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Große Ehre für einen Ausnahme-Unternehmer

Initiator, Investor, Immobilienprofi, Stifter und Vordenker – der Regensburger Dr. Johann Vielberth bekommt den höchsten Orden der Bundesrepublik.
Von Christine Hochreiter, MZ

Er gründete das Donau-Einkaufszentrum: Dr. Johann VielberthFoto: privat

Regensburg. Was hat der Unternehmer Dr. Johann Vielberth mit der Geigerin und Professorin Anne-Sophie Mutter sowie dem Wissenschaftler Prof. Dr. Ernst Ulrich von Weizsäcker gemeinsam? Sie dürfen das vom Bundespräsidenten nur äußerst selten verliehene „Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland“ tragen. Heute wird der Gründer des Regensburger Donau-Einkaufszentrums offiziell geehrt. Für sein „nachhaltiges Wirken im wirtschaftlichen, wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Bereich“ bekommt er die Auszeichnung durch den Regensburger Oberbürgermeister Hans Schaidinger ausgehändigt.

Als Initiator und Investor begründete der Unternehmer Vielberth Projekte und Standorte, an denen heute rund 800 Firmen mit etwa 15000 Beschäftigten vertreten sind. Dazu gehört etwa das Donau-Einkaufszentrum, das mit einem weiten Einzugsradius in Ostbayern/Westböhmen mehr als vier Jahrzehnte nach der Eröffnung immer noch zu den erfolgreichsten Handelsplattformen in Deutschland zählt. Mit langfristigen Immobilien-Konzeptionen baute Vielberth, der in den USA zukunftsweisende Handelsformen kennengelernt hatte, auf die wachsende Sogkraft Regensburgs für die gesamte Region.

Kompetenz-Netzwerke als Novum

1967 – bei seiner Eröffnung – war das Center, mit dem ein zweiter Handelsschwerpunkt neben der Altstadt entstand, das erste vollklimatisierte, zweigeschossige Einkaufszentrum Europas. Später kam der Gewerbepark Regensburg als zentraler Standort für Büro, Handel und Service mit rund 30 Gebäuden hinzu. Hier sind erstmals sogenannte Kompetenz-Netzwerke entwickelt worden. Mit dem MediPark wurde beispielsweise das größte private Ärzte-Zentrum in Ostbayern realisiert.

Im Herbst 2005 wurde in Garching bei München der Grundstein für den Business Campus gelegt. Mit Mietflächen von 230000 qm im Endausbau bietet dieser Raumlösungen für rund 7000 Arbeitsplätze. Darüber hinaus hat die Vielberth-Gruppe unter dem Marken-Logo Euro Rastpark bislang zwölf Autohöfe etabliert und integriert aktuell vier weitere Stützpunkte.

Neben seinem Engagement im Wirtschaftsleben war und ist Vielberth in vielen nationalen und internationalen Organisationen tätig. So war der Regensburger unter anderem Gründer und viele Jahre lang Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Einkaufs- und Gewerbezentren Deutschland sowie Mitglied des Handelsausschusses des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK).

Bereits in seiner Dissertation hatte sich der Regensburger mit der sozialethischen Problematik der Eigentumsbildung beschäftigt. Dieses Thema ließ ihn nicht mehr los. Zutiefst davon überzeugt, dass „wir als Bürger unser Gemeinwesen nur weiter voranbringen, wenn wir selbst etwas tun“, hat Vielberth in den vergangenen Jahrzehnten als Stifter reichlich Privatinitiative gezeigt. „Meine Einstellung war und ist, dass man als Unternehmer nicht nur Geld verdienen kann“, sagte er einmal im Gespräch mit der MZ. 1995 rief er die Regensburger Universitätsstiftung ins Leben und hat eine Organisation mit Modellcharakter etabliert. Inzwischen sind unter dem Dach der Stiftung zahlreiche Einzelstiftungen entstanden – darunter beispielsweise auch die Stiftung „Die besten Köpfe für die Universität Regensburg“.

Die von der Uni klar getrennte und von der Dr. Vielberth Verwaltung organisatorisch-personell unterstützte Dachorganisation berät und betreut die privaten Stiftungen zugunsten der Universität unentgeltlich und steuert in Abstimmung mit dem Rektor beziehungsweise dem Kanzler der Universität auch das sogenannte Fundraising.

Doch Vielberths spezielles Interesse gilt dem Thema Immobilien. Mit der Universitätsstiftung für Immobilienwirtschaft Hans Vielberth gab er 2003 den Anstoß für den Aufbau des Studienzweigs Immobilienwirtschaft an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Uni Regensburg. Inzwischen sind an dem Institut 20 Professoren tätig. Es gilt europaweit als eine der ersten Adressen in der Ausbildung qualifizierter Nachwuchskräfte für die Immobilienwirtschaft.

Mit der International Real Estate Business School (IRE/BS) sowie der im Verbund arbeitenden Akademie wurden sowohl die Forschung und Lehre als auch die berufliche Weiterbildung auf ein neues Niveau gehoben. Bei einer Umfrage der Fachpublikation „Immobilien-Zeitung“ in Studentenkreisen wurde die IRE/BS als bestes universitäres Ausbildungsangebot im Bereich Immobilienwirtschaft bewertet.

Neues Kommunikationssystem

Neben seinen vielfältigen Aufgaben als engagierter Unternehmer, Verbands- und Kammermitglied, Ehrensenator der Universität Regensburg, Ehrendoktor der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät, Dozent und als Stifter ersann „der Doktor“, wie er in seiner Firmengruppe respektvoll genannt wird, ein neues Prinzip für ein internationales Kommunikationssystem. Mit der Jahrtausendwende startete das Forschungsprojekt für das von Vielberth erdachte Kommunikationssystem mit dem Namen KOD. Die Grundlagen dafür erarbeitete er mit einem internationalen Team von Sprachwissenschaftlern am „eufo-Institut“ für Forschung und Entwicklung in Regensburg.

Dr. Johann Vielberth wurde am 1.April 1932 in Bodenwöhr (Kreis Schwandorf) geboren und wuchs in Regensburg auf. Nach einem Studium an den Universitäten Tulane/New Orleans, Regensburg, München und Innsbruck war der promovierte Volkswirt in verschiedenen Branchen (Autohandel, Baufertigteile, Ziegelei) tätig. Seit Mitte der 60er-Jahre hatte sich Vielberth auf die Entwicklung von Gewerbeimmobilien, Einkaufszentren, und Gewerbeparks konzentriert.

Im „Privatleben“ ist Dr. Johann Vielberth mit Erika Vielberth verheiratet. Das Ehepaar hat sechs Kinder.

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