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Im Beruf den richtigen Ton treffen

Kommunikative Fähigkeiten sind in vielen Branchen wichtig. Ein Master an der Uni Regensburg bietet eine umfassende Ausbildung.
Von Louisa Knobloch, MZ

Präsentationen halten oder Meetings leiten – auch das steht auf dem Lehrplan des Masters. Foto: Fotolia

Regensburg. Vor Kollegen eine Präsentation halten, sich in einem Meeting zu Wort melden oder ein Mitarbeitergespräch führen – in vielen Berufen spielen kommunikative Fähigkeiten eine große Rolle. Wer seine Kenntnisse in Sprechwissenschaft und Rhetorik erweitern und später selbst Kommunikations-Trainings anbieten möchte, ist beim Weiterbildungsmaster in Sprechwissenschaft und Sprecherziehung (Master of Speech Communication and Rhetoric) an der Universität Regensburg richtig.

Seit 2006 wird der Studiengang angeboten, der nächste Jahrgang startet zum Wintersemester. Von den Teilnehmern werden ein abgeschlossenes Erststudium und zwei Jahre einschlägige Berufserfahrung erwartet, erklärt Studiengangsleiterin Dr. Brigitte Teuchert. „Außerdem ist die grundsätzliche Eignung für einen Sprechberuf Voraussetzung.“ Ob die Bewerber alle Kriterien erfüllen, wird in einem Eignungsgespräch festgestellt – das kann persönlich oder in Einzelfällen auch telefonisch erfolgen. Die Bewerber kommen nämlich aus ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Von Rhetorik bis zur Stimmbildung

Auch die Berufe der Masterstudenten sind höchst unterschiedlich: Betriebswirte und Verantwortliche im Bereich der Personalentwicklung bilden eine große Gruppe, Medienschaffende und Künstler wie Rundfunksprecher, Sänger oder Regisseure eine zweite. Viele Teilnehmer kommen auch aus dem therapeutischen Umfeld, sind Logopäden, Sprecherzieher, Psychologen oder Musikpädagogen. Aber auch eine di-plomierte Landwirtin und ein Offizier der Schweizer Armee haben sich bereits für den Studiengang entschieden.

„Wir nehmen pro Jahrgang maximal 30 Bewerber auf, die dann in zwei parallelen Gruppen studieren“, sagt Teuchert. Grund sind die hohen Praxisanteile in den Präsenzveranstaltungen. Der viersemestrige Master ist als berufsbegleitender Studiengang konzipiert. Die Lehrveranstaltungen finden in Blöcken statt, zumeist am Wochenende, an Brücken- oder Feiertagen. „Die Teilnehmer legen die Termine für die 54 Präsenztage zu Beginn des Studiums selbst fest“, so Teuchert.

Dass die Masterstudenten weiterhin in Vollzeit arbeiten können, ist bei Studiengebühren von 3540 Euro pro Studienjahr nicht unerheblich. Hinzu kommen 88 Euro pro Semester für Immatrikulation und Studentenwerksbeiträge. Teuchert verweist darauf, dass die Universität verschiedene Zahlungsmodalitäten zur Verfügung stellt und die Aufwendungen für das Masterstudium als Werbungskosten von der Steuer abgesetzt werden können.

Das Studium umfasst sechs Module, die sich in drei Schwerpunkte gliedern lassen: Ein Bereich befasst sich mit der Physiologie des Sprechens und der Stimmbildung. Hier lernen die Teilnehmer, wie Stimme entsteht und welche Funktion Lunge, Kehlkopf, Ansatzrohr und Ohr dabei haben. Auch Grundlagen der Phonetik und Kenntnisse verschiedener Stimmstörungen und deren Therapie werden vermittelt. Im zweiten Bereich, Rhetorik und Kommunikation, befassen sich die Teilnehmer nicht nur mit verschiedenen Kommunikationsmodellen und klassischer Rhetorik, sondern auch mit dem Leiten von Besprechungen, Verhandlungsführung und Konfliktmanagement. Der dritte Bereich ist Kommunikation und Führung. Auf dem Lehrplan stehen hier Grundlagen der Personalführung, das Mitarbeitergespräch, Assessment-Center und Motivation durch Kommunikation.

Ziel: Inhalte als Trainer vermitteln

„Was unseren Studiengang von anderen unterscheidet, ist, dass wir alle Bereiche systematisch durchgehen und die Teilnehmer so einen breiten Überblick über die Thematik bekommen“, sagt Teuchert. Ziel des Studiums ist es, dass die Absolventen die kommunikativen Inhalte nicht nur selbst anwenden, sondern auch als Dozent oder Trainer vermitteln können.

Später selbst Trainings anzubieten, kann sich Pia Pritschet gut vorstellen. Die 25-Jährige ist seit Januar im Master eingeschrieben und voll des Lobes: „Wir haben Top-Dozenten und viel Praxis“, berichtet sie. Bei Präsentationen werden die Studenten zur späteren Analyse mit der Kamera aufgenommen, Mitarbeitergespräche werden im Rollenspiel geübt.

Stefan Minkwitz sitzt bereits an seiner Masterarbeit. Der 36-jährige Unternehmer hat ursprünglich BWL studiert und war bei der Suche nach Weiterbildungsmaßnahmen auf den Studiengang gestoßen. „Man muss natürlich Freizeit opfern, das ist auch für Familie und Freunde eine Herausforderung“, sagt er. Dennoch habe es sich gelohnt: „Das Studium war sehr umfangreich und vielschichtig – und das Thema Kommunikation ist nun einmal ausnahmslos wichtig.“

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