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Auto

Knuffiger Käfer ist noch immer Kult

Vor 40 Jahren lief der letzte in Deutschland produzierte Käfer in Emden vom Band. Doch der Kultwagen lebt weiter.
Von Hans-Christian Wöste, dpa

Mitarbeiter im Volkswagen-Werk in Emden im Januar 1978. Es war die letzte Produktion von deutschen VW-Käfern. Foto: Werner Schilling/dpa
Mitarbeiter im Volkswagen-Werk in Emden im Januar 1978. Es war die letzte Produktion von deutschen VW-Käfern. Foto: Werner Schilling/dpa

Emden.Ente, Bulli, Badewanne, Knutschkugel oder Buckel-Porsche: Spitznamen für echte Kultautos, die auch noch Jahrzehnte nach ihrem offiziellen Abschied über die Straßen rollen. Wie der Käfer – der Volkswagen, mit dem VW nach dem Zweiten Weltkrieg zur globalen Marke aufsteigt. „Er war weder schnell noch besonders sparsam, vom Komfort ganz zu schweigen“, heißt es im Konzernarchiv.

Auch am Adlersberg im Landkreis Regensburg leben die Oldtimer weiter.

Trotz Macken wird das urige Vehikel ein Erfolgsmodell rund um den Globus. Vor 40 Jahren läuft schließlich der letzte in Deutschland produzierte Käfer im ostfriesischen Emden vom Band. VW-Mitarbeitern tränen die Augen, als nach 16 255 500 Exemplaren am 19. Januar 1978 eine Ära zu Ende geht.

Auftrag von Hitler ist der Anfang

Angefangen hat der Siegeszug mit einem Entwurf von Ferdinand Porsche. Er nimmt 1933 den Auftrag von Adolf Hitler an, ein billiges Volks-Auto für alle zu entwickeln. Porsche greift dazu eine Idee des Konstrukteurs Béla Barényi aus den 1920er Jahren auf. 1939 soll der kugelige „Kraft-durch-Freude-Wagen“ in Serie gehen.

Hier sehen Sie Impressionen von einem Oldtimer-Treff in Mühlhausen in der Oberpfalz.

Oldtimertreffen in Mühlhausen

Doch mit dem Zweiten Weltkrieg rollen erst mal Kübelwagen für die Wehrmacht vom VW-Band an die Fronten in Nordafrika oder Russland. Erst 1947 können Privatpersonen die ersten VW-Modelle kaufen. Das Wirtschaftswunder auf vier Rädern aus Wolfsburg ist nicht zu bremsen, und schon 1955 feiert Volkswagen das millionste Exemplar. „Made in Germany“ kommt auch in den USA gut an, wo der „Beetle“ zum Verkaufshit wird.

Auch heute gibt es noch zahlreiche Oldtimer-Freunde – Auch in der Region.

Für seinen Exportschlager lässt der Konzern 1964 ein neues Werk in der Hafenstadt Emden errichten. Willi Kuroswki (83) baut als Maurer die Hallen mit auf und wird später als Schweißer im Karosseriebau übernommen. „Zu Beginn wurden wir in Wolfsburg geschult, und danach ging es zurück nach Emden“, erinnert er sich. Am Anfang werden zehn Käfer pro Tag produziert, die einzelnen Teile kommen aus Wolfsburg. Beulen und Spaltmasse werden mit Zinn ausgeglichen, heute undenkbar. „Die Hallen waren teilweise ohne Dach und unbeheizt, und so haben wir uns in den Pausen am Lagerfeuer gewärmt. Es war eine tolle Kameradschaft damals, und viele Freundschaften halten bis heute“, schwärmt der Pensionär.

Der Automarkt veränderte sich

„Der Käfer hat VW zum Weltunternehmen gemacht, dieses aber Anfang der 1970er Jahre fast in den Untergang geführt“, sagt Autoexperte Willi Diez vom Institut für Automobilwirtschaft in Geislingen. Denn VW war wegen des Erfolgs der irrigen Meinung, das würde ewig so weiter gehen, glaubt Diez: „Aber der Markt hatte sich verändert, und der VW-Käfer sah plötzlich nicht nur alt aus, sondern war auch technisch veraltet.“

„Der Käfer hat VW zum Weltunternehmen gemacht, dieses aber Anfang der 1970er Jahre fast in den Untergang geführt.“

Autoexperte Willi Diez

Hätte der Golf als Käfer-Nachfolger nicht gleich eingeschlagen, wäre VW wohl nicht zu retten gewesen, schätzt der Branchenexperte im Rückblick. So legt der Käfer-Erfolg den Grundstein für seinen Nachfolger. „Dennoch: Weder vorher noch nachher hat es ein Auto gegeben, das global so bedeutend war wie der Käfer“, sagt Diez. Das endgültige Aus kommt erst 2003: In Mexiko wird der letzte Ur-Volkswagen mit dem luftgekühlten Boxer-Motor im Heck montiert.

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