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Einzelhandel

Onlinehandel lässt Ladenmieten sinken

Ladenflächen lassen sich schwieriger vermieten. Regensburg bleibt dennoch Spitzenreiter bei den Miethöhen in der Oberpfalz.
Von Jan-Lennart Loeffler

Über sechs Monate Leerstand: Nach dem Auszug des Herrenausstatters Pohland wartet das Haus am Neupfarrplatz immer noch auf einen neuen Mieter.
Über sechs Monate Leerstand: Nach dem Auszug des Herrenausstatters Pohland wartet das Haus am Neupfarrplatz immer noch auf einen neuen Mieter.

Regensburg.Die Domstadt bleibt unangefochtener Spitzenreiter bei den Mietpreisen für Ladenflächen in der Region. Bis zu 85 Euro monatliche Nettokaltmiete - ohne Betriebskosten - werden hier für die besten Innenstadtlagen fällig. Zum Vergleich: In Amberg, das auf dem zweiten Platz liegt, reicht die Bandbreite von 15 bis 45 Euro, in Neumarkt von zwölf bis 30 Euro. Das geht aus dem aktuellen Gewerberaum-Mietspiegel der Industrie- und Handelskammer für Oberpfalz/Kelheim hervor.

Doch so hoch die Preise in der Domstadt auch sind, sie stagnieren. Bereits im Jahr 2015 wurde der aktuelle Spitzenwert von 85 Euro für die besonders exponierten Innenstadtlagen erreicht. In anderen Lagen sinken die Mieten sogar: Der teuerste Quadratmeter in City-Randlage kostete 2015 noch zehn Prozent mehr als 2019.

Leerstände gehören mittlerweile auch in der Regensburger Altstadt zum alltäglichen Bild. Ob nun an zentralen Lagen, wie dem Neupfarrplatz, oder in Seitenstraßen, viele Geschäfte warten auf neue Mieter. Die IHK führt diese Entwicklung in erster Linie auf die stetige Zunahme des Onlinehandels zurück.

Einkaufszentren teilweise teurer als Innenstädte

In den Landkreisen Cham und Schwandorf werden Ladenflächen zu echten Schnäppchen: Für sechs bis zwölf Euro pro Quadratmeter sind hier schon hervorragende Innenstadtlagen zu haben, die zudem fast 20 Prozent günstiger sind als noch vor vier Jahren.

Dafür sind in Cham die Preise für Flächen in Einkaufs- oder Fachmarktzentren gestiegen und in Spitzenwerten nun fast doppelt so teuer als in der Innenstadt. Aber auch hier spielt Regensburg in einer anderen Liga: Dort schlägt in Einkaufszentren der Quadratmeterpreis zum Teil mit fast 100 Euro zu Buche.

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Regensburg bleibt also für den Einzelhandel ein teures Pflaster. Die enorme Anziehungskraft der Stadt spiegelt sich auch in den Mieten nieder. Denn der Grund und Boden ist und bleibt teuer. Es sind bestimmte Geschäftslagen, die stagnieren. Die Bodenpreise steigen weiterhin.

Parkplätze immer begehrter

So bleibt bei Büroflächen der Aufwärtstrend ungebrochen. Dabei wird die Ausstattung im Hinblick auf die Digitalisierung immer wichtiger. Büroräume, die digitales Arbeiten ermöglichen, können oft auch höhere Mieten einnehmen. Da schneiden auch Randlagen besser ab, wenn die Ausstattung und - was immer wichtiger wird - die Verkehrsanbindung stimmen.

Ein weiterer Trend wird auch sichtbar: Die Mieten für Parkplätze verzeichnen hohe Steigerungsraten. Öffentlicher Parkraum ist in den den Innenstädten knapp. Da ist der eine oder andere offenbar bereit, für den eigenen Stellplatz tiefer in die Tasche zu greifen.

Die IHK Regensburg für Oberpfalz/Kelheim hat für den Gewerberaum-Mietspiegel, den sie seit 2009 erstellt, 8000 Mitgliedsunternehmen aller Branchen befragt.

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