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Offshore-Windenergie erlebt Boomjahr

Strom für zwei Millionen Haushalte wurde 2015 auf See produziert. Für 2016 erwarten Experten ein verlangsamtes Wachstum.

Die Zahl der in Windparks auf Nord- und Ostsee arbeitenden Windanlagen stieg 2015 auf 792. Foto: dpa
Die Zahl der in Windparks auf Nord- und Ostsee arbeitenden Windanlagen stieg 2015 auf 792. Foto: dpa

Berlin.Die Zahl der ans Stromnetz angeschlossenen Offshore-Windanlagen vor den deutschen Küsten hat nach Branchenangaben im abgelaufenen Jahr aufgrund von Nachholeffekten stark zugenommen. 2015 seien 546 Anlagen mit einer Nennleistung von etwa 2282 Megawatt hinzugekommen und hätten erstmals Energie eingespeist, teilten der Bundesverband Windenergie und weitere Organisationen am Montag in Berlin mit.

Dadurch steigt die Zahl der in Windparks auf Nord- und Ostsee arbeitenden Windanlagen den Angaben zufolge bis zum Jahreswechsel auf 792, die Gesamtleistung habe in etwa 3295 Megawatt erreicht. Grund für den ungewöhnlich rasanten Zuwachs bei neu angeschlossenen Anlagen sei das Ende der Verzögerungen beim Netzanschluss. Im vergangenen Jahr hätten sich die Probleme aufgelöst, die die Anbindung fertiger Offshore-Windparks verhindert hätten. Insofern sei der für 2015 gemeldete Zuwachs eine „Ausnahmeerscheinung“, betonten die Verbände.

Für das kommende Jahr ist nach Brancheneinschätzung wieder mit einer Normalisierung der Zahlen zu rechnen. Der Kapazitätszuwachs soll 2016 bei insgesamt rund 700 Megawatt liegen. Schon Ende 2015 waren den Verbänden zufolge weitere 41 Anlagen mit einer Nennleistung von 246 Megawatt auf See gebaut, allerdings noch nicht ans Stromnetz angeschlossen worden.

Zusammenarbeit beim Offshore-Ausbau

An der Auswertung beteiligten sich neben dem Bundesverband Windenergie auch VDMA Power Systems, die Arbeitsgemeinschaft Offshore-Windenergie, die Windenergie-Agentur und die Stiftung Offshore-Windenergie. Sie lassen jedes Jahr einen Statusbericht zum Offshore-Ausbau anfertigen.

Den Branchenorganisationen zufolge würde ein Zubau von 700 Megawatt pro Jahr exakt ausreichen, um die in den Eckpunkten des Bundeswirtschaftsministeriums für das aktuelle Erneuerbare-Energien-Gesetz genannte Offshore-Ausbau-Zwischenziel von 11 000 Megawatt bis 2025 zu erreichen. Es sei allerdings „einhellige Branchenmeinung“, dass das jährliche deutsche Ausbauvolumen ab 2021 auf 900 Megawatt ansteigen müsse, damit die Grundlage für sinkende Kosten in der Offshore-Windenergie geschaffen würden und diese unter anderem auch einen wirkungsvollen Beitrag zur Versorgungssicherheit leiste.

Die Nennleistung einer Anlage sagt nicht direkt etwas darüber aus, wie viel Strom von ihr tatsächlich eingespeist wird. Es ist die vom Hersteller garantierte Dauerleistung. Die tatsächliche Leistung wird durch die Witterungsverhältnisse und andere Faktoren beeinflusst, etwa davon, ob Turbinen aus Gründen des Stromnetzmanagements abgeregelt werden.

Strom für zwei Millionen Haushalte

Wie die fünf Branchenverbände unter Berufung auf die AG Energiebilanzen weiter mitteilten, wurden 2015 auf See mehr als acht Terawattstunden Strom produziert. Das entspreche dem Strombedarf von mehr als zwei Millionen Haushalten oder einem Anteil von 1,4 Prozent an der gesamten sogenannten Bruttostromversorgung der Bundesrepublik. (afp)

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