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Agrar

Bayerische Spargelbauern klagen

Die Ernte ist zeitaufwendig und anstrengend. Das ist auch der Grund, warum es immer schwieriger wird, Erntehelfer zu finden.
Von Luise Selle und den dpa-Korrespondeten

Spargel ist als Delikatesse begehrt. Doch das mühevolle Stechen in Handarbeit möchte kaum jemand machen. Bei der Suche nach Erntehelfern sollen nun Kooperationen mit dem Ausland helfen. Foto: Arne Dedert/dpa
Spargel ist als Delikatesse begehrt. Doch das mühevolle Stechen in Handarbeit möchte kaum jemand machen. Bei der Suche nach Erntehelfern sollen nun Kooperationen mit dem Ausland helfen. Foto: Arne Dedert/dpa

Abensberg.Die bayerischen Spargelbauern haben Schwierigkeiten, genügend Erntehelfer zu finden. „Die Lage ist dieses Jahr denkbar schlecht“, sagte Miriam Adel vom Spargel-Erzeugerverband Franken. Viele Erntehelfer seien erst kurz vor Saisonbeginn gefunden geworden. Es ist eine Entwicklung, die sich laut Adel schon länger abzeichnet: „In den letzten fünf Jahren wurde es immer schwieriger, Erntehelfer zu bekommen“. Vor allem die Zahl der Arbeiter aus Polen sind stark rückläufig. „Bis vor zehn Jahren waren fast ausschließlich Polen im bayerischen Spargelanbau beschäftigt. Heute sind sie fast eine Seltenheit.“

„Haben keine Probleme“

Christine Holzer ist Spargelbäuerin aus Abensberg. „Wir haben keine Probleme“, sagt sie auf MZ-Nachfrage. In ihrem Unternehmen, dem Bauernladen Holzer, arbeiten zum Teil seit mehr als 20 Jahren die gleichen Helfer. Die Arbeiter wohnen auch vor Ort. Die Spargelbäuerin weiß jedoch um die Probleme der Branche und den Rückgang an Erntehelfern, den auch das Landwirtschaftsministerium beobachtet. Als Grund für den Mangel an Erntehelfern verweist das Ministerium auf das große Arbeitsangebot, aus dem Osteuropäer wählen können. „Gesucht sind Tätigkeiten mit besserer Bezahlung, körperlich leichtere Arbeiten oder Branchen, die ganzjährig Arbeit bieten“, sagte eine Sprecherin. Viele Herkunftsländer bieten außerdem immer mehr eigene Arbeitsplätze, wie etwa in Rumänien die Autozulieferindustrie.

Viele Einzelfragen

Die Bundesagentur für Arbeit steht im Kontakt mit verschiedenen Ländern, um mehr Saisonarbeitskräfte zu gewinnen. „Anfang 2019 haben erste konkrete bilaterale Gespräche mit den ausländischen Arbeitsverwaltungen für entsprechende Vereinbarungen begonnen“, sagte eine Sprecherin. Für die grenzüberschreitende Arbeitsvermittlung müssten aber zunächst viele Einzelfragen geklärt werden. „Dies erfolgt mit großer Sorgfalt und benötigt entsprechend Zeit.“

So beliebt ist Spargel

  • Verbrauch:

    2018 wurden laut Statistischen Bundesamt 129 600 Tonnen Spargel in Deutschland geerntet. Im Schnitt verzehrte jeder Bundesbürger 1,42 Kilogramm von dem Gemüse, das besonders gut auf sandigen, leichten Böden gedeiht und viel Sonne braucht.

  • Preise:

    Spargel kostete in der vergangenen Woche laut Agrarmarkt-Informationsgesellschaft im Schnitt gut sieben Euro je Kilo . Die Spanne reiche von Sonderangeboten für knapp fünf Euro bis zu zehn Euro.

Dem Bayerischen Bauernverband zufolge macht sich der Arbeitskräftemangel bei den Spargelpreisen noch nicht bemerkbar. Ein großer Einflussfaktor habe hingegen das Wetter. „Durch die kalte Witterung in den vergangenen Tagen ist das Spargelaufkommen in Bayern eher geringer“, sagte eine Sprecherin. In Bayern leben laut Verbandszahlen aus dem Jahr 2016 370 Betriebe vom Spargelanbau.

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