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Den Muskel Disziplin kann man trainieren

Beim Wissensforum der MZ verbindet Marc Gassert fernöstliches und westliches Wissen – etwa um dem Geheimnis des Erfolgs auf die Spur zu kommen.
Von Ralf Strasser, MZ

Marc Gassert hat in München und Tokio studiert, besitzt Meistergrade in Karate, Taekwondo und Shaolin Kung Fu. Foto: Lex

Regensburg.Wir hätten es gerne leicht. Im Beruf, beim Verfolgen eigener Ziele, in der Familie und überhaupt wollen wir erfolgreich sein. Nichts leichter als das, sagt Marc Gassert: Einfach tun, was man sich vorgenommen hat. So simpel ist es natürlich nicht, doch mit einem Wissensvorsprung durchaus möglich. Die Mittelbayerische Zeitung hat zusammen mit der Wirtschaftszeitung dafür eine sechsteilige Seminarreihe aufgelegt und dazu Experten eingeladen.

Marc Gassert ist so einer. Der blonde Shaolin wird er genannt, durchtrainiert, eloquent, humorvoll. Er hat in München und Tokio studiert, besitzt Meistergrade in Karate, Taekwondo und Shaolin Kung Fu, spricht sechs Sprachen fließend. Er hat sich dem Wissenstransfer zwischen fernöstlicher und westlicher Kultur verschrieben. Sein interaktiver Vortrag beginnt mit einer Demonstration. Zuhörer Felix lässt er mit 50 Euro Belohnung in Aussicht in Extremstellung gehen. Drei Minuten Becken senken und Beine parallel kurz über dem Boden.

Das Geheimnis besonderer Leistung

Felix übersteht es, dank der klatschenden Mithilfe der zahlreichen Zuhörer. Hat das Belohnungssystem geholfen? Oder geht’s nur mit Motivation von außen? Eiserner Wille oder Energetik? „In jedem von uns steckt das Qi, die Lebens- und Willenskraft“, betont Gassert. Doch Vorsicht, Substanzverlust droht: Entscheidungen, widersprüchliche Ziele, Konflikte, Stress, Sorgen, Angst, Aggression oder Perfektionismus. „Alles Faktoren, die uns das Qi kosten“, sagt er – nicht nur privat. „Amerikanische Unternehmen motivieren mit dem Angstprinzip ‚fire and hire‘. Das kann nicht funktionieren, Angst frisst Hirn.“ Auch das Streben nach Perfektionismus in deutschen Unternehmen kann sich als Kraftsauger entpuppen – aus der Angst heraus, nicht gut genug zu sein. Doch wie kann man den Einfluss dieser Faktoren mindern? „Gehen sie ins Kloster“, schmunzelt Gassner. „Ich habe es getan, und ich kann Ihnen sagen, es hilft nicht.“ Richtige Antwort: „Disziplin hilft uns unsere Ziele zu erreichen.“ Und: „Disziplin ist ein Muskel, den man auch trainieren kann.“

Wie das geht, erklärt Marc Gassert mit viel Humor und erstaunlichen Thesen. „Wenn sie auf einer To-Do-Liste 13 Dinge abarbeiten wollen, nehmen Sie zuerst die leichteren. Das motiviert, gibt Schwung und man läuft nicht Gefahr gleich an den schwierigeren Dingen zu scheitern. Nicht das Anfangen wird belohnt, sondern das Durchhalten.“

Vorbild China

In der westlichen Welt gelten Enthaltsamkeit, Vorbilder, Wettbewerb oder Rituale als förderlich in Sachen Disziplin. In der asiatischen Welt ist es das Tao, was soviel heißt wie „Augen auf, Kopf einschalten und voranschreiten“. Ein System das hilft, vor allem wenn es im Team gemacht wird. „Chinesische Unternehmen sind deshalb erfolgreich, weil sie dieses Team als Ressourcen nützen“, erklärt Gassert.

Wu Wei ist ein anders Prinzip: Handeln durch nichthandeln. „Wer viel Kraft vergeuden will, geht durch die Wand, der Kluge benützt den Türgriff.“ Am Ende bleibt die Mutter aller Disziplin: Das Qi Gong. „Pflege deine Lebensenergie“, sagt Gassert. „Alles, was einem gut tut – das ist Qi Gong. Mit dem Wissen, dass daraus Kraft generiert wird und wie man sie speichert und nützt, kommt man zum Erfolg.

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