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Bildung

Mehr als nur ein Doktor

Auf dem BayWISS-Jahreskolloquium an der OTH diskutierten Promovenden und Professoren über gesellschaftliche Fragen.
Von Daniel Pfeifer

Der Promovend Jun Zhang (r.) erklärt seine Forschung. Foto: Daniel Pfeifer
Der Promovend Jun Zhang (r.) erklärt seine Forschung. Foto: Daniel Pfeifer

Regensburg.Der Doktortitel – Krönung eines jahrzehntelangen Bildungswegs: Tausende junge Wissenschaftler promovieren jedes Jahr in Bayern. Und in Zeiten von KI, Nanotechnik und Quantencomputer sind Wissenschaftler auf interdisziplinäre und hochschulübergreifende Zusammenarbeit angewiesen.

Das Jahreskolloquium des Bayerische Wissenschaftsforums (BayWISS), ein Treffen von Promovenden, Professoren und Koordinatoren, bietet die Möglichkeit, sich über die gesellschaftliche Verantwortung ihrer Forschungsarbeit auszutauschen und grundlegende Fragen der Promotion zu besprechen. Gastgeber des diesjährigen Kolloquiums am Mittwoch war die OTH Regensburg mit dem Leitthema Ethik. Der Spannende Titel: „Homo sapiens 2.0 – Mit künstlicher Intelligenz und Biotechnologie zum Supermenschen?“

Hochaktuelle Fragen

Zu diesem Thema diskutierten Experten in einer Podiumsdiskussion. „Der ethische Diskurs ist nicht neu“, betonte Prof. Dr. Christiane Woopen, die Vorsitzende des Europäischen Ethikrats. Doch die moralischen Fragen, die seit Jahrzehnten debattiert würden, seien heute plötzlich durch technischen Fortschritt hochaktuell. Wie zum Beispiel gewährt man, dass Gesundheitsdaten, die von Nano-Sensoren im Körper von Patienten gesammelt wurden, nicht missbraucht werden? Oder wie weit dürfe man mit der Veränderung des Genoms oder des menschlichen Körpers gehen?

All diese ethischen Debatten könnten, so erhoffen sich BayWISS-Initiatoren, auch Teil ihrer sogenannten „Verbundpromotionen“ werden. Das sind Promotionen, an denen mehrere Hochschulen beteiligt sind. Diese findet man in erster Linie im Bereich der angewandten Wissenschaft.

Promotionsrecht nur an Unis

Das Grundproblem, das das 2015 gegründete BayWISS angehen soll, ist simpel: An HAWs wie der OTH Regensburg kann man keinen Doktortitel machen. Das Promotionsrecht haben allein Universitäten. Obwohl also ein Student jahrelang nur mit der OTH zu tun hätte, muss er sich einen „Doktorvater“ an einer Universität suchen.

BayWISS soll dafür sorgen, dass OTH-Professoren nicht mehr nur zweite Geige spielen. „Es sind kleine Sachen. Wie, dass jetzt unser Logo auf die Doktorurkunde darf,“ so Prof. Dr. Christoph Palm, Mentor des medizintechnischen Projekts „Haptivist“ von Promovend Johannes Maier. Doch auch finanzielle Förderung erhalten BayWISS-Promovenden. Ebenso wie die Möglichkeit, auf ein großes Netzwerk an Experten und Professoren zugreifen zu können und sich bei regelmäßigen Netzwerktreffen auszutauschen.

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