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Auszeichnung

Leibniz-Preis für Regensburger Physiker

Rupert Huber von der Uni Regensburg erhält den wichtigsten deutschen Forschungsförderpreis. Es ist der erste seit 20 Jahren.

Regensburg.Prof. Dr. Rupert Huber, Physiker an der Universität Regensburg, hat den renommierten Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis gewonnen. Er ist damit der erste Wissenschaftler seit über 20 Jahren, der diesen Preis an der Uni Regensburg erhält. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) würdigt mit dem Preis die herausragenden experimentellen Arbeiten in der Terahertz- und Festkörperphysik im Grenzbereich zwischen Optik und Elektronik des Regensburger Physikers. „Es ist eine große Ehre für mich, Träger des Leibniz-Preises zu sein. Das ist ein ganz besonderer Ansporn für meine weitere Forschung zur Lichtwellenelektronik“, freut sich Prof. Dr. Rupert Huber.

„Mit dem Leibniz-Preis erhält Prof. Dr. Rupert Huber eine wunderbare und höchstverdiente Anerkennung für seine herausragende wissenschaftliche Leistung“, betont Prof. Dr. Udo Hebel, Präsident der Universität Regensburg. „Der Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis ist der bedeutendste Forschungsförderpreis in Deutschland. Es ist ein unglaublicher Erfolg für die Universität Regensburg, dass wir brillante Wissenschaftler, wie Prof. Huber in unseren Reihen haben.“

Zukunftsweisende Forschung

Prof. Dr. Rupert Huber. Foto: privat
Prof. Dr. Rupert Huber. Foto: privat

Bekannt wurde Prof. Huber mit seinen Forschungen zur Lichtwellenelektronik, deren innovative Kernidee darin besteht, atomar starke Lichtfelder als Wechselspannung in Festkörpern zu verwenden, um so vollkommen neuartige Quantenphänomene auf kürzesten Zeitskalen zu betrachten. Diese grundlegende Forschung könnte in Zukunft etwa in superschnellen atomar auflösenden Mikroskopen oder in der Quanteninformationsverarbeitung verwendet werden. Huber gelang es erstmals, die sehr schnelle Ladungsdynamik in Festkörpern in Wechselwirkung mit starken Lichtfeldern zu untersuchen: Er fand heraus, dass die Energie der Elektronen innerhalb einer sehr kurzen Zeitspanne nach ihrer Anregung durch das starke Lichtfeld nicht eindeutig zu bestimmen ist; die Elektronen befinden sich stattdessen in oszillierenden Mischzuständen, die sich je nach Richtung des Lichtfelds gegenseitig auslöschen oder verstärken.

Der Professor und der Preis

  • Prof. Dr. Rupert Huber

    hat von 1994 bis 1999 Physik an der Technischen Universität München (TUM) und wurde. Nach einem dreijährigen Aufenthalt in Berkeley, USA, leitete er nach seiner Rückkehr nach Deutschland eine DFG-geförderte Emmy Noether-Nachwuchsgruppe in Konstanz. 2010 erhielt er einen Ruf an die Universität Regensburg, an der er Inhaber des Lehrstuhls für Experimentelle und Angewandte Physik ist.

  • Der Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis:

    Der Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) wurde 1985 eingerichtet und gilt als der wichtigste deutsche Forschungsförderpreis. 1986 erhielt ihn unter anderem der Philosoph Prof. Dr. Jürgen Habermas. Dotiert ist der Leibniz-Preis mit bis zu 2,5 Millionen Euro. Der Leibniz-Preis soll die Arbeitsbedingungen herausragender Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verbessern, ihre Forschungsmöglichkeiten erweitern, sie von administrativem Arbeitsaufwand entlasten und ihnen die Beschäftigung besonders qualifizierter jüngerer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erleichtern.

Dritter Leibniz-Preis für die Regensburger Wissenschaftler

Huber konnte zudem – analog zu Kollisionsexperimenten in Elementarteilchenbeschleunigern – sogenannte Quasiteilchen in Festkörpern gezielt miteinander kollidieren lassen. Diese Kollisionen führen zu ultrakurzen Lichtblitzen, die wiederum Rückschlüsse auf die Struktur der Quasiteilchen zulassen. Zuletzt konnte Prof. Dr. Rupert Huber in einer Kooperation mit Prof. Dr. Jascha Repp eine durch Lichtwellen ausgelöste Molekülbewegung in einem atomaren Zeitlupenfilm festhalten.

Damit hat zum dritten Mal ein Wissenschaftler der Universität Regensburg den Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis erhalten. Zuletzt wurde der Jurist Prof. Dr. Reinhard Zimmermann 1996 mit dem Preis ausgezeichnet. Bereits 1988 ging der Leibniz-Preis an den Mikrobiologen Prof. Dr. Karl Otto Stetter.

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