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Stadtentwicklung

Aktive Mobilität gezielt fördern

Die Stadt Regensburg will den Fuß- und Radverkehrsanteil am „Modal Split“ erhöhen und weitere Freiflächen schaffen.
Von Stephanie Burger, Wirtschaftszeitung

Parks laden zum Radeln ein. Foto: Jacek Chabraszewski - stock.adobe.com
Parks laden zum Radeln ein. Foto: Jacek Chabraszewski - stock.adobe.com

Regensburg.Die Gestaltung von Straßen, Plätzen, Parks oder Flaniermeilen hat großen Einfluss auf das menschliche Bewegungsverhalten. „Je kleinteiliger die öffentlichen Bereiche einer Stadt gestaltet werden, desto mehr können Menschen dazu animiert werden, sich in ihnen gelassen und selbstständig zu bewegen“, sagt der Dresdner Architekturpsychologe Prof. Dr. Peter Richter.

In Regensburg spielt die Förderung aktiver Mobilität eine zentrale Rolle. Wie Planungs- und Baureferentin Christine Schimpfermann erklärt, hat sich Regensburg das ehrgeizige Ziel gesetzt, bis 2030 den Anteil von ÖPNV, Fuß- und Radverkehr am „Modal Split“, also an der Verteilung des Transportaufkommens auf die Verkehrsmittel, von circa 49 auf 60 Prozent zu erhöhen. „Dieses Ziel ist allein mit einer Optimierung des ÖPNV nicht zu erreichen. Es muss vor allem der Fuß- und Radverkehr weiterentwickelt werden“, sagt Schimpfermann. In Regensburg kümmert sich seit Kurzem ein Nahmobilitätskoordinator um die Förderung von Fuß- und Radverkehr. Dass hierin weiteres Potenzial steckt, lässt auch die 2017 durchgeführte Haushaltsbefragung vermuten: Demnach beträgt die durchschnittliche Wegelänge in Regensburg sechseinhalb Kilometer, 50 Prozent aller Wege werden für Einkauf und Freizeit zurückgelegt.

In ihrem Sportentwicklungsplan reagiert Regensburg auch auf ein sich veränderndes Sportverständnis, das sich in einer Abkehr vom organisierten Vereinssport und einer Hinwendung zu eher individuellen Sportmöglichkeiten ausdrückt. „Unser Ziel ist es, im gesamten Stadtgebiet Flächen zu schaffen, die Bewegungsmöglichkeiten für alle Schichten und Altersgruppen bieten“, sagt Schimpfermann.

Besonders wichtig sei es außerdem, im Zuge der Nachverdichtung auf ausreichende Freiflächen zu achten. Auf den sozialen Aspekt weist auch Architekturpsychologe Richter hin: „Im öffentlichen Raum kommt es darauf an, seine Nutzung vielen Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen und Fähigkeiten zu ermöglichen.“

Dieser Text ist ein Beitrag aus der Wirtschaftszeitung. Hier geht es zum E-Paper: www.die-wirtschaftszeitung.de/epaper

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