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Conrad: Geschäftsführer verlässt Konzern

Holger Ruban, der maßgeblich das B2B-Konzept des Oberpfälzer Unternehmens aufgebaut hat, geht überraschend neue Wege.

Der scheidende CEO Holger Ruban (r.) bei einer Pressekonferenz mit Werner Conrad im vergangenen Jahr in Hirschau. Foto: Stöcker-Gietl
Der scheidende CEO Holger Ruban (r.) bei einer Pressekonferenz mit Werner Conrad im vergangenen Jahr in Hirschau. Foto: Stöcker-Gietl

Hirschau.Das Oberpfälzer Familienunternehmen Conrad verliert seinen Geschäftsführer. Wie Conrad am Mittwoch per Presseinformation verbreiten ließ, verlässt CEO Holger Ruban „in bestem Einvernehmen“ den Konzern Ende April. Ob sich Ruban selbst zu diesem Schritt entschlossen hatte, geht aus der nur wenige Zeilen umfassenden Meldung nicht hervor. Gesellschafter und Verwaltungsrat „bedauerten“ den Weggang, heißt es. Fünf Jahre war Ruban insbesondere für den Aufbau des Business to Business-Geschäftes (B2B) zuständig. Sein Ausscheiden kam wohl überraschend, denn zunächst wird Werner Conrad, der Verwaltungsratsvorsitzende der Conrad Electronic SE, die Aufgabenbereiche mit übernehmen. Noch vor zwei Tagen erschien in der Elektronik-Wochenzeitung „Markt & Technik“ ein Interview mit Ruban über den B2B-Bereich bei Conrad Electronic, für Juni ist er als Referent für den Zukunftskongress zur Digitalisierung der Industrie angekündigt. Dort sollte er die Conrad-Konzepte in Zeiten von Amazon und Alibaba vorstellen.

Gerüchte über Conrad-Verkauf vom Tisch

Im vergangenen Jahr hatte Conrad Electronic bundesweit Schlagzeilen gemacht, weil Gespräche über einen möglichen Verkauf des seit 1923 bestehenden Familienunternehmens mit Sitz in Hirschau (Lkr. Amberg-Sulzbach) geführt wurden. Die sind aber längst vom Tisch. Dass man strategische Partner ins Boot holen könnte, schloss Werner Conrad bei einem Gespräch mit regionalen Medien im vergangenen Jahr nicht aus. In einem Interview mit dem „Handelsblatt“ im Februar konkretisierte Conrad seine Überlegungen. Seit seinem Wechsel vom CEO an die Spitze des Verwaltungsrates bereite er das Unternehmen auf eine mögliche verringerte Rolle der Familie vor, da seine einzige Tochter erst 19 Jahre alt sei und er sie nicht in die Nachfolge drängen wolle. Er betonte aber auch, dass Conrad kein reines Finanzmanagement nötig habe. „Wir haben eine Eigenkapitalquote von mehr als 80 Prozent.“

Unternehmensspitze neu sortieren

Nun muss sich das Unternehmen auch an der Spitze neu sortieren und einen neuen Geschäftsführer suchen. Bis dahin übernehmen neben Werner Conrad James Bell, Aleš Drabak, Jürgen Groth, Klaus Mittermayr und Virpy Richter das Ruder. Das Unternehmen, das mehr als 1,2 Millionen Artikel von Herstellern und Distributoren für Businesskunden sowie rund 750 000 Artikel für Privatkunden online und deutschlandweit in mehr als 20 Filialen anbietet, will in den kommenden Jahren einen neuen Fokus auf den Bereich Smarthome setzen und die Vernetzung von Haushaltsgeräten und Dienstleistungen vorantreiben. Weltweit arbeiten rund 3900 Mitarbeiter für Conrad Electronic.

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