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Studenten wehren sich gegen Diebstahl

Kriminalität Die Polizei hat nach einer Diebstahlserie an der Uni Regensburg den Täter gefasst, doch die Studenten fordern Schließfächer.

Taschen und Jacken dürfen nicht in die Bibliothek. Doch in den letzten Wochen kam es an den Garderoben zu hunderten Diebstählen. Foto: Gressner

Von Christian Gressner, MZ

Regensburg. Vor der Bibliothek der Philosophisch-Theologischen Fakultät (PT) der Universität Regensburg kam es in jüngster Zeit zu zahlreichen Diebstählen. Nun haben Zivilfahnder der Polizei einen Täter gefasst. Er wurde vergangene Woche im PT-Bereich durch verdeckte Ermittler in Gewahrsam genommen. Der ehemalige Student wurde auf frischer Tat ertappt. Seit Anfang Dezember hat er nach Angaben der Polizei Diebstähle an der Uni begangen, nun hat er ein Geständnis über mindestens 35 Diebstähle abgelegt, sagte ein Sprecher. In seinem Fahrzeug fanden die Beamten zudem Diebesgut, darunter vier Laptops, mehrere Handys, USB-Sticks, Mäntel, Taschen, Bücher und mehrere hundert Euro Bargeld.

Die Studenten dringen derweil auf eine dauerhafte Lösung. „Unsere Kernforderung ist der Bau von so genannten Tagesspinden“, sagte David Ogrodnik. Der Medizinstudent hat sich des Themas im Sprecherrat angenommen, nachdem ihm im vergangenen Mai in den Gebäuden der Vorklinik sein Rucksack geklaut worden war. Spinde „wären vor allem vor der Zentralbibliothek und auch vor der wirtschaftswissenschaftlichen Bibliothek total wichtig“. Der Ring Christlich Demokratischer Studenten (RCDS) hatte anfangs eine Videoüberwachung für den betroffenen Bereich gefordert, unterstützt jetzt aber die Anschaffung von Spinden.

Geringer Verlust, großer Ärger

Als Ogrodnik der Rucksack gestohlen wurde, war der Verlust mit 50 Euro relativ gering. Schlimmer war der Ärger, den er mit dem Vorfall hatte: „In Medizin gibt es keinen festen Stundenplan. Die Termine für Praktika und Klausuren standen in meinem Kalender und der war weg.“ In mühevoller Kleinarbeit recherchierte er die Daten neu.

Mit dem Wunsch nach Tagesspinden hat sich der Sprecherrat zunächst an die Leitung der Universitätsbibliothek sowie an Kanzler Dr. Christian Blomeyer gewandt. Dort sei die Idee gutgeheißen worden, so Ogrodnik, doch für die Umsetzung sei er an die jeweils andere Stelle verwiesen worden. Am 24. Januar hatte er ein Gespräch mit Rektor Alf Zimmer. „Wir haben ihm das Kompetenzwirrwarr geschildert. Er wollte Anfang dieser Woche Bescheid geben.“ Zimmer ist derzeit jedoch krankgemeldet, seine Antwort steht noch aus.

Der RCDS hatte in der Zwischenzeit Flyer in der Mensa verteilt, auf denen er vor Langfingern warnt. Wer betroffen ist, solle eine Mail an die Adresse „beklaut@gmx.de“ senden und den Tathergang beschreiben. Täglich „werden mehrere Taschen und Mäntel vor den Bibliotheken geklaut“, schreibt Stefan Hartenberger, studentischer Vertreter im Senat, auf dem Flugblatt. „Es gibt viel zu wenig Tagesspinde vor der PT- und der Jura-Bibliothek“, sagt Daniel Heller, stellvertretender Vorsitzender des RCDS. Dort seien die Brennpunkte bei den Diebstählen gewesen.

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