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Gute Konjunktur dämpft Gründungseifer

Die positive Lage auf dem Arbeitsmarkt lässt das Interesse der Menschen in Bayern an einer Selbstständigkeit sinken.

„Gründen!“ steht auf der Computermesse CeBIT an einem Stand. Die gute Lage auf dem Arbeitsmarkt dämpft das Interesse an einer Selbstständigkeit. Foto: Ole Spata
„Gründen!“ steht auf der Computermesse CeBIT an einem Stand. Die gute Lage auf dem Arbeitsmarkt dämpft das Interesse an einer Selbstständigkeit. Foto: Ole Spata

Frankfurt.Die gute Konjunktur dämpft den Drang zur Selbstständigkeit: Im vergangenen Jahr wurden 89 300 Firmen in Bayern gegründet, 1,3 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Bayerische Industrie- und Handelskammertag (BIHK) führte das am Dienstag auf die anhaltend niedrige Arbeitslosigkeit zurück. „Der bayerische Arbeitsmarkt bietet praktisch flächendeckend Vollbeschäftigung“, sagte BIHK-Präsident Eberhard Sasse.

Die auf Förderkredite spezialisierte staatliche Bankengruppe KfW kommt in ihrem bundesweiten Gründungsmonitor 2018 zu einer ganz ähnlichen Einschätzung: Einen Job zu finden sei „derzeit so einfach wie nie“. Bayern lag laut KfW 2017 in Sachen Firmengründungen bundesweit auf Platz vier hinter Berlin, Hamburg und Niedersachsen.

Rückgang nicht erwartet

Die Zahl der Existenzgründer sank 2017 in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr unerwartet deutlich um 17 Prozent auf das Rekordtief von 557 000, wie aus dem am Dienstag veröffentlichten „Gründungsmonitor“ der staatlichen Förderbank KfW hervorgeht. Besonders kräftig war der Rückgang bei Menschen, die sich mit einem Nebenjob selbstständig machten. Deren Zahl verringerte sich um 24 Prozent auf 323 000. „Eine abhängige Beschäftigung auch für den Hinzuverdienst zu finden, ist derzeit so einfach wie nie“, heißt es in der Studie.

Die Qual der Wahl

KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner rechnet nicht mit einer Trendwende in diesem Jahr. Derzeit seien keine Impulse in Sicht, die die Gründungstätigkeit in Fahrt bringen könnten. „Erwerbstätige haben aktuell die Qual der Wahl“, so die Studie. Die Entscheidung falle immer häufiger gegen eine Selbstständigkeit aus. Auch die Gründer wurden den Angaben zufolge vom leer gefegten Arbeitsmarkt gebremst.. Die Hälfte der Neugründer mit Mitarbeitern hatte 2017 Probleme bei der Stellenbesetzung – „ein beispielloser Rekordwert“. Selbstständige, die im vergangenen Jahr mit einem neuen Unternehmen starteten, schufen insgesamt mehr als 170 000 Vollzeitstellen entsprechende Jobs.

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