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Wirtschaft
Sonntag, 22. Juli 2018 28° 8

Gala

Wirtschaftszeitung feiert klasse Ideen

Für wegweisende Software erhält die Firma CTS den Innovationspreis. Auch App-Erfinder und eine Studentin können sich freuen.
Von Marion Koller

  • Den Innovationspreis erhielt die Firma CTS aus Burgkirchen, die den unterbrechungsfreien Datenfluss in der Industrie sichert. Dr. Martin Kammerer von der IHK Regensburg und Redaktionsleiter Martin Angerer (re.) überreichten ihn. Foto: Tino Lex
  • Bachelorabsolventin Laura Strobl von der Hochschule Landshut freut sich über den Studentenpreis der Wirtschaftszeitung. Foto: Hochschule Landshut
  • Dr. Martin Kammerer, Geschäftsführer des IHK-Gremiums Regensburg, hielt die Laudatio zum Innovationspreis. Foto: Lex
  • Conti-Personalleiter Michael Staab hielt die Laudatio zum Studentenpreis. Foto: Lex
  • Mehr als 200 Vertreter der Wirtschaft und Wissenschaft waren ins Cinemaxx zur Preisverleihung gekommen. Foto: Lex
  • Zum Finale traten alle Mitwirkenden auf die Bühne. Foto: Lex
  • Marina Gottschalk führte charmant durch den Abend und stellte die Preisträger sowie ihre Vertreter vor. Die Gewinnerin des Studentenpreises, Laura Strobl, weilt in Chile. Ihr Vater (2.v.li.) nahm den Preis für sie entgegen. Foto: Lex

Regensburg.Unbegrenzter Datenfluss für die Industrie, eine App, die vor Wildunfällen warnt, und Kunststoffrecycling in der Autoproduktion: Drei herausragende Ideen hat die Wirtschaftszeitung des Mittelbayerischen Verlags ausgezeichnet. Bei einer festlichen Gala am Donnerstagabend im Cinemaxx mit mehr als 230 Gästen aus der ostbayerischen Wirtschaft und Wissenschaft wurden die Preise überreicht. MZ-Moderatorin Marina Gottschalk führte sehr charmant durch den Abend.

Gewinner des Innovationspreises 2017 ist die CTS GmbH aus Burgkirchen. Den erstmals verliehenen Sonderpreis für Gründer sicherte sich die Wuidi GmbH aus Leiblfing. Bachelorabsolventin Laura Strobl von der Hochschule Landshut freute sich über den Studentenpreis.

Koffer aus „grünen“ Rohstoffen

Die Firma CTS (Competence for Technical Solutions) ist bereits der siebte Träger des Innovationspreises. Zu den Nominierten zählten diesmal ein Onlineshop für getragene Damenkleidung, der Hersteller eines Koffers, der zu 80 Prozent aus „grünen“ Rohstoffen besteht, ein Marktforscher, der ein sofortiges Feedbacksystem entwickelt hat, und der Hersteller eines optimalen Rückentrainingsgeräts.

Die Inhaber der Firma „Wuidi“ nahmen den Gründerpreis entgegen. Rechts Martin Angerer, Redaktionsleiter der Wirtschaftszeitung. Foto: Tino Lex
Die Inhaber der Firma „Wuidi“ nahmen den Gründerpreis entgegen. Rechts Martin Angerer, Redaktionsleiter der Wirtschaftszeitung. Foto: Tino Lex

„Die Gründerzahl geht in Ostbayern entgegen dem Trend nach oben“, sagte Marina Gottschalk bei der Begrüßung im Kinosaal. Martin Angerer, Redaktionsleiter der Wirtschaftszeitung, bezeichnete den Wettbewerb um den Innovationspreis als „Spiegelbild der regionalen Wirtschafts- und Innovationskraft“. Die Firma CTS (Competence for Technical Solutions) ermöglicht den unterbrechungsfreien Datenfluss in der Wirtschaft. Ihre Software schafft es, dass alle Prozessdaten, Alarme und Ereignisse sämtlicher Produktionssysteme nicht nur an einem Standort, sondern auch zwischen verschiedenen Unternehmensniederlassungen verfügbar sind – und zwar weltweit und in Echtzeit.

Sie führen zu einem fundierten Gesamtbild, das von Menschen oder automatisch getroffene Entscheidungen zulässt. „Es ist nicht möglich, die Anforderungen der Industrie 4.0 mit veralteten Softwaresystemen zu bedienen“, betonte Timo Klingenmeier im Vorfeld der Verleihung. Er ist Geschäftsführer der Kölner Firma inmation, die eng mit CTS kooperiert. Das System wird von Chemie- und Pharmaunternehmen eingesetzt. Bei der Entwicklung fahrerloser Transportsysteme und bei der reibungslosen Zusammenarbeit zwischen Mensch und Roboter ist es nützlich. Dr. Martin Kammerer, Geschäftsführer des IHK-Gremiums Regensburg, hielt die Laudatio.

