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Handel

IHK Regensburg mit neuer Führungsspitze

Die IHK Regensburg feierte ihr 175-jähriges Jubiläum. Dabei stellte sich der frisch gewählte Präsident vor: Michael Matt.
Von Dagmar Unrecht

Stabwechsel: der neue IHK-Präsident Michael Matt (Mitte), Amtsvorgänger Gerhard Witzany (links) und Hauptgeschäftsführer Jürgen HelmesFoto: altrofoto.de
Stabwechsel: der neue IHK-Präsident Michael Matt (Mitte), Amtsvorgänger Gerhard Witzany (links) und Hauptgeschäftsführer Jürgen HelmesFoto: altrofoto.de

Regensburg.Eine erfolgreiche Bilanz, ein wacher Blick nach vorn und ein neuer Präsident: Dieser Dreiklang prägte am Mittwochabend den Festakt zum 175-jährigen Bestehen der IHK Regensburg. Die Stuhlreihen im Historischen Reichssaal des Alten Rathauses in Regensburg waren zur Jubiläumsfeier der Industrie- und Handelskammer für die Region Oberpfalz und Kelheim gut gefüllt. Zu den Gästen gehörte auch der bayerische Finanzminister Albert Füracker, der in seiner Festrede die IHK als „erfolgreiches Stück Wirtschaftsgeschichte“ lobte. Für Michael Matt, Geschäftsführer von Optik Matt, war die Jubiläumsfeier der erste öffentliche Auftritt als neuer IHK-Präsident. Am Mittwochnachmittag hatte ihn die Vollversammlung ins Amt gewählt.

Starker Standort

Der Ort für den Festakt war treffend gewählt: Im Alten Rathaus war im Mai 1843 die frisch gegründete Handelskammer zu ihrer ersten Sitzung zusammenkommen. Dass die Oberpfalz damals noch als „regelrechtes Armutsgebiet“ gegolten habe, daran erinnerte der scheidende IHK-Präsident Gerhard Witzany. „Heute präsentiert sich unser Wirtschaftsstandort so stark wie nie“, fügte Witzany hinzu, der sich nach fünf Jahren von der Spitze der IHK verabschiedete. Er betonte, dass die Arbeit der IHK von einem ständigen Wandel geprägt sei. Dennoch hätten sich viele Themen in den vergangenen 175 Jahren nur unwesentlich verändert – von der Verkehrsinfrastruktur bis hin zur Außenwirtschaft. „Gemeinsam sind wir stark, gemeinsam bringen wird die ostbayerische Wirtschaft voran, gemeinsam können wir viel bewegen“, sagte Witzany.

Sehen Sie hier ein Video zur IHK Regensburg:

Die IHK Regensburg

Die Festredner erinnerten immer wieder an die Geburtsstunde der IHK. Vor 175 Jahren regierte in Bayern noch König Ludwig I. Der Monarch führte ein rigides Regiment, seine Politik war nicht gerade wirtschaftsfreundlich. Doch die Unternehmer hatten schon damals eine Vision: den freien Handel. Ihrem Drängen gab der Monarch schließlich doch nach und erlaubte die Gründung einer Handelskammer, die der Regierung fortan als Berater in Wirtschaftsangelegenheiten zur Seite stehen sollte. Die IHK Regensburg ist heute mit ihren rund 91 000 Mitgliedsunternehmen Teil der bundesweiten IHK – ein Netzwerk von insgesamt 79 Industrie- und Handelskammern. In Bayern gibt es neben Regensburg weitere acht IHK – in Aschaffenburg, Coburg, München, Passau, Augsburg, Bayreuth, Nürnberg und Würzburg.

