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Wirtschaft
Mittwoch, 15. August 2018 27° 6

Arbeitsmarkt

Arbeitslosenzahl in Bayern sinkt

Mit dem Frühling wachsen die Jobchancen, etwa auf dem Bau und in der Gastronomie. Doch die Aussichten haben sich eingetrübt.

Nürnberg.Dank der Frühjahrsbelebung ist die Zahl der Arbeitslosen in Bayern im April auf etwa 213 000 gesunken. Damit waren im Freistaat im Vergleich zum Vormonat rund 18 600 Menschen weniger ohne Job, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Freitag in Nürnberg mitteilte. Gegenüber dem Vorjahr sank die Zahl der Erwerbslosen um knapp 18 700. Die Arbeitslosenquote ging um 0,3 Punkte auf 2,9 Prozent zurück. Das ist die niedrigste Quote in diesem Monat seit Einführung der aktuellen Berechnungsmethode.

Im April fahren vor allem Bauunternehmen wieder ihre Belegschaften hoch, um die während der Wintermonate oft ruhenden Arbeiten auf Baustellen wieder aufzunehmen. Auch Gärtnereien, Gartenbauunternehmen, Landwirte und die Gastronomie stellen mit dem Beginn der wärmeren Jahreszeit verstärkt Mitarbeiter ein.

Niedrigster Wert seit der Wiedervereinigung

In Deutschland ist die Zahl der Arbeitslosen im April im Vergleich zum Vormonat um 74 000 auf 2,384 Millionen gesunken. Das ist der niedrigste Wert in diesem Monat seit der Wiedervereinigung. Gegenüber dem Vorjahr ging die Zahl der Erwerbslosen um 185 000 zurück, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Freitag in Nürnberg mitteilte. Die Arbeitslosenquote sank um 0,2 Punkte auf 5,3 Prozent.

Auch saisonbereinigt sank die Zahl der Jobsucher: Die um jahreszeitliche Einflüsse bereinigte Erwerbslosenzahl lag im April bei 2,37 Millionen. Damit waren rund 7000 Männer und Frauen weniger ohne Arbeit als im März – im Westen sank die Zahl um knapp 6000, im Osten um knapp 2000.

Die Baubranche zieht saisonbedingt an. Foto: Daniel Karmann/dpa
Die Baubranche zieht saisonbedingt an. Foto: Daniel Karmann/dpa

Die Unterbeschäftigung, die auch Menschen umfasst, die gerade beispielsweise an einer Weiterbildung teilnehmen, lag bei 3,354 Millionen. Sie sank damit saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat um 17 000. Bei der Bundesagentur waren im April zugleich rund 784 000 offene Stellen gemeldet – 78 000 mehr als vor einem Jahr.

Die Zahl der Erwerbstätigen lag nach Hochrechnung des Statistischen Bundesamtes im März bei 44,46 Millionen – das ist ein Plus von 32 000 gegenüber dem Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahr waren es 598 000 Erwerbstätige mehr.

Der Anstieg gehe allein auf mehr sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zurück, hieß es. Diese hat nach Berechnungen der BA von Januar auf Februar saisonbereinigt um 53 000 zugenommen. Damit hatten hochgerechnet 32,55 Millionen Menschen in Deutschland zuletzt einen regulären Job – 773 000 mehr als ein Jahr zuvor.

Nachfrage nach Arbeitskräften stagniert auf hohem Niveau

Für die kommenden Monate rechnen die Ökonomen allerdings mit einer etwas geringeren Dynamik auf dem Arbeitsmarkt. Dabei verweisen die Konjunkturexperten unter anderem auf die zunehmende Verunsicherung in vielen Unternehmen angesichts der weltweit wachsenden Risiken, wie den Handelskonflikt mit den USA.

Ein Ende des rasanten Stellenwachstums der vergangenen vier Jahre deutet sich an. Foto: Paul Zinken/dpa
Ein Ende des rasanten Stellenwachstums der vergangenen vier Jahre deutet sich an. Foto: Paul Zinken/dpa

Einen ersten Hinweis darauf lieferten am Donnerstag auch jüngste Daten der Bundesagentur zur Lage bei den offenen Stellen. Dort deutet sich nach dem Stellenindex BA-X der Bundesagentur ein Ende des rasanten Stellenwachstums der vergangenen vier Jahre an. Die Nachfrage nach Arbeitskräften stagniere inzwischen – allerdings auf ausgesprochen hohem Niveau, berichtete die Bundesbehörde.

Denn trotz der „Abflachung“ sei die Arbeitskräftenachfrage weiter groß, versicherte die Bundesagentur. Besonders stark zugelegt habe das Stellenangebot in der Informations- und Kommunikationsbranche mit einem Plus von 26 Prozent zum Vorjahr, gefolgt von der Industrie (plus 24 Prozent) sowie Verkehrs- und Logistikunternehmen (plus 19 Prozent). Viele freie Stellen gebe es auch in Zeitarbeitsfirmen. Die absolute Zahl der freien Stellen will die Bundesagentur mit den April-Arbeitslosenzahlen an diesem Freitag veröffentlichen.

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