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Wirtschaft
Mittwoch, 22. August 2018 29° 2

Messe

Studierende – begehrt und umworben

Auf der Firmenkontaktmesse Connecta sollen Arbeitgeber und Nachwuchskräfte zusammenfinden. Das scheint gut zu funktionieren.
Von Bernhard Fleischmann, MZ

Offener Ton, freundlicher Umgang – die Studierenden werden auf der Connecta von den Firmenvertretern mit offenen Armen empfangen. Fotos: Lex
Offener Ton, freundlicher Umgang – die Studierenden werden auf der Connecta von den Firmenvertretern mit offenen Armen empfangen. Fotos: Lex

Regensburg.„Super“, „top“, „sehr freundlich“ – bei der Kontaktmesse Connecta herrscht ein höchst erfreulicher Ton. Jedenfalls empfinden das die Studierenden so, die hier unter einer riesigen Auswahl an Firmen und sozialen Einrichtungen ihre ersten Schritte in Richtung Berufsleben vorbereiten wollen. Während etwa die beiden Physiker Philipp Faltermeier und Leonhard Schell ihre ersten Festanstellungen planen und dazu unter anderem die Stände von Osram Opto, Infineon oder Brunel besucht haben, fühlen Verena Salan und Daje Weber wegen Praktikumsplätzen vor. Osram Opto, Infineon ... ihre Adressaten sind relativ schnell aufgezählt, für Mikrosystemtechnikerinnen ist die Auswahl doch eher überschaubar.

Praktikanten werben Praktikanten

Nahezu 190 Aussteller präsentieren sich bei der diesjährigen Firmenkontaktmesse an der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH) Regensburg gestern und heute. Kein Vergleich zu den eher bescheidenen Anfängen im Jahr 1996. Auch Unternehmen aus dem weiteren Umkreis bemühen sich hierher, um künftige Hoffnungsträger für sich zu interessieren. Viele der Unternehmen haben auch Praktikanten an ihre Stände mitgenommen. Sie sollen authentisch wiedergeben, was Studierende in diesen Betrieben tatsächlich erwartet.

Wenn man sich erst mal kennt...

Sie stellen die Chancen bei der Firma Lausser vor: Personalchef Markus Zimmermann, Personalreferentin Stephanie Mayer und Praktikant Daniel Pfeffer (v.l.). Foto: Fleischmann
Sie stellen die Chancen bei der Firma Lausser vor: Personalchef Markus Zimmermann, Personalreferentin Stephanie Mayer und Praktikant Daniel Pfeffer (v.l.). Foto: Fleischmann

Ein Beispiel ist Daniel Pfeffer, der gemeinsam mit Personalleiter Markus Zimmermann und Personalreferentin Stephanie Mayer die Firma Lausser repräsentiert. Der Anbieter von technischer Gebäudeausrüstung sitzt in Pilgramsberg im Landkreis Straubing-Bogen, also abseits jeglichen städtischen Lebens. Das ist beileibe kein Vorteil, wenn es darum geht, Nachwuchskräfte für sich zu begeistern.

Aber die Firma will punkten mit familiärer Atmosphäre, Teamorientierung, Karrierechancen. Praktikant Pfeffer ist erst seit zwei Monaten dabei. Er fühlt sich wohl und freut sich darüber, dass er in einem Projektteam für die technische Ausarbeitung von Lüftungssystemen durchaus qualifizierte Aufgaben übernehmen darf. Er möchte am liebsten bei Lausser bleiben – und bestätigt Personalchef Zimmermann in dessen Aussage: „Wen wir mal haben, den haben wir.“ Sprich – wer da arbeitet, will nicht mehr weg.

Erst mal den Fuß in die Tür bekommen

Die Studierenden sind begehrt. Wen man auch fragt – ernsthafte Nöte äußert niemand unter den jungen Frauen und Männern, möglicherweise keine Stelle fürs Praktikum oder die erste Anstellung zu finden. Zwar gibt sich Philipp Faltermeier noch vorsichtig über seine konkreten Einstiegschancen in den Job. Er will illusionslos erst mal den Fuß in die Tür bekommen und meint, als Physiker müsse er hinnehmen, dass er etwa mit einem Informatiker nicht konkurrieren könne. Dennoch ist er optimistisch, dass es klappt.

Schon früh füllten sich am Mittwoch die Gänge zwischen den Firmenständen. Foto: Lex
Schon früh füllten sich am Mittwoch die Gänge zwischen den Firmenständen. Foto: Lex

„Wenn wir nur einen finden..“

Solche Einschätzungen werden allerorten bestätigt. Praktisch niemand kennt hier Assystem. Der französische Konzern, ein Engineering-Dienstleister für Software- und Systemlösungen, hat sich eben erst mit vier Beschäftigen in Regensburg niedergelassen, sucht aber fleißig Leute. „Wir wollen hier viel größer werden“, sagt Junior Recruiter Martin Herzog. Besonders auf Software- und Systementwickler hat es Assystem abgesehen. „Wenn wir nur einen finden, den wir einstellen, dann hat sich die Connecta für uns schon gelohnt“, sagt Herzog.

„Von selbst kommen sie nicht“

Ebm-Papst präsentiert sich mithilfe von VR-Brillen. Foto: Lex
Ebm-Papst präsentiert sich mithilfe von VR-Brillen. Foto: Lex

Weitaus mehr Studierende landen am Ende bei ebm-papst. Der zweitgrößte Industriebetrieb in Landshut mit dort 1200 Mitarbeitern ist der weltweit größte Hersteller von Ventilatoren und Elektromotoren für die Heiztechnik und die Hausgerätetechnik. „Wir finden schon Leute, aber wir müssen schon einiges dafür tun“, sagt ebm-Repräsentant Marco Pernstecher. Denn „von selbst kommen sie nicht“. Das Unternehmen hat extra 360-Grad-Videos gedreht, um sich vorzustellen. Mittels Virtual-Reality-Brillen erhält der Besucher auf der Connecta Einblick ins Unternehmen, sozusagen eine Führung wie vor Ort. Zweifellos eine gute Idee, um Interesse zu wecken, wie die permanente Nachfrage nach der VR-Show zeigt. Ebm war bereits vier mal auf der Regensburger Messe vertreten, geht aber auch auf viele andere Hochschulmessen.

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Die Messe Connecta

  • Das Angebot

    Die Firmenkontaktmesse Connecta gibt es seit 1996. Sie dauert zwei Tage. Speziell daran: Die knapp 190 Aussteller teilen sich den Mittwoch und Donnerstag. Jeder Aussteller – mit Ausnahme der Bundesagentur für Arbeit – ist nur an einem Tag vor Ort. Über Nacht werden die Stände neu belegt.

  • Die Vorträge

    Neben den Ständen gibt es eine Reihe von Vorträgen, etwa über die Gründung eines Startups, Bewerbung oder über Assessment-Center.

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