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Für BMW Regensburg besteht keine Gefahr

Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite äußern sich zu einem Medienbericht, in dem über Umstrukturierungen und einen Jobabbau in Bayern spekuliert wird.
Von Christine Hochreiter, MZ

Regensburg.„Als völlig aus der Luft gegriffen“ bezeichnet BMW-Pressesprecherin Martina Grießhammer Spekulationen einer Regensburger Wochenzeitung. Diese hatte berichtet, in Bayern – konkret in Regensburg und Dingolfing – könnten durch Umstrukturierungen bis zu 4000 Arbeitsplätze in Gefahr sein. Der Hintergrund seien Verlagerungen von Produktionslinien und damit einhergehend „offenbar frei werdende Kapazitäten“.

In einer Stellungnahme aus der Münchner BMW-Zentrale heißt es: Als einen wichtigen Schritt zur Umsetzung einer globalen Wachstumsstrategie baue BMW die Fertigungskapazitäten aus. Die Zusammenarbeit mit dem Auftragsfertiger Magna Steyr werde auch nach Auslaufen des derzeitigen Auftrags zur Produktion der Modelle Mini Countryman und Mini Paceman fortgesetzt. Welche Marke und welches Modell dann gefertigt würden, werde BMW „zu einem späteren Zeitpunkt kommunizieren“. Der neue Mini, dessen Produktion im November 2013 im Mini-Werk Oxford startete, werde ab Sommer auch in den Niederlanden gebaut.

Rätselhafte Spekulationen

Die Wochenzeitung will von Insidern erfahren haben, dass die Produktion des Mini Countryman von Magna im österreichischen Steyr in die Niederlande verlagert werden soll. Die frei werdenden Kapazitätem wolle BMW nutzen, um dem Dingolfinger Werk die Produktion der 6er-Limousinen zu nehmen. Dies habe Auswirkungen auf bis zu 4000 Jobs. Was das mit dem Regensburger Werk zu tun haben könnte, bleibt völlig rätselhaft. Das Anzeigenblatt lapidar: „Wenn es bei BMW Umstrukturierungen gibt, dann ist oft eine ganze Region massiv betroffen.“

Die Regensburger Pressesprecherin Martina Grießhammer verweist darauf, dass seit dem Produktionsstart 1986 rund vier Milliarden Euro in den Standort investiert wurden – allein 2013 knapp 280 Millionen Euro. Derzeit rüste sich das Werk für ein neues Modell der unteren Kompaktklasse, das ab dem nächsten Jahr von den Bändern rollen soll. Dafür werde 2014 erneut ein dreistelliger Millionenbetrag investiert. Nicht jeder Werksausbau und jede Investition seien zwangsläufig mit einem Personalaufbau verbunden. Dennoch gelte, dass BMW mit jeder Investition den Standort für anstehende Aufgaben fit mache und damit auch die Beschäftigung sichere. Daher sei jede weitere mögliche Investition ein deutliches Bekenntnis und wichtiges Signal des Unternehmens für das Werk Regensburg und für die Region.

Überlegungen, an welchem Standort welche Modelle in einigen Jahren gebaut werden, seien an der Tagesordnung. Spekulationen zu künftigen Personalstrukturen aufgrund interner Überlegungen, wo welches Fahrzeug in einigen Jahren gebaut werden könnte, kommentiere BMW grundsätzlich nicht. Grießhammer: „Wir können nur bestätigen, dass am Standort Regensburg in den vergangenen Jahren wie auch dieses Jahr neue Investitionen stattfinden und Mitarbeiter eingestellt wurden und werden.“

Arbeitskosten sollen sinken

Der Regensburger Betriebsratsvorsitzende Werner Zierer sagte der MZ, die Arbeitnehmervertretung gehe davon aus, dass das Unternehmen den Standort, der zu den leistungsfähigsten im Werkverbund gehöre, weiterhin optimal auslasten werde. Schließlich habe BMW in der Oberpfalz auch sehr viel Geld investiert.

Allerdings sei der neu konstituierte Betriebsrat zu Gesprächen darüber aufgefordert worden, wie die Arbeitskosten am Standort gesenkt werden können. Davon hänge unter anderem wohl auch ab, ob ein zusätzliches Modell in Regensburg vom Band laufen könne. Dies betreffe allerdings erst 2018. In diesem Jahr würden die Stückzahlen produktbedingt deutlich nach unten gehen. Zierer: „Mit einem neuen Modell könnten wir das ausgleichen.“ Bis zum Jahr 2018 sieht der Betriebsrat für das Werk derzeit aber keine Gefahr.

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