MyMz
Anzeige

Continental verzeichnet Umsatzeinbußen

Die Zahlen des ersten Quartals liegen weit hinter den Vorjahreszahlen. Dem Automobilzulieferer macht Corona zu schaffen.

Im ersten Quartal hatte Continental mit der Pandemie in China zu kämpfen, im zweiten Quartal folgen die Auswirkungen der Verbreitung in Europa und Amerika. Foto: Julian Stratenschulte/dpa
Im ersten Quartal hatte Continental mit der Pandemie in China zu kämpfen, im zweiten Quartal folgen die Auswirkungen der Verbreitung in Europa und Amerika. Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Hannover.Umsatz und Gewinn von Continental sind im ersten Quartal deutlich zurückgegangen. Grund hierfür ist einer Pressemitteilung zufolge vor allem der durch das Coronavirus hervorgerufene Produktionsstopp in China und die damit verbundenen Auswirkungen. So sank im Berichtszeitraum die Produktion von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen in China nach aktuellen Schätzungen um rund 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auch die Märkte in Europa (rund minus 20 Prozent) und Nordamerika (rund minus zehn Prozent) erwiesen sich als schwach. Weltweit verringerte sich die Automobilproduktion im Berichtszeitraum um rund 25 Prozent auf insgesamt 17,3 Millionen Stück.

Entscheidung

Conti verschiebt Abspaltung von Vitesco

Continental legt die für dieses Jahr geplante Abspaltung der Antriebssparte Vitesco wegen der Corona-Krise zunächst auf Eis.

In absoluten Zahlen entspricht der Rückgang weltweit rund 5,7 Millionen weniger produzierten Fahrzeugen im Vergleich zum Vorjahr. Wie das Technologieunternehmen bereits bei der Vorlage von Kennzahlen zum ersten Quartal am 27. April 2020 bekannt gegeben hatte, lag der Umsatz bei 9,8 Milliarden Euro (Q1 2019: elf Milliarden Euro) und damit 10,9 Prozent unter dem Vorjahr. Organisch betrachtet, also ohne den Einfluss von Konsolidierungskreis- und Wechselkursveränderungen, ergibt sich ein Rückgang von ebenfalls 10,9 Prozent. Das bereinigte EBIT ging auf 432 Millionen Euro zurück (Q1 2019: 884 Millionen Euro) und fiel damit rund halb so hoch aus wie im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Die bereinigte EBIT-Marge lag bei 4,4 Prozent (Q1 2019: 8,1 Prozent).

Continental erwartet weitere Einbußen

Das zweite Quartal wird für Continental umsatz- und ertragsseitig voraussichtlich das schwächste Quartal des laufenden Geschäftsjahres werden. Grund hierfür sind die Folgen der Coronavirus-Pandemie in Europa und Amerika, die sich erst im zweiten Quartal richtig bemerkbar machen werden. „Die finanziellen Auswirkungen der Corona-Pandemie werden im zweiten Quartal noch deutlich spürbarer zu Buche schlagen. In normalen Zeiten erzielen wir drei Viertel unseres Umsatzes in Europa und Nordamerika. Beide Regionen sind jedoch seit Ende März stark von den Folgen der Pandemie betroffen, während sich die Automobilproduktion in China wieder stabilisiert“, sagte Dr. Elmar Degenhart, Vorstandsvorsitzender von Continental. Mit Blick auf die derzeitige Verteilung unterstrich er Continentals Absicht, ihre Einnahmen weiter auszubalancieren und ihren Anteil in Asien mittelfristig auf 30 Prozent vom Konzernumsatz zu erhöhen.

Wie Continental Ende April bereits mitgeteilt hatte, ist aufgrund der fortwährenden starken Dynamik der Entwicklung derzeit nicht abzusehen, wann ein detaillierter Ausblick für 2020 gegeben werden kann. Für das Gesamtjahr rechnet das DAX-Unternehmen jedoch damit, dass Umsatz und Ertrag deutlich hinter den Vorjahreswerten zurückbleiben.

Investitionen auf Eis gelegt

Continental hat im ersten Quartal seine Kostendisziplin nochmals verstärkt. Nicht dringend erforderliche Projekte und Investitionen werden bis auf Weiteres verschoben. Für das laufende Geschäftsjahr strebt das Unternehmen an, seine Investitionen um mindestens 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu senken. „Das wirtschaftliche Umfeld hat sich seit Anfang März wegen der Corona-Pandemie noch einmal deutlich verschlechtert. Wir haben daher den Druck auf die Kostenbremse noch einmal weiter erhöht. Die Notwendigkeit aller Ausgaben und Investitionen zum jetzigen Zeitpunkt prüfen wir ganz genau. Es geht uns hierbei um Einsparungen mit sofortiger Wirkung. In unseren Zahlen wird dies ab dem zweiten Quartal verstärkt sichtbar werden. Wichtige Entwicklungsprojekte sowie Vorbereitungen für bevorstehende Serienanläufe treiben wir mit voller Kraft weiter voran“, erläuterte Wolfgang Schäfer, Finanzvorstand von Continental.

Weitere Wirtschaftsnachrichten lesen Sie hier.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht