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Das „Haus der Technik“ nimmt Gestalt an

Am Montag wurde Richtfest für die 33,7 Millionen Euro teure Erweiterung der OTH Regensburg gefeiert. Ab 2016 soll hier gelehrt und geforscht werden.
Von Louisa Knobloch, MZ

  • Der Rohbau für das „Haus der Technik“ der OTH Regensburg mit seinen vier Baukörpern ist fertig. Am Montag wurde das Richtfest gefeiert. Foto: Knobloch
  • Zimmermann Fritz Winter hielt den Richtspruch. Foto: Knobloch
  • Kleine Panne: Erst im dritten Anlauf gelang es, den Richtkranz in die Höhe zu heben. Foto: Knobloch
  • Vertreter von Hochschule, Bauamt und Politik waren zum Richtfest gekommen. Foto: Knobloch
  • Speziell für das Richtfest hatte das Staatliche Bauamt Regensburg Bierkrüge fertigen lassen. Foto: Knobloch
  • OTH-Präsident Prof. Dr. Wolfgang Baier betonte, angesichts gestiegener Studierendenzahlen sei der Neubau dringend nötig. Foto: Knobloch

Regensburg.Die große, 8,50 Meter hohe Halle, in der sich am Montag die Festgäste versammelt haben, wird einmal das Herzstück des „Hauses der Technik“ werden. Es handelt sich um ein Labor für den konstruktiven Ingenieurbau, wie der Prodekan der Fakultät Bauingenieurwesen der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH) Regensburg, Prof. Dr. Mathias Müller, erläutert. An einer dicken Betonwand können Hydraulikpressen befestigt werden, um im großen Maßstab Bauwerke zu prüfen. „Dabei geht es um erdbebensicheres Bauen, aber auch um die Ertüchtigung von Gebäuden nach Erdbeben“, erklärt Müller. Nicht jede Hochschule verfüge über ein solches Labor.

Bislang ist die Fakultät Bauingenieurwesen noch am alten Hochschulstandort in der Prüfeninger Straße untergebracht. Mit Fertigstellung des „Hauses der Technik“ 2016 ziehen Studierende und Lehrende dann auf den Campus an der Galgenbergstraße. Das neue Gebäude sei ein wichtiger Baustein in der Restverlagerung der Hochschule an einen gemeinsamen Standort, betonte Bau-Staatssekretär Gerhard Eck beim gestrigen Richtfest.

Mehr Platz für 10 000 Studenten

33,7 Millionen Euro hat der Freistaat Bayern in das „Haus der Technik“ mit seinen vier Baukörpern investiert. Auf rund 6200 Quadratmetern Nutzfläche befinden sich zwei Hörsäle, Seminarräume, Büros, Labore und Werkstätten für die Fakultät Bauingenieurwesen, die Fakultät Allgemeinwissenschaften und Mikrosystemtechnik sowie die Studiengänge Biomedical Engineering, Gebäudeklimatik sowie Regenerative Energien und Energieeffizienz.

Diese neuen Studiengänge hätten besondere Ansprüche an die technische Infrastruktur, die mit dem neuen Gebäude erfüllt werden könnten, sagte der Präsident der OTH Regensburg, Prof. Dr. Wolfgang Baier. Angesichts der steigenden Studentenzahlen werde der zusätzliche Platz zudem dringend benötigt: Für dieses Wintersemester rechnet Baier mit „deutlich über 10 000 Studierenden“.

Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer verwies auf den TechCampus, den die Stadt derzeit auf dem Areal der ehemaligen Nibelungenkaserne errichtet. Hier sollen sich auch innovative Firmen und Forschungseinrichtungen ansiedeln. In direkter Nachbarschaft zu Universität und Hochschule wolle man Synergien nutzen. Angesichts der vielen Baumaßnahmen werde es in ein paar Jahren entlang der Galgenbergstraße ganz anders aussehen als heute, so Maltz-Schwarzfischer. Mit der Campusspange würde zudem eine neue Verbindung zwischen Galgenberg- und Universitätsstraße geschaffen.

Bau-Staatssekretär Eck lobte die „fantastische handwerkliche Arbeit“ am „Haus der Technik“ und zeigte sich zuversichtlich, den geplanten Fertigstellungstermin 2016 einhalten zu können. Baier betonte, dass es bei einem Bauprojekt dieser Größenordnung nicht selbstverständlich sei, dass es so komplikationslos ablaufe. Eine kleine Panne gab es dann aber doch: Nach dem Richtspruch von Zimmermann Fritz Winter gelang es erst im dritten Anlauf, den Richtkranz in die Höhe zu heben. Das tat der Stimmung beim anschließenden Richtschmaus aber keinen Abbruch.

Über das neue Gebäude freut sich auch Prof. Dr. Ulrich Briem, Dekan der Fakultät Maschinenbau, an der der Studiengang Biomedical Engineering angesiedelt ist. Aus den bisherigen Räumen im BioPark wird dieser in das „Haus der Technik“ ziehen, das direkt neben dem Gebäude der Fakultät Maschinenbau liegt. „Durch den Neubau haben auch neue Kollegen die Möglichkeit, Laborflächen zu bekommen und Labore aufzubauen“, so Briem.

„Ein Sinnbild für das OTH-Konzept“

Die Fakultät Elektro- und Informationstechnik wird ebenfalls Labore im neuen Gebäude beziehen – etwa für den Studiengang Regenerative Energien und Energieeffizienz. „Geplant ist aber auch ein Prüfstand, in dem wir Elektrofahrzeuge testen können“, sagt der Prodekan der Fakultät, Prof. Dr. Michael Niemetz. „Bisher mussten wir für solche Versuche auf kommerzielle Prüfstände zurückgreifen.“

Dass im „Haus der Technik“ verschiedene Fakultäten untergebracht sein werden, die interdisziplinär zusammenarbeiten, ist für Präsident Baier „ein Sinnbild für das Entwicklungskonzept, das wir als Ostbayerische Technische Hochschule verfolgen.“

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