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Analyse: Regensburg und Cham sind zukunftsfähig

Erfolg mit Chipkarten: Josef Mühlbauer aus Roding baut Spezialmaschinen, die sich weltweit verkaufen.

Der Südwesten Deutschlands hat die besten Zukunftschancen. Zu diesem Ergebnis kommt das Schweizer Wirtschaftsforschungsinstitut Prognos, das den Zukunftsatlas 2009 für das „Handelsblatt“ (Düsseldorf) erstellt und gestern veröffentlicht hat. Untersucht wurden dabei alle 413 Landkreise und kreisfreien Städte. Eine überdurchschnittliche Konzentration von Zukunftsbranchen stellten die Forscher im Landkreis Cham sowie in Stadt und Landkreis Regensburg fest. Abgeschlagen („sehr geringe Konzentration“) sind hingegen Weiden, Amberg sowie Amberg-Sulzbach.

Eine große Überraschung: Der Landkreis Cham rangiert im Bereich Informations- und Kommunikationstechnik auf dem fünften Platz, nach Stadt und Landkreis München, Rhein-Neckar-Kreis und Dresden – noch vor Berlin, Hamburg und Nürnberg. Für Richard Brunner, Geschäftsführer der Industrie- und Handelskammer in Cham, kommt dieses Ergebnis nicht von ungefähr. Es gebe an der Grenze zu Tschechien eine Reihe von Unternehmen dieser Branche – das bekannteste dürfte die Mühlbauer AG (Roding) sein, Hersteller von Spezialmaschinen, unter anderem für die Fertigung von Chipkarten. Die Firma Huber aus Lam habe 2008 den deutschen Mittelstandspreis bekommen und auf der Messe CeBIT mit einer Software für Tourismus-Information für Furore gesorgt. Mit seinem E-Government-Bereich habe der Landkreis auf politischer Ebene im Vergleich zu anderen Kommunen eine Maßstab gesetzt, so Brunner zur MZ.

Im Bereich Maschinenbau, der fast ausschließlich im Süden der Republik stark vertreten ist, erreichte der Kreis Regensburg Platz 13. In der Mechatronik gilt das Netzwerk in Cham im Verbund mit Straubing-Bogen und Regen als stark.

Das schlechte Abschneiden von Amberg führt Jürgen Hoffmann, Geschäftsführer der Gewerbebau – die Wirtschaftsförderungsgesellschaft der Stadt – auf die Beschränkung auf die sieben Parameter zurück. Der Nachholbedarf im Dienstleistungsbereich sei bekannt. „Wir sind aber zuversichtlich, dass wir aufholen.“ Ein Call Center sei angesiedelt, das die Zahl der Stellen von 100 auf 500 aufstocken wolle. Zudem werde in Amberg ein Technologietransferzentrum der Hochschule Weiden entstehen.

Bundesweit bildet der Atlas eine Zukunftsachse ab, die von Frankfurt/Main aus zum Bodensee verläuft. Hier konzentrieren sich zehn der 25 führenden Regionen in Deutschland. Als Einzelregion liegt Hamburg vor Berlin und München.

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