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Energie

Kraftwerke im Haushalt

In Regensburg stellen Optimus und Rewag ein Pilotprojekt vor: Kleine Blockheizkraftwerke sollen vernetzt werden – und so die Energiewende unterstützen.
Von Bernhard Fleischmann, MZ

Sieht unspektakular aus, soll aber große Wirkung haben: die Optimus-Geschäftsführer Arno Friedrich (l.) und Reinhard Fuchs (Rewag) an der Anlage im Studentenwohnheim Foto: Burger/IT Inkubator

Regensburg. Das Regensburger Unternehmen Optimus Meine Energie GmbH will gemeinsam mit dem Energieversorger Rewag ein dezentrales Kraftwerk aufbauen. Am Dienstag stellten die Beteiligten ein Pilotprojekt vor: In einem Regensburger Studentenwohnheim ist die vorhandene Heizungsanlage, bestehend aus einem Blockheizkraftwerk (BHKW) und einem Heizkessel, mit einer Steuerung von Optimus – Energiemanager genannt – ausgestattet worden. Diese Steuerung bezeichnete Optimus-Geschäftsführer Arno Friedrich bei der Präsentation im IT-Speicher vor Vertretern mehrerer bayerischer Stadtwerke als „Herz und Hirn“ der Anlage.

Das Ziel ist am Ende, viele kleine Blockheizkraftwerke untereinander zu vernetzen. Sie sollen gezielt nach Bedarf Wärme und Strom erzeugen. Die Vorteile: Private Haushalte profitierten von einer effizienten Energieerzeugung, das als Partner verbundene Stadtwerk spare sich Investitionen in teure Energieerzeuger.

Eingebettet ist das Vorhaben in den Wandel durch die Energiewende. Weil große Kraftwerke durch eine Vielzahl kleinerer Erzeuger abgelöst werden, steigen die Anforderungen an die Netze. Hinzu kommt, dass Wind- und Sonnenanlagen nur wetterabhängig Strom liefern. BHKW könnten ein Bestandteil sein, die diese Lücke füllen. Damit das funktioniert, müssen sie ferngesteuert dann Energie liefern, wenn sie im Sinne des Netzes gebraucht wird.

Für die Steuerung und Vernetzung bietet Optimus nun Lösungen an. Zunächst sollen sich Haushalte und Kleingewerbe mit Hilfe eines Blockheizkraftwerks (siehe Info-Element) selbst mit Wärme und Strom versorgen, wobei bei dem Pilotprojekt der Strom heute noch vollständig ins Netz eingespeist wird. Ein großer Pufferspeicher sorgt für die notwendige Flexibilität, auch ins Netz nennenswert Energie einspeisen zu können. Gesteuert wird die Anlage von extern, um Stromschwankungen im Netz – eben durch die regenerativen Quellen – zu vermeiden. Damit das möglich ist, gibt es den „Energiemanager“, eine elektronische Steuerung. Sie erhält Daten über an den Rohren installierte Temperatursensoren und einen Stromsensor. Steuerung und Fernwartung geschehen per Internetanschluss. Wegen der besonderen Aktualität betonte Friedrich die Sicherheit der Daten. Sie blieben im Gerät und würden nicht in eine Cloud ausgelagert.

Noch steht nur eine Anlage, doch so richtig Sinn ergibt das Konzept dann, wenn viele BHKW miteinander vernetzt sind. Wird vom Netzbetreiber Strom angefordert, sollen sich die einzelnen BHKW untereinander abstimmen und liefern. Eine klassische Leitstelle wäre nicht zwingend notwendig.

Der „Energiemanager“ funktioniere in bestehenden BHKW ebenso wie in den geplanten eigenen Anlagen. Jene sollen auch für Vier-Personen-Haushalte attraktiv sein. Ihr Preis liege im Bereich von Wärmepumpen oder Pelletkesseln. Allerdings könne sie eben zusätzlich Strom erzeugen. Das Gerät soll sehr kompakt bauen. Denn der größte Markt für solche Vorhaben liege nicht im Neubau von Häusern, sondern bei Sanierungen. Und da wäre es schon hinderlich, wenn für die Anlage Türen und Wände herausgerissen werden müssten, um sie überhaupt ins Haus zu bringen.

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