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Bilanz

Viel weniger Pleiten in der Region

Der Boom dauert an: In den Oberpfälzer Städten ist die Zahl der Insolvenzen im ersten Quartal stark gesunken.
Von Marion Koller

Eine Insolvenz in der Region: Der Regensburger Club Suite 15 ist 2017 Pleite gegangen. Foto: Pielmeier
Eine Insolvenz in der Region: Der Regensburger Club Suite 15 ist 2017 Pleite gegangen. Foto: Pielmeier

Regensburg. Regensburg. Eine Reihe von Insolvenzmeldungen schreckte die Region im Vorjahr auf. Der juristisch wohl spektakulärste Fall war die Schüttgut-Spedition Minag in Nittendorf. Das Unternehmen Chemie Kelheim, ein Schwefel- und Oleumproduzent, ging pleite. Die Regensburger Firma Bulb.Disco.GmbH. von Sascha Al-Mahmoud rutschte in die Insolvenz. Er musste den Club Suite 15 schließen. Trotz der Einzelfälle ist 2017 die Zahl der regionalen Pleiten erneut gesunken – bei Privatpersonen und Unternehmen.

Im ersten Quartal 2018 geht die positive Entwicklung weiter. Bayernweit registrierte das Landesamt für Statistik 3215 Insolvenzverfahren. Das sind fast sechs Prozent weniger als im gleichen Zeitraum 2017. Der Freistaat steht in Sachen Firmeninsolvenzen insgesamt gut da: Im Schnitt gehen lediglich 42 von 10 000 Unternehmen pleite. Deutschlandweit sind es 61. Allerdings sind einige Branchen deutlich gefährdeter als andere: Bundesweit das riskanteste Geschäft ist die Eröffnung einer Bar – im Schnitt müssen laut Creditreform 613 von 10 000 Bars dichtmachen.

In der Oberpfalz gab es im ersten Quartal 2018 laut Bayerischem Landesamt für Statistik 243 Insolvenzverfahren, drei weniger als im Vorjahreszeitraum. Das klingt nach einer nur unwesentlichen Verbesserung. Doch der detaillierte Blick auf die Daten zeigt, dass sich die Situation in den Oberpfälzer Städten und in einigen Landkreisen, darunter auch dem niederbayerischen Kelheim, ausgesprochen gut entwickelt hat. Nur wenige Randgebiete leiden unter massiven Pleiten. In Regensburg ging die Zahl der Insolvenzen im ersten Vierteljahr 2018 um satte 20,6 Prozent auf 27 zurück (vorher 34). Kein Wunder: Die Domstadt mit ihren weltweit tätigen Unternehmen – von BMW über Conti bis zur Maschinenfabrik Reinhausen – und zahlreichen Mittelständlern boomt. Viele Firmen wollen erweitern und suchen händeringend Fachkräfte, besonders im IT-Bereich. Auch den Privatleuten geht es gut, weil die Stadt etwa so viele Jobs bietet, wie sie Einwohner hat.

Stark gesunken ist die Zahl der Insolvenzen im Kreis Schwandorf: um fast 31 Prozent auf 34 (Vorjahreszeitraum 49). Im Landkreis Cham mussten im ersten Quartal 24 Pleiten verkraftet werden, vier Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Im Landkreis Neumarkt sind wieder 24 Firmen und Privatleute pleitegegangen, wie im Frühjahr 2017. Gut macht sich der niederbayerische Nachbar-Landkreis Kelheim, wo die Zahl der Insolvenzen im ersten Vierteljahr 2018 um rund 38 Prozent zurückging: von 29 im Vorjahresquartal auf 18. Ausreißer ist der Landkreis Regensburg. Dort gab es mehr Insolvenzen (18, ein Plus von 12,5 Prozent). Alarmierend erscheint die Situation in den Oberpfälzer Rand-Landkreisen Neustadt/Waldnaab (plus 63 Prozent auf 31 Verfahren) und Tirschenreuth (plus 33,3 Prozent auf 20).

Dank guter Konjunktur sinkt zwar die Zahl der bayerischen Pleiten, doch ein einziger Betrugsfall hat einen Milliardenschaden verursacht. Die Pleite des Münchner Container-Vermieters P&R hat einen Schaden von bis zu vier Milliarden Euro verursacht, so Creditreform.

Höhere Schäden

  • Unternehmenspleiten:

    Diese gehen laut Wirtschaftsforschung der Creditreform bundesweit seit Jahren zurück: Im ersten Halbjahr 2018 waren es 9900, im Vorjahreszeitraum 10 240 (Vorjahr: 20 140). 2009 gab es noch 32 930.

  • Schäden:

    Die Schäden für die Insolvenzgläubiger steigen allerdings und summieren sich auf 15,5 Milliarden Euro (erstes Halbjahr 2017: 13 Milliarden).

  • Betroffene:

    Das Gros der Pleiten trifft Dienstleister.

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