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Die Haushalte zahlen mehr für Ökostrom

Die vier Übertragungsnetzbetreiber erhöhen die Umlage auf ein Rekordniveau. Dafür hagelt es Kritik aus der Industrie.

Die Ökostrom-Umlage als Teil des Strompreises steigt auf ein Rekordniveau.
Die Ökostrom-Umlage als Teil des Strompreises steigt auf ein Rekordniveau. Foto: dpa

Berlin.Die Industrie und die Grünen machen Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) für steigende Kosten bei der Energiewende verantwortlich. Industrie-Präsident Ulrich Grillo warf Gabriel wegen des Anstiegs der Ökostrom-Umlage auf Rekordhöhe vor, dessen versprochene Kostenbremse sei „Wunschdenken“ gewesen. „Die hohe Belastung des Produktionsfaktors Strom gefährdet unsere Industrien“, sagte Grillo.

Zuvor hatten die vier Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz, Tennet, Amprion und TransnetBW am Donnerstag offiziell bestätigt, dass die Umlage zur Förderung der erneuerbaren Energien (EEG) für 2016 von derzeit 6,170 Cent um drei Prozent auf 6,354 Cent pro Kilowattstunde zulegt. So hoch war die Abgabe noch nie. Die Folgen für die Strompreise sind offen. Würden die Stromkonzerne zuletzt gefallene Börsenstrompreise voll an ihre Kunden weitergeben, wären sogar sinkende Preise denkbar. 2014 war die EEG-Umlage, die etwa ein Viertel des Strompreises ausmacht, noch erstmals zurückgegangen.

Auf Verbraucher abgewälzt

Nach Angaben der Netzbetreiber werden im nächsten Jahr für den Ausbau der Erneuerbaren 22,88 Milliarden Euro auf Verbraucher und Firmen abgewälzt. Die Energie-Expertin der Grünen, Julia Verlinden, meinte, der Anstieg der Umlage wäre vermeidbar gewesen. „Er kommt hauptsächlich daher, dass Wirtschaftsminister Gabriel es nicht geschafft hat, die Überflutung des Strommarktes mit schmutzigem Kohlestrom einzudämmen.“ Durch viel Kohlestrom komme es zu einem Überangebot und zu sinkenden Börsenpreisen - die Differenz dazu gleicht die Umlage aus, weil die Betreiber von Ökostrom-Anlagen eine auf 20 Jahre garantierte feste Vergütung erhalten. (dpa)

Die Ökostrom-Umlage

  • Grundlage:

    Im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ist geregelt, dass der Ausbau des Ökostroms vor allem über eine Abgabe der Stromkunden in Privathaushalten und Industrie zu finanzieren ist. Betreiber einer Solar-, Windkraft-, Wasserkraft- oder Biogasanlage erhalten nach dem Anschluss ans Netz für einen Zeitraum von 20 Jahren eine Marktprämie oder eine feste Vergütung garantiert.

  • Berechnung: Davon wird der für den Strom erzielte Preis abgezogen, der Rest wird über die sogenannte EEG-Umlage ausgeglichen. Sie macht derzeit etwa ein Fünftel des Strompreises für Haushaltskunden aus. Die vier deutschen Netzbetreiber legen die Umlagen-Höhe jeweils zum 15. Oktober aufgrund einer Prognose der Einnahmen und Ausgaben für das Folgejahr fest. (dpa)

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