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Unternehmen

BMW warnt eindringlich vor Brexit-Folgen

Im nächsten Frühjahr will Großbritannien die EU verlassen. Viele Unternehmen – auch BMW – wissen nicht, was auf sie zukommt.

Noch ist das Reisen einfach, doch nach dem Austritt aus der EU gibt es andere Richtlinien für Passagiere. Foto: Andrew Cowie
Noch ist das Reisen einfach, doch nach dem Austritt aus der EU gibt es andere Richtlinien für Passagiere. Foto: Andrew Cowie

London.Nach dem Luftfahrt- und Rüstungskonzern Airbus hat auch der Autobauer BMW vor den Folgen eines harten Brexits gewarnt. Bis Ende Sommer werde Klarheit benötigt, sagte der BMW-Repräsentant in Großbritannien, Ian Robertson, dem Sender BBC.

Das Münchner Unternehmen stellt auch die Marken Mini und Rolls Royce her und hat rund 8000 Beschäftigte im Vereinigten Königreich. „Wenn wir in den nächsten Monaten keine Klarheit bekommen, müssen wir damit beginnen, Alternativpläne zu entwickeln.“ Sonst würde der Konzern Geld in Konstruktionen investieren, „die wir vielleicht nicht benötigen, in Lagerhallen, die vielleicht künftig nicht brauchbar sind“, sagte Robertson. Er sprach von einem bedeutenden Problem, dass die Industrie schädigen könnte.

Großbritanniens EU-Austritt vorbereitet

Vor zwei Jahren – am 23. Juni 2016 – stimmten die Briten mit knapper Mehrheit für den Ausstieg aus der Europäischen Union. Die Trennung von der Staatengemeinschaft ist bereits für Ende März 2019 geplant.

„Einfach ausgedrückt gefährdet ein Szenario ohne Deal direkt die Zukunft von Airbus im Vereinigten Königreich.“

Tom Williams

Kurz vor der BMW-Warnung hatte Airbus im Falle eines harten Brexits ohne Abkommen mit dem Teil-Rückzug aus Großbritannien gedroht. „Einfach ausgedrückt gefährdet ein Szenario ohne Deal direkt die Zukunft von Airbus im Vereinigten Königreich“, erklärte der Leiter der Airbus-Verkehrsflugzeug-Produktion, Tom Williams. Falls das Land im kommenden März ohne Abkommen aus der EU aussteige und damit Binnenmarkt und Zollunion sofort verlasse, würde dies zu einer „schweren Störung und Unterbrechung“ der Produktion führen.

Nur wenig Rückendeckung für May

Die Brexit-Verhandlungen zwischen London und Brüssel verlaufen sehr schleppend. Ein Knackpunkt ist vor allem die künftige Grenze zwischen dem EU-Mitglied Irland und dem britischen Nordirland. May regiert seit der vorgezogenen Parlamentswahl 2017 nur noch mit einer hauchdünnen Mehrheit. Sie steht von mehreren Seiten unter Druck. Auch die Brexit-Hardliner ihrer Partei – darunter etwa Außenminister Boris Johnson – drohen immer wieder damit, sie zu stürzen.

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