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Umstrukturierung

Scharfe Kritik vom Conti-Betriebsrat

Der Konzern baut Stellen ab. Für die Krise sei auch die Führung verantwortlich, sagen Arbeitnehmervertreter.
Von Sandra Adler

Der Autozulieferer und Reifenhersteller Continental will sich mit einem weitreichenden Umbauprogramm gegen die aufziehende Branchenkrise stemmen. Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa
Der Autozulieferer und Reifenhersteller Continental will sich mit einem weitreichenden Umbauprogramm gegen die aufziehende Branchenkrise stemmen. Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa

Regensburg.Vergangene Woche präsentierte der Aufsichtsrat von Continental sein Programm gegen die aufziehende Branchenkrise. Nun wandten sich Gewerkschaften und Konzernbetriebsrat in einem Brief an die Mitarbeiter.

Bis Ende 2023 seien weltweit 15 000 Stellen von Veränderungen betroffen, davon 5000 in Deutschland, hatte der Dax-Konzern am Mittwoch nach einer Aufsichtsratssitzung in Hannover mitgeteilt. Bis 2029 dürften sogar 20 000 Stellen betroffen sein, darunter 7000 in Deutschland. In Roding droht womöglich sogar die Schließung des gesamten Standorts. 540 Arbeitsplätze stehen im Feuer.

Laut des Briefes des Betriebsrats könnten die vom Vorstand genannten Stellen in Form von Umqualifizierung, Verlagerung aber auch Wegfall betroffen sein. Laut Arbeitnehmervertreter kämen die vom Vorstand geplanten Maßnahmen der Belegschaft teuer zu stehen und könnten in dieser Form und der geplanten Tiefe nicht akzeptiert werden.

Betriebsratsvorsitzender verweist auf Managementfehler

Hasan Allak, Konzernbetriebsratsvorsitzender bei Continental, verurteilt die Planungen des Vorstands. Laut einer Pressemitteilung halte er nicht alleine betriebsstörende und technologische Veränderungen für den Hintergrund der Entscheidungen. „Hier wurden auch in der Vergangenheit Managementfehler gemacht, für die jetzt teilweise Mitarbeiter die ‚Zeche‘ zahlen sollen“, so Allak weiter. Er erwarte nun, dass die Standorte anhand etwa des konzerninternen Arbeitsmarktes und Qualifizierungsmaßnahmen Alternativen ausarbeiten können. Allak ergänzt: „Dieser Prozess gilt selbstverständlich als ergebnisoffene Debatte – daran messe ich am Ende den Vorstand!“

Wirtschaft

Conti-Mitarbeiter kämpfen um ihre Jobs

Der Rodinger Betriebsrat und die Gewerkschaft drohen mit „enormer Protestwelle“, falls es zum Stellenabbau kommen sollte.

„Hier sollen allein die Beschäftigten für Managementfehler zahlen“, erklärt auch Christiane Benner, 2. Vorsitzende der IG Metall und stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende der Continental AG. Angesichts des Wandels auf dem Automobilmarkt, etwa in Richtung E-Mobilität, fordert sie Perspektiven für die Beschäftigten: Sie müssten qualifiziert werden und auch in der Transformation berufliche Chancen bekommen.

Perspektiven statt reflexhafte Entlassungen

Francesco Grioli, Mitglied des geschäftsführenden Hauptvorstands der IG BCE, und Mitglied im Aufsichtsrat der Continental verweist auf Umqualifizierung für Arbeitnehmer mit Kompetenzen auf dem Gebiet der Verbrennertechnik und eine Facharbeiterausbildung für An- und Umgelernte. „Wir fordern Continental auf, statt reflexhaft auf Entlassungen zu setzen, die Möglichkeiten des internen Arbeitsmarktes aktiv zu nutzen“, so Grioli.

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Massive Umstrukturierung bei Continental

Der Standort Regensburg sei zwar nicht betroffen, heißt es. Roding könnte es aber hart treffen. Die Werksschließung droht.

In ihrem gemeinsamen Schreiben an die Mitarbeiter stellen der Konzernbetriebsrat, die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat, die Konzern-Jugend-und-Auszubildenden-Vertretung, die Konzernschwerbehindertenvertretung und die Gewerkschaften IGM und IG BCE in fest, dass die Arbeitnehmervertreter bisher lediglich einer ergebnisoffenen Prüfung der Maßnahmen zugestimmt hätten. Vor dem Hintergrund der negativen Umsatz- sowie Marktentwicklung sollten Beratungen mit den lokalen Betriebsräten beginnen können. Sie fordern, eine gemeinsame Lösung zu finden.

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