereinbart habe. Mag sein, dass es manchmal in der Uni regnet im Winter und man über vollgelaufene Eimer stolpert, aber wer kann dies schon über seine Uni behaupten?

Heute bin ich im sechsten Semester und stehe kurz vor dem Bachelor. Ein siebtes Semester erlaube ich mir noch. Sechs Semester, dass heißt drei Sommer Bib-Besuche, unzählige Stunden in fensterlosen Hörsälen zuhören, mitschreiben, mitdiskutieren, aber auch manchmal einschlafen, weil man es doch am Vortag nicht unterlassen konnte, nur „ein“ Bier zu trinken. Nach diesem Winter wird alles zu Ende sein, ich werde nicht mehr mit dem 6er den Galgenberg erklimmen, mir beim Hechtbauer eine Limo kaufen und mittags in der Mensa speisen. Wie oft habe ich mich beschwert über das Mensaessen. Wintergulasch mit Rosinen? Schnitzel mit Pfirsich? Doch lieber ab in die Uni-Pizzeria. Selbst das werde ich vermissen.

Drei Jahre scheint auf den ersten Blick und in Kontrast mit der restlichen Lebenszeit wie ein Moment. Nach der Schule, man glaubt es kaum, hat man diese auch ein wenig vermisst. Drei Jahre jedoch können eine Zeit sein, in der man viel erlebt, in der sich viel verändert. Nach diesem Winter wird alles nicht mehr so sein wie jetzt, oder folgt darauf vielleicht nicht doch der Master? Falls nicht, dann hau‘ ich mir aus purer Nostalgie einfach ein Pfirsich-Schnitzel in die Pfanne…

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht