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Kolumne

Von Mathematik bis Philosophie

Von mathematischen Formeln bis zum Anblick Gottes – unser Autor beschreibt einen sonderbaren Trip mit überraschendem Ausgang.

Wirre Symbole an der Tafel – oder vielleicht doch einfach eine Mathematik-Vorlesung?
Wirre Symbole an der Tafel – oder vielleicht doch einfach eine Mathematik-Vorlesung? Foto: dpa

Regensburg.Kreide quietschte an der Tafel und ich wachte auf. Wo bin ich? Vor mir stand eine zerzauste Frau, die immer hektischer wirre Symbole auf die Tafel schmierte. Was soll das? Welch diabolisches Machwerk ist hier im Gange? Ich schaute nach rechts. Ein stur geradeaus blickender Kerl, der nach einem billigen Axe-Deodorant stank, schrieb ebenfalls etwas auf ein Blatt Papier. Ich hob meinen Kopf und versuchte einen Blick zu erhaschen. Ebenfalls irgendwelche kruden Runen füllten die ganze Seite. Die Zeit schien stehen zu bleiben und plötzlich krümmte sich der Raum! Die Frau an der Tafel, sie ist eine topologische Kugel, rief ich laut aus! Die Kugel kam näher und näher. Was soll ich nur tun? Der eben noch Runen schreibende Mensch rechts von mir nahm groteske Züge an! Seine widerliche Fratze starrte mir tief in meine Seele, von der ich überzeugt bin, dass sie existiert! Achja, Existieren! Es existierte ja noch die Möglichkeit nach links auszuweichen! Ich versuchte mich zu erheben, doch der Boden unter mir, er krümmte sich immer weiter: Ich fiel. Doch ich schaffte es, mich an einer Geraden, die vor mir plötzlich auftauchte, festzuhalten. Um Gottes Willen, was geschieht hier? Plötzlich hörte ich dämonische Stimmen, ein sardonisches Gelächter. Bin ich im 7. Kreis der Hölle angelangt? Ich faltete die Hände zum beten, zumindest war ich im Glauben dies zu tun, doch wo waren meine Hände? Ich konnte sie nicht mehr sehen und ich begann zu strampeln und zu strampeln. Ich kann Gott sehen, eindeutig! Ich kann ihn sehen! Ich wurde bewusstlos…

Es ist dunkel und ich spüre Tautropfen auf meinen Gesicht. Meine Augen beginnen sich von alleine zu öffnen und ich starre in das Gesicht eines Kaninchen. Als meine schweren Glieder sich in Bewegung setzen, hoppelt es davon. Ich liege auf der Wiese zwischen der Universität und OTH. Was ist geschehen? Ich wische mir den getrockneten Dung von meinem Hoodie und die Reste vom gestrigen Mensaessen aus meinem mickrigen Dreitagebart. Chillig. Ich weiß nicht, was nach der Mensa geschah, aber vielleicht soll ich von psychedelischen Drogen erst mal die Finger lassen.

Zumindest für den Rest dieser Woche.

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