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Auszeichnung

Schau mir in die Augen, Smartphone

Mit ihrem Iris-Scanner für mobile Geräte gewinnt die Regensburger Osram Opto den Innovationspreis der Wirtschaftszeitung.

  • Bianka Schnabel (Osram Opto, weiße Bluse), nahm den Innovationspreis entgegen; daneben Vertreter der elf nominierten Firmen sowie von Jury und Sponsoren. Foto: Lex.
  • Ellen Großmann, Absolventin der OTH Regensburg, ist die Gewinnerin des 3. Studentenpreises der Wirtschaftszeitung Foto: Lex.

Regensburg.Für ihren „Iris-Scanner“, einer Infrarottechnologie, die das Entsperren von mobilen Endgeräten durch das Scannen der Iris ermöglicht, ist die Osram Opto Semiconductors GmbH aus Regensburg am Dienstagabend im Rahmen einer Gala im Regensburger Cinemaxx-Kino mit dem Innovationspreis der Wirtschaftszeitung 2015 ausgezeichnet worden.

Zwölf Unternehmen waren mit Produkten und Entwicklungen für den Innovationspreis nominiert. Am Ende überzeugte die Jury die Innovationskraft der von Osram Opto.

Sonderpreis nach Straubing

Mit dem Innovationspreis zeichnet die Wirtschaftszeitung zukunftsweisende Projekte und Geschäftsideen aus Ostbayern aus. Der Preis wurde zum fünften Mal verliehen. Bisherige Preisträger sind die R. Höllein Carolinenhütte GmbH (2011) aus Kallmünz (Kreis Regensburg), die Maschinenfabrik Reinhausen (Regensburg), die PCO AG (Kelheim) sowie die Sturm Gruppe (Salching).

Zudem vergab die Wirtschaftszeitung in diesem Jahr einen „Sonderpreis der Wirtschaftszeitung für Gründer“. Diesen gewann die ZAP Systemkomponenten GmbH aus Straubing/Sand für den ZAP-Röntgen-Rückstreusensor.

Die Gewinnerin des zum dritten Mal ausgelobten „Studentenpreises der Wirtschaftszeitung“ ist Ellen Großmann, Absolventin der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH) Regensburg. Ihre Masterarbeit „Inklusion von Menschen mit Behinderung im Unternehmen“, die sie im Masterstudiengang Human Ressource Management abgelegt hatte, erhielt die meisten Jurystimmen.

Erster Einsatz in Japan

In Agentenfilmen sichern Iris-Scanner schon seit einiger Zeit Labore, Tresorräume oder geheime Daten. Osram hat aus der Fiktion nun Realität werden lassen – auf dem Smartphone: Mithilfe von Infrarottechnologie ist erstmals die Entsperrung mobiler Endgeräte durch Scannen der Iris möglich. Die in Regensburg entwickelte und hergestellte Technologie wird im Smartphone Arrows NX F-04G von Fujitsu Limited, das vom japanischen Telekommunikationsunternehmen NTT Docomo Inc. vertrieben wird, eingesetzt. Das bislang nur in Japan erhältliche Gerät ist das weltweit einzige für Endverbraucher, das sich dieser als äußerst sicher beschriebenen Funktion bedient.

Sehen Sie hier ein Video von der Veranstaltung:

Der Innovationspreis der Wirtschaftszeitung

Das sichere Entsperren von Mobiltelefonen oder Tabletcomputern wird immer wichtiger, da vermehrt sensible Transaktionen wie Onlinebanking oder Einkäufe über diese Geräte getätigt werden. Deshalb gewinnen biometrische Identifizierungsverfahren, die den Benutzer eindeutig als zugriffsberechtigten Besitzer ausweisen, immer stärker an Bedeutung: Neben Fingerabdruckscans liegt das Augenmerk vieler Hersteller derzeit auf dem Iris-Scanner.

Spezielle Wellenlänge

Bei dieser biometrischen Entsperrtechnik wird das Auge mit infrarotem Licht beleuchtet, während gleichzeitig die Kamera des Geräts ein Bild der Iris aufnimmt, in dem charakteristische Merkmale identifiziert werden.

Als erster Hersteller hat Osram Opto Semiconductors die Serienreife erreicht. Dabei verwendet die Regensburger Tochter des in München ansässigen Mutterunternehmens Osram infrarote Leuchtdioden (IRED) als Lichtquelle. Die Leuchtdiode Oslux SFH 4780S weist eine Wellenlänge von 810 Nanometern auf. „Diese spezielle Wellenlänge wurde hier erforderlich, da die gängigen Wellenlängen 850 und 940 Nanometer bei dieser Technik nicht funktionieren“, erklärt Bianka Schnabel, Marketingmanagerin für Infrarotprodukte bei Osram.

Effiziente Lichtquelle

In sechs Monaten Entwicklungszeit – dem gängigen Zeitraum im Smartphonebereich – wurde der Chip entwickelt. Die Wellenlänge von 810 Nanometern macht es nun möglich, dass der Scanner zuverlässig das Irismuster aller Augenfarben – von braun über blau bis hin zu grün und grau – erkennt. Die Lichtquelle arbeitet effizient, damit die Akkulaufzeit der mobilen Geräte nicht maßgeblich verkürzt wird. Die Innovation wurde kürzlich mit dem Kaiser-Friedrich-Forschungspreis 2015 ausgezeichnet, der alle zwei Jahre für herausragende und anwendungsnahe Forschung in den optischen Technologien ausgelobt wird.

Wir brauchen wirkliche Revolutionen

Was Innovationen bedeuten, versuchte der Gastredner Dr. Rainer Stetter zu verdeutlichen. Der Geschäftsführer der Firma ITQ (Garching) forderte: „Mehr Spinner braucht das Land.“ Mit Spinnern meint er Erfinder, die etwas wirklich Neues, Revolutionäres denken und realisieren. Eine Fähigkeit, die nach Stetters Ansicht in Deutschland mittlerweile kaum noch erkennbar sei. Sein Wunsch: „Wir müssen schnell schneller werden und schnell viele Ideen ausprobieren.“ Der Elektroautobauer Tesla zeige, wie eine Revolution funktioniere. Deren Dynamik werde stärker ausfallen als es jetzt noch erscheine.

.(fl)

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