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Freiraum für Wachstum

Die Wirtschaft floriert, die Auftragslage ist gut, aber die Aussichten sind getrübt.
Dr. Jürgen Helmes, IHK-Hauptgeschäftsführer

Die aktuelle Konjunkturumfrage der IHK Regensburg für Oberpfalz/Kelheim bestätigt die gefühlte Lage: Die Wirtschaft floriert, die Auftragslage ist gut, aber die Aussichten sind getrübt. Protektionismus, drohende Handelskriege, das geplatzte Atomabkommen mit Iran, angedrohte Sanktionen, fehlende Planungssicherheit beim Brexit – die Liste an realen und drohenden Einschränkungen lässt sich fast beliebig erweitern. Besonders unangenehm dabei ist, die Unternehmen haben kaum Möglichkeiten, darauf Einfluss zu nehmen.

Der Fachkräftemangel belastet die Unternehmen ganz konkret. Nicht wenige Unternehmen können wegen fehlenden Personals nicht so stark wachsen, wie es die Nachfrage erlauben würde. Natürlich können wir nicht kurzfristig die passenden Fachkräfte herbeizaubern, aber wir sollten mittel- und langfristig die vorhandenen Potenziale ausschöpfen. Aus- und Weiterbildung sind dabei wichtige Schritte. Familienfreundliche Strukturen im Unternehmen sowie die Anwerbung und Integration ausländischer Fachkräfte stellen weitere Bausteine dar, die Lücke zu schließen.

Mit deutlichem Unverständnis sehen wir in der Konjunkturumfrage, dass auch fehlende Erweiterungsflächen die regionalen Unternehmen in ihrem Wachstum bremsen. Vorausschauende Liegenschaftspolitik ist ein zentraler Bestandteil aktiver Wirtschaftsförderung. Diese darf nicht an Kommunengrenzen enden. Interkommunale Gewerbegebiete und andere Formen der Kooperation brauchen lediglich den guten Willen auf beiden Seiten. Die Argumente gegen neue Gewerbeflächen, ein übermäßiger Flächenverbrauch und die Versiegelung des Bodens durch die Wirtschaft, sind schlichtweg falsch. Dem Bayerischen Landesamt für Statistik zufolge nehmen Gewerbe und Industrie zusammen nur ein Prozent der Gesamtfläche des IHK-Bezirks in Anspruch, Grünflächen inklusive.

Aktives Flächenmanagement zu fördern, verspricht dabei wesentlich mehr Erfolg, als starre Obergrenzen und Verbote zu erlassen, die die Planungshoheit der Kommunen einschränken. An der weltwirtschaftlichen Lage können wir nichts ändern, umso dringender ist es, dass die Politik ihre Hausaufgaben macht und Planungssicherheit sowie Gestaltungsfreiraum für die Unternehmen schafft.

Die Außenansicht gibt die subjektive Meinung des Autors wieder und nicht unbedingt die der Redaktion.

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