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Messe

Gamescom: Retro und Indie waren der Hit

Die Gamescom gewinnt an Bedeutung. Die Hersteller nutzen sie für große Ankündigungen. Besucher freuten sich über mehr Platz.
Von Paul Bockholt

Anstehen gehörte dazu – hier warten Messebesucher auf der Gamescom auf die Gelegenheit, „Borderlands“ zu versuchen. Foto: Oliver Berg/dpa
Anstehen gehörte dazu – hier warten Messebesucher auf der Gamescom auf die Gelegenheit, „Borderlands“ zu versuchen. Foto: Oliver Berg/dpa

Köln.Nach einer Woche Intensiv-Zocken für Gamer, Intensiv-Networken für Fachbesucher und Intensiv-Arbeit für Aussteller und Mitarbeiter kehren mehr als 373 000 Besucher aus der ganzen Welt mit einem Lächeln im Gesicht und der ein oder anderen Erkältung wegen der schlechten Messe-Luft von der Computerspiel-Messe Gamescom nach Hause zurück. Es war ein bisschen weniger eng als noch im vergangenen Jahr: Bei 3000 Besuchern mehr wurden rund 18 000 Quadratmeter Messefläche hinzugenommen, was sich teils positiv auf die Verteilung der Gäste auswirkte. Das änderte nichts daran, dass sich doch der eine oder andere manchmal wie in einer Sardinenbüchse vorkam, vor allem an den Ständen der großen Aussteller wie Sony und Microsoft. Aber das ist eben auch Gamescom-Feeling.

Ein heiß diskutierter Gast war dieses Jahr Axel Voss. Der hatte sich bei internetaffinen Europäern und damit auch der deutschen Gaming-Community nicht gerade beliebt gemacht, als er als politische Symbolfigur für die Durchsetzung des Artikels 13 Anfang 2019 auftrat. Sein Besuch bei der Gamescom wurde aber allgemein eher als positiv aufgefasst, denn: Politische Aufmerksamkeit ist wichtig für die Gaming-Branche in Deutschland.

Die Wirkung der Gamescom

Weltweit haben Videospiele andere Entertainmentprodukte wie Film und Fernsehen zuletzt, gemessen am Umsatz, teils überholt. Das Spiel „Grand Theft Auto V“ (GTA V) ist das erfolgreichste Entertainment-Produkt aller Zeiten.

Trotzdem wurde die deutsche Branche in den vergangenen Jahren teils noch stiefmütterlich behandelt. Eine positive Entwicklung stellte sich nicht zuletzt durch den Erfolg von öffentlichkeitswirksamen Veranstaltungen wie der Gamescom ein.

„World of Warcraft“-Hersteller nicht vertreten

Nicht überraschend, aber doch für viele Besucher enttäuschend: Blizzard, Hersteller von Hits wie „Overwatch“ und „World of Warcraft“, war nicht vertreten. Bereits im Mai hatte das amerikanische Entwicklerhaus angekündigt, sich stattdessen mehr auf die Entwicklung neuer Produkte konzentrieren zu wollen. Bis dato waren Blizzard stets ein Garant für spektakulären Messebau in Köln gewesen und hatten, abgesehen von Giganten wie Sony mit der PS4 und Microsoft mit der Xbox, meist den größten Bereich auf dem Messegelände. Gemunkelt wird, ob nicht auch die hohe finanzielle Belastung ein Grund sein könnte. Firmen wie Blizzard nehmen für ihre Auftritte auf der Gamescom hohe zweistellige Millionenbeträge in die Hand.

Spielerisch war auf der Gamescom einiges los: Am PS4-Stand konnten Besucher das neueste „Call of Duty“ anspielen, bei Xbox gab es den neuesten „Gears of War“-Teil. Für die Presse gab es „Watch Dogs: Legion“ auszuprobieren. Das Schleich- und Hack-Spiel fühlt sich im Wesentlichen wie seine Vorgänger an. Der Clou ist eine neue Spielmechanik: Jeder computergesteuerte Bürger eines Londons der Zukunft, dem man im Spiel begegnet, soll potenziell spielbar sein. Ob sich diese Mechanik nicht nur als Gimmick herausstellt, wird erst in einem längeren Test erkennbar werden.

„Borderlands“ im Blickpunkt

Große Gewinner auf der Gamescom waren Retro- und Indie-Spiele. Neuauflagen von Klassikern wie „The Legend of Zelda: Link’s Awakening“ bei Nintendo und schnuckelige Spiele von kleineren Entwicklern, wie sie bei der „Indie Arena Booth“ zu sehen waren, sind beliebter denn je.

Besonders heiß erwartet wird der dritte Titel der „Borderlands“-Reihe. Die Shooter-Serie hatte sich durch ihren besonders gut wiedererkennbaren Comiclook und absolut verrückte Plots hervorgetan. Entwickler „Gearbox“ ließ im Laufe der Messe einiges an neuen Infos zum Spiel verlauten.

Der Stellenwert

  • Premieren:

    Auf der erstmaligen „Opening Night Live“ wurden nun auch viele große Titel erstmals angekündigt. Damit stand Köln noch mehr im Zentrum der internationalen Gaming-Welt.

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