MyMz
Anzeige

Regensburg strahlt Lebensqualität aus

Weiche Standortfaktoren werden beim Kampf um die besten Köpfe wichtiger. Hier kann die Hauptstadt der Oberpfalz punkten.
von Mechthild Angerer, MZ

Prima Klima: Für junge Leute ist Regensburg auch wegen der hohen Arbeitsplatzdichte attraktiv.

Regensburg. Was können Unternehmen tun, um sich im „Kampf um die besten Köpfe“ die Pole Position zu sichern? Diese Sorge treibt auch Regensburger und Oberpfälzer Firmen um, die den zunehmenden Fachkräftemangel bereits heute spüren. Die studentische Unternehmensberatung Intouch Consult hat sich daran gemacht, diese Frage zu klären – und zwar mit denen, die es am besten wissen sollten: Sie befragten exakt 571 Studenten von Universität und Hochschule Regensburg nach ihren Einschätzungen zur Region und ihren bevorzugten Recruiting-Kanälen. Die Ergebnisse ihrer Studie „Employer Branding Oberpfalz 2.0“ stellten die jungen Unternehmensberater jetzt im Rahmen der „1. Regensburger Business Night“ vor.

Wichtige Motivationsfaktoren

Erstellt wurde die Studie von einem vierköpfigen Projektteam unter Leitung von Anne-Kathrin Engbers. Bei der Präsentation der Studie vor Firmenvertretern aus der Region beleuchtete Engbers zunächst die Kerndaten der Arbeitsmarktregionen Oberpfalz und Regensburg: „Mit seiner hohen Arbeitsplatzdichte erreicht Regensburg im Vergleich mit Städten über 120.000 Einwohnern deutschlandweit einen dritten Platz und muss sich nur Wolfsburg und Frankfurt geschlagen geben.“ Bemerkenswert sei hier vor allem der hohe Anteil von Fachhochschul- bzw. Hochschulabsolventen an der Beschäftigung. Die Oberpfalz dagegen punkte durch die Möglichkeit, „natürlich zu leben und high-tech zu arbeiten“.

Den Kerndaten stellte Engbers die Einschätzungen der befragten 314 Universitäts- und 257 Hochschulstudenten aller Fachrichtungen gegenüber: 88 Prozent der Studierenden schätzen die Lebensqualität in Regensburg hoch oder sogar sehr hoch ein, für die Oberpfalz votierten 57 Prozent. Bei der Arbeitsmarktattraktivität liegt Regensburg mit 60 Prozent Zustimmung deutlich vor der Oberpfalz, die nur von 23 Prozent der Studierenden als attraktiv oder sehr attraktiv beurteilt wurde. Signifikant ist hier der Unterschied zwischen Uni- und Hochschulstudenten, Letztere beurteilen Regensburg mit 75,7 Prozent als attraktiv, bei den Universitätsstudenten sind das nur 47,4 Prozent.

Um trotzdem genügend und vor allem geeignete Mitarbeiter zu rekrutieren, haben die Unternehmen mithilfe von „Employer Branding“, also der Profilierung als attraktiver Arbeitgeber, die Möglichkeit, auf die von den Probanden geäußerten „Wünsche“ an ihr zukünftiges Arbeitsumfeld einzugehen: Bei den Motivationsfaktoren rangierten Arbeitserfolg und ein gutes Verhältnis zu den Kollegen mit über 90 Prozent ganz oben, während „Verantwortung“ und „Status“ mit unter 70 Prozent die Schlusslichter bilden.

Der direkte Draht zur Wirtschaft

Zwischen diesen Polen finden sich zwölf weitere, fast gleichgewichtete Faktoren, die von Anerkennung und Lohn bis zu den Arbeitsplatzbedingungen und der Jobsicherheit reichen.

Eine Überraschung förderte die Analyse der Quellen zutage, wie sich Studenten über Jobangebote informieren: Soziale Netzwerke wie Facebook, Twitter, Xing und Linkedln spielen kaum eine Rolle, nur 20 bis 25 Prozent gaben diese an. Auch Internet-Portale wie Stepstone und Monster sind weitestgehend unbekannt (70 Prozent). Dafür erwies sich die Homepage der Bundesagentur für Arbeit als häufig frequentiert, weitere Methoden zur Arbeitsplatzsuche sind Jobbörsen der Uni bzw. Hochschule sowie die Websites der Unternehmen. Als die attraktivsten Personal-Marketingmethoden wurden die Unterstützung bei Abschlussarbeiten und Dissertationen sowie Praktika und Werkstudentenjobs genannt. Personalmessen werden dagegen kaum wahrgenommen.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht