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Chancen der grünen Geldanlage

Die Prokon-Pleite hat viele Anleger verunsichert, offenbar aber nicht die deutschen Versicherer. Die investieren kräftig.

Geht die Sonne für grüne Geldanlagen auf oder unter?
Geht die Sonne für grüne Geldanlagen auf oder unter? Foto: Anton

Welche Anlageoptionen gibt es bei alternativen Energien?

Grundsätzlich unterscheiden sich die Anlagemöglichkeiten nicht von anderen Branchen. Man kann sich über gemischte Fonds an verschiedenen Unternehmen beteiligen. Dabei wird beispielsweise unterschieden zwischen offenen und geschlossenen Fonds. Außerdem gibt es direkte Beteiligungen über Aktien, Genussscheine und Darlehen. Ein weiteres Modell sind sogenannte Energie-Genossenschaften.

Welche Risiken gibt es bei der Investition in die Erneuerbaren?

Zunächst einmal ist es möglich, dass der Energieertrag bei Biogas, Windenergie und Photovoltaik unter den Prognosen bleibt und die Kraftwerke so weniger Gewinn abwerfen. Ein weiterer Grund, warum alternative Energien bei manchen Anlegern weniger beliebt geworden sind, liegt im Hin und Her der Energiepolitik der vergangenen Jahre.

Und welche Anlageform eignet sich am besten?

Das kommt auf die Risikofreude der Anleger an. Laut Peter Brandstaeter vom Finanzberatungszentrum Fonds Laden in Regensburg sind Investmentfonds die beste Anlageform im Bereich der Alternativen Energien. Offene Fonds gelten als vergleichsweise risikoarm. Bei geschlossenen Fonds sind die versprochenen Renditen meist höher. Allerdings gilt diese Anlage als wenig transparent. Matthias Schmid von der Verbraucherzentrale Bayern sagt dazu: „Die Prospekte für geschlossene Fonds haben bis zu 200 Seiten. Das liest sich niemand durch.“

Wie sieht es mit Direktbeteiligungen aus?

Diese Form der Geldanlage hat in den vergangenen Jahren einen schlechten Ruf bekommen, nicht zuletzt durch die Prokon-Pleite. Während Unternehmensaktien ein Mitspracherecht sowie die Verkaufsoption beinhalten, ist man bei Nachrangsdarlehen und Genussscheinen stiller Kreditgeber. Die Renditen sind hier meist höher, aber es besteht auch die Gefahr, das investierte Geld komplett zu verlieren. Stephan Greger, Fachanwalt für Kapitalmarktrecht aus Regensburg, warnt vor Nachrangsdarlehen als „die bis dato verbliebene Möglichkeit im wesentlichen unreguliert und ohne staatlich Aufsicht Anlegergelder einzuwerben“. Zwar gilt mit dem Kleinanlegerschutzgesetz vom Juli 2015 auch für Nachrangsdarlehen die Prospektpflicht. Trotzdem mahnt Vbz-Experte Schmid, sich die betreffenden Unternehmen genau anzuschauen. Bei allem Risiko seien aber auch Nachrangsdarlehen eine legitime Form der Finanzierung. Energie-Genossenschaften, erklärt Brandstaeter, eignen sich vor allem im Gemeindebereich. So kann die die Bevölkerung vor Ort beteiligt werden.

Lohnt es sich überhaupt noch, in Erneuerbare zu investieren?

Zumindest die deutschen Versicherer scheinen das zu glauben. Allianz und Ergo beispielsweise nehmen für Investitionen in Windkraft und Photovoltaik immer mehr Geld in die Hand. Mit durchschnittlich fünf bis sechs Prozent lieferten sie eine höhere Rendite als viele andere Anlagen. Die Versicherer hoffen in Zeiten des Anlagennotstands, so ihre Lebensversicherungen finanzieren zu können. (ma/dpa)

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