Großes Thema Fachkräfte

Die Geschichte zeigt, wie die IHK Regensburg dazu beigetragen hat, die Region zu verändern. Fachkräfte, Außenwirtschaft und Standortthemen beschäftigen das sogenannte „Parlament der Wirtschaft“ damals wie heute. Und auch der Kontakt zur Regierung ist noch immer eng. Diese war gestern in Gestalt des bayerischen Finanzministers vertreten. Albert Füracker dankte dem scheidenden Präsidenten für seine Verdienste. Dieser sei ein vorbildlicher Unternehmer, der immer über den Tellerrand hinausgeblickt habe. Der Nachfolger werde dieses Erbe sicher gut fortführen: „Es zweifelt niemand daran, dass Sie den Durchblick haben“, sagte er an die Adresse von Michael Matt. Die Oberpfalz sei heute ein internationaler Top-Wirtschaftsstandort, so Füracker weiter. Das liege nicht nur an der Politik der Staatsregierung, auch wenn er das gern sagen würde, so der Minister, sondern es liege insbesondere an den engagierten Menschen. Die Region habe sich zur „Boompfalz“ entwickelt und der Aufschwung sei das Ergebnis harter Arbeit. Füracker verwies zugleich darauf, dass die Region ein Jobmotor Bayerns sei: Die Arbeitslosenquote in der Oberpfalz sei mit 2,3 Prozent die bayernweit geringste. Er sprach darüber hinaus auch eines seiner zentralen Anliegen an: eine moderne Steuerpolitik, für die Bayern auch im Bundesrat Duftmarken setze. „Der Freistaat steht an der Seite der Unternehmer“, betonte der Finanzminister.

Gute Partnerschaft

Zuvor hatte die Regensburger Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer die gute Partnerschaft von IHK und der Stadt gelobt. Ergebnisse würden konstruktiv, vertrauensvoll und mit gegenseitigem Respekt ausgehandelt, so die Bürgermeisterin. Die IHK sei ein Garant für die wirtschaftliche Dynamik in der Region, Anlaufstelle für vielfältige Fragen und setze sich für die Anliegen großer und kleiner Unternehmer ein. Darüber hinaus erinnerte Maltz-Schwarzfischer daran, dass die IHK-Organisation die größte Ausbildungseinrichtung in Deutschland sei. Deren duales Berufsbildungssystem werde heute weltweit geschätzt.

Zum ersten Mal stellte sich der neue Präsident der IHK der Öffentlichkeit vor: Michael Matt war erst wenige Stunden zuvor von der IHK-Vollversammlung gewählt worden, ebenso wie ein neues Präsidium. In seiner Rede dankte Matt, dessen Unternehmen deutschlandweit 86 Filialen mit rund 450 Mitarbeitern zählt, seinem Vorgänger im Amt für ein „gut aufgestelltes Haus“. Zugleich betonte er, wie wichtig der ehrenamtliche Einsatz der Unternehmer sei, um die Wirtschaftsregion aktiv zu gestalten. Die IHK sei als Interessensvertretung und Mitmachorganisation die „Stimme der regionalen Wirtschaft“. Die Unternehmen brächten sich ein und pflegten einen engen Austausch miteinander. Als wichtige Zukunftsthemen nannte Matt die Fachkräftesicherung, die Digitalisierung und den Bereich Verkehr und Infrastruktur: „Es ist viel Energie und Zeit nötig, um die Herausforderungen zu meistern.“

Optik Matt aus Regensburg ist der viertgrößte Filialist in Deutschland. Im Kern ist es aber ein Familienunternehmen. Lesen Sie hier mehr dazu.

Im Anschluss an die Festreden hatten die Gäste Gelegenheit, sich auszutauschen. Das wurde eifrig genutzt.

Am Donnerstag feiert die IHK mit einem Tag der offenen Tür weiter. Interessierte können dabei einen Blick hinter die Kulissen werfen. Unter dem Motto „Gemeinsam Zukunft gestalten“ gibt es ein vielfältiges Programm. Dazu gehören auch Vorträge, zum Beispiel von Verleger Florian Langenscheidt oder Thomas Gallner von Continental. Darüber hinaus werden diverse Führungen angeboten. Mehr dazu finden Sie hier.

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Offene Büros

  • Zeit:

    Zwischen 10 und 16 Uhr haben am Donnerstag auch zahlreiche Büros der IHK geöffnet.

  • Themen:

    Die Besucher erhalten zum Beispiel Einblicke in das Parlament der Wirtschaft, in die Ausbildungsberatung, in die Finanzen der Kammer oder in das Sachverständigenwesen.

  • Rahmenprogramm:

    Die Besucher können sich ganztägig im Festzelt stärken, eine Musikunterhaltung ist hier ebenfalls geboten.

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