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Wirtschaft
Samstag, 21. April 2018 28° 2

Pilotprojekt

Netto verkürzt die Warteschlangen

Als erster Discounter führt das in der Oberpfalz ansässige Unternehmen Expresskassen ein. Auch in Regensburg wird getestet.
Von Isolde Stöcker-Gietl

Der Express-Kassenbereich in einer der Netto-Pilotfilialen. Foto: Netto Marken-Discount

Regensburg.Der Lebensmittel-Discounter Netto drückt aufs Tempo – zumindest an den Kassen. In einem Pilotprojekt hat das Unternehmen mit Sitz in Maxhütte-Haidhof (Lkr. Schwandorf) in acht seiner Supermärkte in Deutschland sogenannte Expresskassen eingerichtet, an denen die Kunden ihre Ware eigenständig scannen und bargeldlos bezahlen können. Netto ist damit der erste Discounter, der den Kunden die Wartezeit an den Kassen durch moderne Technologie und Eigeninitiative verkürzen will.

Testphase am Arnulfsplatz

In der Filiale am Regensburger Arnulfsplatz hat die Testphase bereits im Sommer 2017 begonnen. Es war der erste Standort, der mit den neuen Scannerkassen ausgestattet wurde. Auch in Hamburg und Osnabrück wird inzwischen eine Express-Line für Kunden, die schneller durch den Kassenbereich wollen, bereitgehalten. „Von unseren Kunden wird das Angebot bislang sehr positiv und dankend angenommen“, sagt Stefanie Adler von der Unternehmenskommunikation Netto Marken-Discount auf Nachfrage.

Einer der Vorreiter im Bereich der Scanner-Expresskassen war in der Vergangenheit Ikea. Dort bilden sich insbesondere an den Wochenende oft lange Warteschlangen an den Kassen. Wer selbst scannt, kann zumindest ein wenig Zeit gewinnen. Auch die Vollsortimenter Real, Globus und Kaufland bieten bereits seit geraumer Zeit ein bis zwei Kassen mit Scannerfunktion an, um den Kundenfluss zu beschleunigen. Das ist auch beim Discounter Netto der Grund für den Testversuch. „Mit den Expresskassen möchte Netto Marken-Discount seinen Kunden einen weiteren Service auf Basis neuester Technologien anbieten. Damit können Kunden längere Wartezeiten an den Kassen umgehen, die trotz maximaler Kassenbesetzung durch unsere Filialmitarbeiter in Stoßzeiten gegebenenfalls nie gänzlich zu vermeiden sind“, erklärt Adler.

Die Handhabung der Expresskassen ist laut dem Discounter selbsterklärend. Die Kunden scannen den Barcode der Produkte sowie des abgewogenen Obst & Gemüses und der Backwaren. Rabattcoupons und Leergutbons können ebenfalls eingescannt werden. Die Bezahlung erfolgt im Anschluss bargeldlos per EC- und Kreditkarte, via Netto-App auf dem Smartphone, mit Deutschlandcard oder über Gutscheine. Bei einigen Giro- und Kreditkartenanbietern ist auch das kontaktlose Bezahlen bis 25 Euro Einkaufswert ohne Pin-Eingabe möglich. Der Kunde nimmt seine Ware und den Kassenbon und hat den Einkauf damit auch schon erledigt. Eine Mitarbeiterin kontrolliert den Expresskassen-Bereich und hilft auch, wenn die Kunden ein Problem haben. Diebstahlsicherungen sorgen dafür, dass niemand ohne zu Bezahlen den Discounter verlässt.

Kritiker fürchten Jobverluste

Kritiker sehen die Scanner-Kassen als eine weitere Möglichkeit des stationären Handels, um an der Personalschraube zu drehen und dafür die Kunden in die Pflicht zu nehmen. Bei Netto Marken-Discounter ist noch nicht entschieden, ob und in welcher Form das System flächendeckend eingeführt werden soll.

Wohin führt die Automatisierung? Mit dieser und anderen Fragen haben wir uns in einer Serie zur Künstlichen Intelligenz beschäftigt – alle Teile finden Sie hier.

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