Die „Wuidi“-App warnt vor Wildunfällen

Den Gründerpreis nahm die Wuidi GmbH von Jozo Lagetar, Alfons Weinzierl und Alexander Böckl für ihre gleichnamige App entgegen. Alle zwei Minuten passiert auf Deutschlands Straßen ein Wildunfall. Die App warnt vor dem Reh, das in die Fahrbahn springt. Genau das geschah nämlich Weinzierl und Böckl, als sie vor vier Jahren heimfuhren nach Leiblfing bei Straubing. Also entwickelten sie die – kostenlose – Wildwarner-App. Heute verlassen sich mehr als 10 000 bayerische Autofahrer auf „Wuidi“. Die App informiert die Fahrer orts- und zeitabhängig, wenn sie Gebiete mit häufigem Wildwechsel durchqueren. Die Warnung erfolgt entweder über eine App oder dank Bluetooth-Koppelung direkt über das Lautsprechersystem im Auto. Kommt es dennoch zum Unfall, erhält der Nutzer eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie er vorgehen soll, und – mit Hilfe von GPS – die Kontaktdaten der zuständigen Polizeiinspektion oder des Jagdpächters. Die Wuidi-Gründer denken vor allem an Fahranfänger, für die das Crashrisiko höher ist.

Studentin meldet sich aus Chile

Studentin Laura Strobl von der Hochschule Landshut untersuchte in ihrer Bachelorarbeit „Stand und Perspektiven des Recyclings von CFK Materialien“. Das war der Wirtschaftszeitung den Studentenpreis wert. Hochwertige Recyclingverfahren werden immer wichtiger, vor allem für Industrieabfälle. Laura Strobl, die Energie- und Leichtbautechnik studiert, beschäftigte sich mit einem praktischen Beispiel. Für kohlenstofffaserverstärkte Kunststoffe (CFK), die wegen ihres geringen Gewichts im Flugzeug- und Autobau verwendet werden, gibt es noch kein befriedigendes Recycling. Strobl verglich bestehende Verfahren und kam zu dem Schluss, dass sich die Forschung auf die Verwendung der Recyclingfasern in neuen Produkten konzentrieren soll. Conti-Personalleiter Michael Staab hielt die Laudatio. Den Preis nahm der stolze Papa entgegen, weil Laura in Chile weilt. Per Videobotschaft dankte die Bachelorabsolventin.

Martin Wunnike, Vorsitzender der Geschäftsführung des Mittelbayerischen Verlags, stellte den neuen Wirtschaftszeitung Businessclub vor, eine Plattform zum Netzwerken. Foto: Lex
Martin Wunnike, Vorsitzender der Geschäftsführung des Mittelbayerischen Verlags, stellte den neuen Wirtschaftszeitung Businessclub vor, eine Plattform zum Netzwerken. Foto: Lex

Martin Wunnike, Vorsitzender der Geschäftsführung des Mittelbayerischen Verlags, stellte den neuen Wirtschaftszeitung Businessclub vor, eine Plattform zum Netzwerken. Der Club bietet regionalen Entscheidern ab Juni inspirierende Vorträge und Kamingespräche. MZ-Verleger Peter Esser kam in diesem Jahr nicht zur Preisverleihung, dafür erschienen seine drei Söhne Felix, Julian und Moritz.

Sponsoren des Innovationspreises sind: Hypovereinsbank, Siemens, BayBG sowie die MTG Wirtschaftskanzlei Regensburg. Die Wirtschaftszeitung des Mittelbayerischen Verlags erreicht mehr als 17 000 Wirtschaftsvertreter. Sie erscheint einmal im Monat und berichtet über Handel, Handwerk, Industrie und Gewerbe.

Weitere Nachrichten aus der Wirtschaft lesen Sie hier.

Studentenpreis und Gründerpreis

  • Laura Strobl

    hat in ihrer Bachelorarbeit am Beispiel der Autoindustrie verschiedene Ansätze verglichen, wie Kunststoffe recycelt werden können. Dafür hat sie den Studentenpreis der Wirtschaftszeitung erhalten.

  • Die Wuidi GmbH

    aus Leiblfing hat den erstmals verliehenen Gründerpreis entgegengenommen. Jozo Lagetar, Alfons Weinzierl und Alexander Böckl haben die App Wuidi erfunden, die vor Wildunfällen warnt.

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