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Maschinenbau

Krones verschärft den Sparkurs

Beim Weltmarktführer aus Neutraubling sind 500 Stellen in Gefahr. Investitionen werden gekürzt, Zukäufe zurückgestellt.
von Christine Strasser

Vor allem lahmt bei Krones das Geschäft mit Abfüllanlagen für Plastikflaschen. Foto: Frank Mächler/dpa
Vor allem lahmt bei Krones das Geschäft mit Abfüllanlagen für Plastikflaschen. Foto: Frank Mächler/dpa

Neutraubling.Der weltgrößte Hersteller von Getränkeabfüll- und Verpackungsanlagen drückt angesichts schrumpfender Gewinne kräftig auf die Kostenbremse. Krones wird bei Budgets einsparen, Investitionen in den nächsten ein bis zwei Jahren kürzen und Zukäufe zunächst zurückstellen, wie der SDax-Konzern am Mittwoch in Neutraubling mitteilte. 300 bis 500 Arbeitsplätze sollen gestrichen werden, vor allem in Deutschland. Bei einer Betriebsversammlung im September war noch von einem Abbau von 400 Stellen die Rede gewesen. Auf MZ-Nachfrage erläuterte Unternehmenssprecherin Ingrid Reuschl, dass bei dieser Rechnung noch Jobs, die im Ausland wegfallen werden, gefehlt hatten.

Kommentar

Es ist ein Notfallplan

Es sind harte Schritte, die Krones angekündigt hat. Es ist ein Notfallplan. Anders kann man den Sparkurs des Weltmarktführers nicht nennen. Das Geschäftsjahr...

Preiserhöhungen und Verlagerungen ins Ausland reichen nicht aus, um die mittelfristig angestrebten Ergebnisziele zu erreichen, räumte Krones ein. „Daher wird es strukturelle Anpassungen geben. Alle Prozesse, Organisationsstrukturen und Ressourcen werden optimiert.“ Verschoben wird auch der Bau eines Technologiegebäudes, das auf dem Gelände des Regensburger TechCampus entstehen soll. Im September 2018 hatte Krones die Pläne für ein Entwicklungszentrum vorgestellt.

Krones hatte sich klare Ziele vorgegeben. Mittelfristig will das Unternehmen ein Umsatzwachstum von drei bis fünf Prozent und eine Umsatzrendite vor Steuern (EBT-Marge) von sechs bis acht Prozent erreichen. Im Juli musste Krones allerdings die Prognosen zurückschrauben. Der Umsatz soll um drei Prozent zulegen, die Umsatzrendite werde nur drei statt der ursprünglich angestrebten sechs Prozent erreichen. „Das Erreichen des Ziels ist aber anspruchsvoll“, heißt es nun bei Krones.

Wirtschaft

Krones will sparen und streicht Stellen

Der Konzern stellt die Quartalszahlen vor. Er könnten bis zu 500 Arbeitsplätze, vor allem an deutschen Standorten, wegfallen.

Die EBT-Marge sank nach den ersten neun Monaten des Jahres von 5,2 auf 2,1 Prozent. Der Gewinn ist um mehr als die Hälfte auf 61,4 Millionen Euro eingebrochen. Im Vorjahr lag er bei 139,4 Millionen Euro. Zu schaffen macht Krones die erlahmte Nachfrage nach Maschinen und Anlagen der Kunststofftechnik. Der Umsatz zog im dritten Quartal jedoch stark an und lag nach neun Monaten bei 2,89 Milliarden Euro. Das ist eine Steigerung von 7,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Für das vierte Quartal erwartet Krones eine gute Auslastung.

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Krones: Stellenabbau und noch mehr

Die Erfolgsserie ist gerissen. Die Neutraublinger müssen sparen und besser werden. Der Betriebsrat trägt die Maßnahme mit.

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