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Geld

Bargeld ist und bleibt beliebt

Die Deutschen lieben Scheine und Münzen. Zahlen per Smartphone finden sie dagegen unsicher und kompliziert.
Von Friederike Marx und Jörn Bender, dpa

Auch wenn’s ohne ginge: Münzen und Scheine sind immer noch das beliebteste Zahlungsmittel. Foto: Daniel Reinhardt/dpa
Auch wenn’s ohne ginge: Münzen und Scheine sind immer noch das beliebteste Zahlungsmittel. Foto: Daniel Reinhardt/dpa

Frankfurt.Die Bundesbürger hängen an Scheinen und Münzen: Zwar werden Kartenzahlungen immer beliebter, doch vor allem kleine Summen zahlen Verbraucher nach wie vor meist bar. Ganz auf Bargeld zu verzichten, ist für die überwiegende Mehrheit der Deutschen keine Option. 88 Prozent wünschen sich einer Umfrage der Bundesbank zufolge, auch in Zukunft mit Scheinen und Münzen zahlen zu können. „Ich bin felsenfest überzeugt davon: Bargeld wird auch in Zukunft seine Gültigkeit behalten“, sagt Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele.

Nur drei Prozent von 1000

Kleingeld ist vielen Deutschen Umfragen zufolge zwar lästig. Gerade Ein- und Zwei-Cent-Münzen würde eine Mehrheit der Verbraucher nicht vermissen. Doch im Alltag verzichten bislang die wenigsten auf Bargeld: Drei von vier Einkäufen wurden nach den Daten der Bundesbank 2017 an der Ladenkasse bar bezahlt. „Trotz verbreiteter Nutzung bargeldloser Zahlungssysteme findet die verhältnismäßig neue Möglichkeit der Zahlung über Smartphones so gut wie keine Anwendung“, konstatierte jüngst Kerstin Schultz von der Verbraucherzentrale Sachsen. Nur drei Prozent von 1000 dort befragten Girokontenbesitzern nutzen demnach ihr Smartphone zum Bezahlen.

Kommentar

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Hauptgründe für die Zurückhaltung laut Bundesbank: Viele Verbraucher haben Sorge, dass das Bezahlen per Smartphone unsicher ist. Anderen ist es zu kompliziert. „Wir erwarten derzeit keine schnelle Änderung des Zahlungsverhaltens“, sagt Thiele. Potenzial hat aus Sicht der Bundesbank indes das kontaktlose Bezahlen mit der Girokarte an der Ladenkasse quasi im Vorbeigehen – derzeit mit gut einem Prozent Umsatz im Handel auch nur ein Nischenphänomen.

Immer mehr Scheine werden gedruckt

Deutschland ist weiterhin das „Land der Barzahler“. Foto: Christoph Schmidt/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Deutschland ist weiterhin das „Land der Barzahler“. Foto: Christoph Schmidt/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Noch ist Cash King: Gut 21,4 Milliarden Euroscheine waren Ende vergangenen Jahres im Umlauf – über eine Milliarde mehr als ein Jahr zuvor und fast dreimal so viel wie 2002, dem Jahr der Einführung des Euro-Bargeldes. Die Bargeldproduktion steigt – in Europa wie in anderen Teilen der Welt. „Banknoten sind nicht rückläufig, das Produktionsvolumen bei Bargeld wächst immer noch leicht“, sagte erst kürzlich Ralf Wintergerst, Chef von Giesecke & Devrient, dem Weltmarktführer im Banknotendruck.

In keinem anderen Euroland haben die Verbraucher im Schnitt so viel Geld in der Brieftasche wie in Deutschland: gut 100 Euro. Eine jüngst veröffentlichte Untersuchung der Europäischen Zentralbank (EZB) mit Daten aus dem Jahr 2016 zeigte aber auch, dass die Deutschen mit ihrer Treue zu Scheinen und Münzen in Europa nicht alleine sind: In Malta werden der EZB-Studie zufolge 92 Prozent der Transaktionen bar bezahlt. Barzahlungen an der Kasse sind auch in Zypern (88 Prozent), Spanien (87 Prozent) und Italien (86 Prozent) sehr beliebt.

Analyse contra Wahrnehmung

Trotz Verbreitung bargeldloser Verfahren bleibe Cash das dominierende Zahlungsmittel im Euroraum, stellte die EZB fest, die für die Analyse mehr als 65 000 Bürger befragt hatte. „Das scheint die Wahrnehmung in Frage zu stellen, dass Cash schnell von bargeldlosen Zahlverfahren ersetzt wird“, folgerte die Notenbank. Manche Experten hatten schon das baldige Ende von Scheinen und Münzen vorhergesagt.

Etliche Einzelhändler akzeptieren Zahlungen mit Karte ohnehin erst ab einer bestimmten Summe. Das hat vor allem einen Grund: „Kartenzahlung ist für Händler immer noch mit Kosten verbunden“, erklärt Ulrich Binnebößel vom Handelsverband HDE. Vor allem für kleinere Einzelhändler, die Produkte mit geringen Margen verkaufen wie etwa Zeitschriften, sei das ein Problem.

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