mz_logo

Wirtschaft
Mittwoch, 26. September 2018 15° 1

Internet

Breitband: DIHK fordert mehr Tempo

Präsident Eric Schweitzer: „Wir müssen beim Netzausbau kreativer werden. Sonst kommen wir aus den Engpässen nicht heraus.“

Glasfaser-Kabeltrommel vor einem Verteilerkasten: Die Wirtschaft fordert mehr Tempo und weniger Bürokratie beim Ausbau. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert
Glasfaser-Kabeltrommel vor einem Verteilerkasten: Die Wirtschaft fordert mehr Tempo und weniger Bürokratie beim Ausbau. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert

Berlin.DIHK-Präsident Eric Schweitzer fordert mehr Tempo und weniger Bürokratie beim Ausbau des schnellen Internets. Der Chef des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) sagte der dpa: „Wir müssen beim Netzausbau auch kreativer werden. Sonst kommen wir aus den Engpässen nicht heraus.“

DIHK-Präsident Eric Schweitzer Foto: Bernd Von Jutrczenka/Archiv
DIHK-Präsident Eric Schweitzer Foto: Bernd Von Jutrczenka/Archiv

Beim Breitbandausbau schlage sowohl bei der Planung als auch bei der Verlegung der Glasfaserverbindungen der Fachkräftemangel zu. „Die Genehmigungsverfahren müssen entbürokratisiert, parallele Zuständigkeiten verschiedener staatlicher Ebenen entflochten werden. Wir können uns auch vorstellen, Glasfaser verstärkt über Micro-Trenching zu verlegen.“

Eric Schweitzer im großen MZ-Interview: hier.

Dabei müssten die Kabel nur mit einem schmalen Schnitt in den Asphalt gepresst und nicht aufwendig mit Erdaushub verbuddelt werden. „Das alles bringt mehr Tempo, das wir dringend brauchen“, sagte Schweitzer.

„Mittelfristig müssen wir im gesamten Land alle Gebäude und 5G-Mobilfunkstandorte an das Glasfasernetz anschließen.“

Eric Schweitzer

Der Schwerpunkt der neuen Bundesregierung, Gewerbegebiete vorrangig an das Glasfasernetz anzubinden, sei ein wichtiger Schritt. „Mittelfristig müssen wir im gesamten Land alle Gebäude und 5G-Mobilfunkstandorte an das Glasfasernetz anschließen. Auf diese Leitlinie sollte die Politik auch ihre Förderpolitik und den gesetzlichen Rahmen ausrichten.“ Die große Koalition will bis 2025 einen flächendeckenden Ausbau mit Gigabit-Netzen erreichen.

Entsorgungs-Unternehmer und DIHK-Chef

  • Eric Schweitzer

    Er ist seit März 2013 Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) – die Dachorganisation der Industrie- und Handelskammern. Gemeinsam mit seinem Bruder Axel führt der 52-Jährige das Berliner Entsorgungsunternehmen Alba Group, gebildet aus der Alba und der Interseroh. Schweitzer ist verheiratet, hat zwei Kinder und lebt in Berlin.

  • Der Besuch

    In Regensburg hielt der DIHK Ende März seine Vollversammlung ab. Dazu kamen die Präsidenten und Hauptgeschäftsführer der 79 IHKs zwei Tage lang. Die hiesige Kammer war im Rahmen ihres 175-jährigen Bestehens der Gastgeber.

Zum Start der neuen Regierung nach der langen Regierungsbildung sagte Schweitzer: „Ich bin erleichtert, dass es nun endlich losgegangen ist.“ Es gebe eine Reihe drängender Themen. Der DIHK-Präsident nannte neben der Digitalisierung die Bildungspolitik sowie eine betriebsnahe praktische Aus- und Weiterbildung. Er bekräftigte zudem die Forderung nach einem wettbewerbsfähigen Steuersystem. „Das ist aus unserer Sicht auch überfällig. Denn wir drohen sonst im direkten Vergleich zu Ländern wie den USA, Frankreich und Großbritannien ins Hintertreffen zu geraten.“

Hier geht es zur Wirtschaft.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht