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Finanzen

EZB belässt Leitzins auf Rekordtief

Der Leitzins im Euroraum bleibt auf Rekordtief von 0,05 Prozent. Das beschloss der EZB-Rat am Donnerstag.

Der Leitzins bleibt auf einem Rekordtief von 0,05 Prozent. Foto: dpa
Der Leitzins bleibt auf einem Rekordtief von 0,05 Prozent. Foto: dpa

Frankfurt.Die Europäische Zentralbank (EZB) hält an ihrer Politik der extrem niedrigen Zinsen fest. Wie erwartet beschloss der EZB-Rat am Donnerstag bei seiner auswärtigen Sitzung auf Malta, den Leitzins im Euroraum auf dem Rekordtief von 0,05 Prozent zu belassen. Das teilte die Notenbank mit. Damit bleibt Zentralbankgeld für Geschäftsbanken außergewöhnlich günstig.

Seit März versuchen die Währungshüter, die Konjunktur und den Preisauftrieb zusätzlich mit einem gewaltigen Kaufprogramm anzuschieben: Monatlich 60 Milliarden Euro sollen in Staatsanleihen und andere Vermögenswerte investiert werden, insgesamt 1,1 Billionen Euro bis September 2016 – mindestens. Bis zum 16. Oktober hat die EZB in diesem Rahmen allein Staatsanleihen im Gesamtvolumen von knapp 371 Milliarden Euro erworben.

Das frische Geld kommt im Idealfall über Geschäftsbanken in Form von Krediten bei Unternehmen und Verbrauchern an. Das soll Investitionen und Konsum anschieben und so die Konjunktur in Schwung bringen und die Inflation anheizen.

Die Teuerung im Euroraum ist jedoch weiterhin weit vom EZB-Ziel von knapp unter 2,0 Prozent entfernt. Im September sank die Inflation auf minus 0,1 Prozent nach plus 0,1 Prozent im August. Das lag vor allem am erneuten Absturz der Ölpreise.

EZB-Präsident Mario Draghi hat bereits angekündigt, dass die Notenbank die Geldschleusen noch weiter öffnen könnte: „Wir haben den Willen und die Fähigkeit zu reagieren, falls dies notwendig ist.“ Das Kaufprogramm könne im Umfang ausgedehnt oder zeitlich gestreckt werden.

Kritiker zweifeln allerdings an der Wirkung dieser Geldschwemme. „Für die Märkte kann es nie genug sein. Für die Realwirtschaft würde ein Aufstocken des Anleiheprogramms im Augenblick allerdings wenig bringen“, betonte ING-Diba-Chefvolkswirt Carsten Brezski. „Es hätte viel mehr den Anschein einer Verzweiflungstat.“

Auch Bundesbankpräsident Jens Weidmann sieht in der schwachen Preisentwicklung keinen Anlass für eine weitergehende geldpolitische Lockerung: „Ich rate dazu, nicht in hektischen Aktionismus zu verfallen und jetzt Kurs zu halten.“ (dpa)

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