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Aktion

Rumänien steht im Fokus der Europawoche

An der Universität Regensburg bekommen Besucher Einblicke in Wirtschaft, Politik und Kultur eines oft unbekannten Landes.
Von Louisa Knobloch

Der rumänische Fotokünstler Adrian Petrisor zeigt in der Ausstellung „Tourist in My Country“ Landschaftsaufnahmen und Porträts. Foto: Adrian Petrisor
Der rumänische Fotokünstler Adrian Petrisor zeigt in der Ausstellung „Tourist in My Country“ Landschaftsaufnahmen und Porträts. Foto: Adrian Petrisor

Regensburg.Seit 2007 ist Rumänien Mitglied der Europäischen Union, aktuell hat es sogar die EU-Ratspräsidentschaft inne. Aber die meisten Deutschen wissen kaum etwas über das Land an der Grenze zwischen Mittel- und Südosteuropa. „Für viele Menschen ist Rumänien negativ konnotiert“, sagt Lisa Unger-Fischer, Geschäftsführerin des Europaeums – des Ost-West-Zentrums der Universität Regensburg. Das Land galt lange als wirtschaftliches Schlusslicht in Europa, Korruption ist ein großes Problem.

Mit der Europawoche unter dem Titel „Kennen Sie Rumänien?“ will das Europaeum einen Gegenakzent setzen und den Besuchern ermöglichen, sich einen Eindruck von Land und Leuten zu verschaffen. Organisiert wird die Veranstaltungsreihe in Kooperation mit dem Rumaenicum der Uni Regensburg und Studierenden des Masterstudiengangs Ost-West-Studien. Zur offiziellen Eröffnung am Dienstag, 7. Mai, um 12 Uhr im Oberen Foyer der Zentralbibliothek spricht die rumänische Generalkonsulin Iulia Ramona Chiriac. Im Anschluss wird in der Bibliothek die Fotoausstellung „Tourist in My Country“ des rumänischen Künstlers Adrian Petrisor eröffnet, der zur Vernissage eigens anreist. Die Ausstellung ist bis 21. Mai zu sehen.

Das Foto zeigt die Hochstraße Transfogarasan in Rumänien. Foto: Adrian Petrisor
Das Foto zeigt die Hochstraße Transfogarasan in Rumänien. Foto: Adrian Petrisor

Am Abend, um 18 Uhr, schließt sich im Hörsaal H 26 eine Podiumsdiskussion an. Unter dem Titel „Boom in Rumänien – vom Armenhaus zum Wirtschaftswunder“ diskutieren Unternehmensgründer Mark Török aus Cluj-Napoca (Klausenburg), Codruta Simandan von der dortigen Babes-Bolyai-Universität und Markus Huber von der IHK Regensburg für Oberpfalz/Kelheim. Die Moderation übernimmt Prof. Dr. Ger Duijzings von der Universität Regensburg.

Sprache wurzelt im Lateinischen

Wie Rumänisch klingt, können Interessierte bei einem Schnupperkurs am Mittwoch, 8. Mai, um 16 Uhr im Hörsaal ZH7 erfahren. „Wer in der Schule Latein hatte, dürfte überrascht sein, wie viel er vom Rumänischen versteht“, sagt Unger-Fischer. Denn Rumänisch ist die östlichste romanische Sprache, viele Wörter lateinischen Ursprungs haben sich bis heute erhalten. Benutzt wird das lateinische Schriftsystem mit einigen Sonderzeichen. Die gemeinsamen sprachlichen Wurzeln dürften es auch Rumänen einfacher machen, die häufig in Italien und Spanien Arbeit suchen.

Weitere Angebote

  • Programm:

    Weitere Informationen zur Europawoche gibt es online unter www.europaeum.de . Studierende und Nachwuchswissenschaftler können sich dort auch für eine Bildungsreise nach Bukarest vom 9. bis 14. Juni anmelden.

  • Ausbildung:

    Das Rumaenicum an der Universität Regensburg bietet Studierenden aller Fakultäten eine zwei Semester umfassende Zusatzausbildung in rumänischer Sprache, Landeskunde und Kultur.

Um das Deutsch und die Deutschen als Teil der kulturellen Vielfalt Rumäniens geht es im Vortrag „Von Honterius zu Johannis“, den Prof. Dr. Hermann Scheuringer am 8. Mai um 18 Uhr im Hörsaal H 26 hält. Zur mittlerweile nur noch kleinen deutschen Minderheit im Land gehören die Siebenbürger Sachsen und die Donauschwaben.

Mit der Minderheitenpolitik in Rumänien beschäftigt sich auch ein ausschließlich für Studierende zugängliches Blockseminar, das bereits am 3. Mai beginnt. „In dem Land leben viele verschiedene Volksgruppen mit teils unterschiedlichen Glaubensrichtungen – Ungarn, Serben, Deutsche, Roma“, sagt Unger-Fischer. „Trotzdem schafft es Rumänien, diese mit einzubeziehen und Konflikte mit tragfähigen Kompromissen zu befrieden.“

Rumänische Literatur erleben

Einblicke in die aktuelle rumänische Gesellschaft gibt der Film „Mit ist es egal, wenn wir als Barbaren in die Geschichte eingehen“ von Regisseur Radu Jude. Der 2018 beim Internationalen Filmfestival in Karlovy Vary ausgezeichnete Spielfilm befasst sich mit der Rolle Rumäniens im Holocaust. Gezeigt wird er am 9. Mai um 19.30 Uhr in der Filmgalerie im Leeren Beutel.

Der rumänische Fotokünstler Adrian Petrisor zeigt in der Ausstellung „Tourist in My Country“ Landschaftsaufnahmen und Porträts. Foto: Adrian Petrisor
Der rumänische Fotokünstler Adrian Petrisor zeigt in der Ausstellung „Tourist in My Country“ Landschaftsaufnahmen und Porträts. Foto: Adrian Petrisor

Literarisch wird es am Samstag, 11. Mai: Zunächst findet um 15 Uhr in den Räumen des Evangelischen Bildungswerkes im Alumneum eine Märchenstunde mit rumänischen Märchen für Kinder und Erwachsene statt. Am Abend tragen um 19.30 Uhr Regensburger Persönlichkeiten in der Lesehalle der Stadtbücherei Regensburg Prosa und Lyrik aus Rumänien vor. Mit dabei sind unter anderem Jürgen Mistol, Prof. Dr. Walter Koschmal, Meike Fabian sowie Sängerin Steffi Denk.

Auch kulinarisch kann man Rumänien kennenlernen: Die Mensa serviert von 6. bis 10. Mai typische Gerichte.

Mehr Hochschul-Themen finden Sie hier.

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