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Frauen müssen sich behaupten

Tanja Würsching überzeugte an der OTH Regensburg mit hervorragenden Leistungen. Dafür erhält sie den Soroptimist Preis.
Von Angelika Lukesch

„Ich wusste von vornherein, dass ich etwas mit Zahlen und mit Logik machen möchte“, sagt Tanja Würsching. Foto: Lukesch
„Ich wusste von vornherein, dass ich etwas mit Zahlen und mit Logik machen möchte“, sagt Tanja Würsching. Foto: Lukesch

Regensburg.„Adaptiver Beamforming-Algorithmus zur Störgeräuschreduktion mittels differentieller Mikrofonarrays in Echtzeit“ – so lautet der Titel von Tanja Würschings Bachelorarbeit. Schon allein der Titel lässt erahnen, wie hoch die Studentin der Ostbayerischen Technischen Universität ihre persönlichen Messlatte gelegt hat. Vereinfacht gesagt geht es in der Arbeit darum, wie Störgeräusche (Hintergrundgeräusche) bei Sprachaufnahmen, zum Beispiel am Smartphone, aber auch bei Hörgeräten, am besten eliminiert werden können, um die Qualität der Aufnahme zu erhöhen.

Würsching wurde von Soroptimist International Regensburg mit dem Förderpreis 2018 für ihre hervorragenden Leistungen an der OTH ausgezeichnet. Heute wird sie den mit 1500 Euro dotierten Preis erhalten. Soroptimist International (SI) ist ein Verband von berufstätigen Frauen, die unter anderem für die Gleichstellung der Frau, im Beruf und in der Gesellschaft eintreten. Einmal im Jahr verleiht der SI-Club Regensburg diesen Förderpreis an junge Akademikerinnen der technisch-naturwissenschaftlichen Fakultäten, die wegen ihrer herausragenden Leistungen und Eigenschaften in ihrem Studienfach, aber auch im gesellschaftlichen Feld als Vorbilder wirken.

„Diese Auszeichnung und die Veröffentlichung der Preisverleihung sollen Abiturientinnen und Studienanfängerinnen ermutigen, sich Ausbildungsbereichen zuzuwenden, in denen Frauen (bisher) deutlich unterrepräsentiert sind“, sagt Silvia Yersin-Adler vom SI-Club Regensburg.

Soroptimist International

  • Organisation: Soroptimist International ist eine Service-Organisation für berufstätige Frauen mit gesellschaftlichem Engagement. Soroptimistinnen befassen sich mit der rechtlichen, sozialen und beruflichen Stellung der Frau und vertreten die Position der Frau in der öffentlichen Diskussion.

  • Regensburg:

    Der Club Soroptimist International wurde 1984 gegründet und umfasst 42 Mitglieder.

Breites Grundwissen ist wichtig

Tanja Würsching studierte acht Semester Elektro- und Informationstechnik (E-Technik) an der OTH Regensburg. Bereits im achten Semester begann sie parallel mit ihrem Masterstudiengang in Erlangen (Informations- und Kommunikationstechnik). Sie sei schon immer talentiert gewesen im Bereich Logik und Technik, sagt Würsching selbst. „Ich wusste von vornherein, dass ich etwas mit Zahlen und mit Logik machen möchte. Die Entscheidung zur E-Technik war einesteils Ausschlussprinzip und andererseits der Gedanke, etwas möglichst „Offenes“ mit einem breiten Grundwissen und vielen Spezialisierungsmöglichkeiten zu studieren. Damit kann man sich später das heraussuchen, was einem gefällt, ohne das Studienfach wechseln zu müssen“, erzählt Würsching über ihren Berufsfindungsprozess.

Das Studium durchlief sie in einem Zug. Im Freundeskreis habe man sich gegenseitig geholfen und angespornt, erzählt Würsching. „Außerdem haben mir die Schwerpunktfächer ab dem vierten Semester richtig Spaß gemacht. Da lernt man gerne und schiebt nichts auf“, sagt die Soroptimist-Preisträgerin. Würsching plant ihr Leben genau durch. „Ich schreibe mir viel auf, benutze dazu einen altmodischen Taschenkalender. Ich überlege mir, was ich wirklich erreichen möchte und plane dann jede Woche für die nächsten zwei bis drei Wochen. Wichtig ist es, sich selbst gut mit all den Angewohnheiten und dem Schweinehund zu kennen und sich dann selbst ein bisschen auszutricksen.“ Würsching lernt zum Beispiel viel lieber in Gesellschaft, deshalb lernt sie möglichst oft an der Uni oder mit ihrem Freund.

Der Rat an junge Frauen

Nur ein einziges Mal bekam sie zu spüren, dass sie ein frauenuntypisches Studium ausgewählt hat. Bei ihrem Studienbeginn sei sie von einem E-Technik-Fachschaftler automatisch den Architekturstudenten zugeordnet worden. Darüber kann sie heute lachen. Würsching rät jungen Mädchen dazu, sich Berufsbereiche zu überlegen, in denen sie gut seien und für die sie sich interessierten. Ihr Appell an junge Frauen: „Traut euch etwas zu! Wenn man sich einredet, etwas nicht zu können, hat man schon verloren!“

Sie ist der Meinung, dass nur die Frauen die völlige Gleichstellung der Frauen in der Gesellschaft erzwingen können. Selbstbehauptung sei hier vonnöten – und der Wille sich durchzusetzen. „Taten hinterlassen viel stärkeren Eindruck und Motivation, als endlos darüber zu diskutieren, sagt die Soroptimist-Preisträgerin 2018.

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