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Sonntag, 23. September 2018 24° 6

Verkehr

Das bedeutet das Diesel-Verbot

Welche Konsequenzen hat die Entscheidung in Hamburg für wen? Sieben Antworten – und welche Ausnahmen es gibt.
Von Martin Fischer, dpa

In Hamburg gilt an der Max-Brauer-Allee demnächst ein Fahrverbotsschild für Lastwagen mit Diesel-Motor bis Euro 5. Foto: Daniel Bockwoldt/dpa
In Hamburg gilt an der Max-Brauer-Allee demnächst ein Fahrverbotsschild für Lastwagen mit Diesel-Motor bis Euro 5. Foto: Daniel Bockwoldt/dpa

Welchen Fahrzeugen wird die Durchfahrt verboten?

Die Durchfahrtsbeschränkungen – im Hamburger Senat meidet man das Wort Fahrverbot – gilt ab Donnerstag kommender Woche für alle Dieselfahrzeuge, die nicht die Abgasnorm Euro-6 erfüllen. Während sie auf der einen Straße sowohl ältere Diesel-Pkw als auch Lkw betrifft, dürfen auf dem zweiten Straßenabschnitt Pkw weiter unabhängig von ihrer Schadstoffklasse fahren. Nur Lkw müssen dort draußen bleiben.

Wo gilt das Fahrverbot in Hamburg genau?

Im Stadtteil Altona-Nord auf einem rund 580 Meter langen Abschnitt der Max-Brauer-Allee und für Fahrzeuge mit einem Gesamtgewicht von über 3,5 Tonnen auf 1,6 Kilometern der Stresemannstraße. Beide Straßen sind dicht bebaut und an beiden finden sich Messstationen, die die Luftqualität überwachen und seit Jahren Stickoxidbelastungen über dem Grenzwert ausweisen. Die Stresemannstraße ist eine der wichtigsten Ost-West-Verbindungen in Hamburg und wird stark vom Schwerlastverkehr frequentiert.


Wird die Luftqualität durch das Fahrverbot wirklich besser?

Dabei gehen die Meinungen auseinander. Während der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und die Hamburger Oppositionsparteien CDU und FDP dem Grünen Umweltsenator Jens Kerstan vorwerfen, den Verkehr und die mit ihm verbundenen Emissionen nur in die umliegenden und nicht von Messstationen überwachten Straßen zu verdrängen, geht der Senator von einem positiven Effekt aus. Dies soll auch dadurch erreicht werden, dass betroffene Fahrzeuge über Routen umgeleitet werden, in denen aufgrund einer anderen Bebauung eine bessere Luftzirkulation für weniger belastete Luft sorgen soll.

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Wie viele Fahrzeuge werden davon betroffen sein?

Hunderttausende Diesel-Fahrzeuge von Hamburgern, Pendlern, Berufskraftfahrern und Reisenden. Laut Kraftfahrt-Bundesamt waren allein in der Hansestadt zum Jahresanfang 264 406 Diesel-Pkw zugelassen. Davon erfüllten 96 356 Wagen die sauberste Euro-6-Norm, 80 803 die Euro-5-Norm, die anderen Euro-4 und noch schlechter. Betroffen sind von dem Fahrverbot in der Max-Brauer-Allee somit schon gut 168 000 Hamburger Diesel-Pkw, die nicht die Euro-6-Norm schaffen.

Dürfen Anwohner weiter bis vor die Haustür fahren?

Ja, denn für Anwohner gilt das Fahrverbot nicht, auch nicht für ihre Besucher und andere Anlieger. So können beispielsweise Kunden auch mit älteren Diesel-Fahrzeugen noch Geschäfte oder Praxen in der Verbotszone ansteuern. Auch Müllwagen, Lieferfahrzeuge, Linienbusse und Taxis, sofern sie Passagiere aufnehmen oder absetzen, haben weiter freie Fahrt.

Was droht denjenigen, die gegen die Regelung verstoßen?

In den ersten Tagen nach Inkrafttreten des Fahrverbots will die Polizei die Autofahrer zunächst nur informieren und deswegen auch noch keine Bußgelder verhängen. Später wird sich das aber ändern: Dann kostet ein Verstoß ein Verwarn- oder Bußgeld von 25 Euro für Pkw und 75 Euro für Lkw.

Wie wird das Fahrverbot durchgesetzt?

Für die Überwachung der Einhaltung müssen die Polizeibeamten einen Blick in die Fahrzeugpapiere werfen, weil den Autos in der Regel nicht anzusehen ist, welche Abgasnorm sie erfüllen. Eine spezielle Plakette, die die Euro-6-Norm ausweist, gibt es in Hamburg nicht.

Wo findet man die Schadstoffklasse?

  • Schadstoffklasse:

    In der Diskussion um Fahrverbote für Diesel spielt sie eine entscheidende Rolle. Die Klasse lässt sich im Fahrzeugschein ablesen. In der seit Oktober 2005 geltenden Zulassungsbescheinigung Teil 1 weist der Punkt 14 darauf hin, erklärt der ADAC. Im alten Fahrzeugschein finden Autofahrer die Info unter Punkt 1.

  • Schlüsselnummern:

    Auch sie geben unter den Punkten „zu 1“ beziehungsweise „14.1“ Hinweise, die sich anhand von Tabellen entschlüsseln lassen. Die zwei Endziffern 00 bis 88 stehen demnach für Euro 1 bis Euro 4 und die Kombinationen 35AO bis 35MO für Euro 5. Alle Kombinationen ab 36AA weisen auf Euro-6-Autos hin.

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