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Handwerk fordert Wirtschaftsprogramm

Die Handwerkskammer Niederbayern/Oberpfalz warnt vor Insolvenzen in der Region und übt Druck auf die Politik aus.

Handwerksbetriebe haben in Coronazeiten weniger Aufträge. Die Kosten laufen aber weiter. Foto: Frank Molter/dpa
Handwerksbetriebe haben in Coronazeiten weniger Aufträge. Die Kosten laufen aber weiter. Foto: Frank Molter/dpa

Regensburg.Bund und Länder haben in Deutschland ein beispielloses Finanzierungskonzept ins Leben gerufen, um der Wirtschaft in der Corona-Krise zu helfen. „Leider aber werden diese Erst-Hilfen nicht ausreichen“, warnt Dr. Georg Haber, Präsident der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz in einer Pressemitteilung. Die Pandemie dauere an und damit der Druck auf die 38 000 Handwerksbetriebe in Ostbayern. Deshalb fordert die Handwerkskammer ein umfangreiches Wirtschaftsprogramm, das den weiteren Prozess in der Corona-Krise flankieren und den Handwerkern Perspektiven bieten soll.

Wochenlang weniger oder keine Einnahmen

„Etliche unserer Betriebe leiden unter massiven Einbußen. Bayernweit mussten bereits 71 Prozent der Unternehmen Umsatzrückgänge hinnehmen, 49 Prozent melden stornierte Aufträge“, sagt Haber. Auch wenn die Soforthilfen drohende Insolvenzen bisher in weiten Teilen abgefedert hätten, auf Dauer werde das nicht reichen. „Quer durch alle Branchen haben viele Betriebe seit Wochen weniger oder sogar keine Einnahmen. Trotzdem laufen ihre Verbindlichkeiten wie Mietzahlungen oder Lebensunterhalt weiter.“ Das fresse die angesparten Reserven schnell auf. „Die klare Folge ist: weniger Investitionen, weniger wirtschaftlicher Erfolg“, schätzt Haber. „Deshalb braucht das Handwerk ein marktwirtschaftlich orientiertes Programm, das die Nachfrage nach Handwerksleistungen stützt, die Ertragskraft der Unternehmen stärkt und ihre Liquidität verbessert.“

Betriebe müssen entlastet werden

Das Wirtschaftsprogramm soll laut Handwerkskammer beispielsweise eine beschleunigte öffentliche Auftragsvergabe möglich machen, bei der auch kleine und mittlere Unternehmen berücksichtig werden. „Das Ziel ist, dass Konsum und Investitionen angekurbelt werden. Bund, Länder und Gemeinden müssen jetzt antizyklisch Geld ausgeben, anstatt ihre Investitionen herunterzufahren“, erklärt Jürgen Kilger, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer in der Pressemitteilung. Nur in konzertierten Aktionen sei es möglich, die Handwerkswirtschaft durch die Krise zu steuern. Unbedingt nötig sei, die Unternehmen durch Steuer- und Abgabensenkungen zu entlasten. „Wir brauchen eine längst überfällige Unternehmenssteuerreform, Steuerstundungen allein reichen nicht aus“, so Kilger.

Konjunktur

Gesichtsmasken statt Raketenteile

Die Corona-Krise sorgt in Ostbayern für eine brutalen Einschlag. Jeder fünfte Betrieb befürchtet eine Insolvenz.

Neben einer Entlastung bei der Einkommensteuer fordert die Handwerkskammer einen schnellen und vollständigen Abbau des Solidaritätszuschlags. „Um die Liquidität der Unternehmen zu verbessern, muss man außerdem die Vorfälligkeit der Sozialversicherungsbeiträge rückgängig machen“, ergänzt Georg Haber. (pm)

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