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Handel

Zum „Heimatshoppen“ in die Innenstädte

IHK und Einzelhandel in der Oberpfalz wollen die Kunden für das lokale Einkaufen vor Ort sensibilisieren.
Von Andrea Leopold

Sie präsentierten in Regensburg die Initiative Heimatshoppen (v.l.): Mirko Fröhlich (Arkaden), Günther Hölzl (Handelsverband), Martin Kammerer (IHK Regensburg), Dr. Matthias Segerer (IHK), Ingo Saar (Altstadt) und Thomas Zink (DEZ)  Foto: Andrea Leopold
Sie präsentierten in Regensburg die Initiative Heimatshoppen (v.l.): Mirko Fröhlich (Arkaden), Günther Hölzl (Handelsverband), Martin Kammerer (IHK Regensburg), Dr. Matthias Segerer (IHK), Ingo Saar (Altstadt) und Thomas Zink (DEZ) Foto: Andrea Leopold

Regensburg.Ist es egal, wo wir einkaufen? „Nein! Ist es nicht“, finden die Initiatoren der Aktion „Heimatshopping“, allen voran Dr. Matthias Segerer von der IHK Regensburg. Am Wochenende vom 13. und 14. September möchten die Regensburger Altstadtkaufleute, Donau-Einkaufszentrum, Regensburg Arkaden und der Handelsverband Bayern die Verbraucher sensibilisieren, dass der Handel vor Ort nicht nur zur Versorgung der Bevölkerung beiträgt, sondern auch eine wichtige gesellschaftliche Rolle innehat. „Der Kunde kommt nicht mehr zur Ware ins Geschäft, sondern die Ware zunehmend zum Kunden“, konstatiert der Bereichsleiter Verkehr, Handel und Stadtentwicklung IHK Regensburg, Matthias Segerer.

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Der Handel vor Ort gelte als entscheidender Baustein, die Attraktivität eines Standortes zu sichern. Nach einer Prognose des Handelsverbandes Deutschland werden in diesem Jahr etwa elf Prozent des Umsatzes online gemacht. Dies entspreche einer Summe von 58 Milliarden Euro. Im Jahr 2000 waren es erst 1,5 Milliarden Euro. Einzelne Branchen wie Elektronik und Bekleidung/Schuhe sind Spitzenreiter beim Online-Shopping. Jeder vierte Euro wird derzeit online ausgegeben. Sinkende Passantenfrequenzen in der Regensburger Altstadt von 25 Prozent in der Zeit zwischen 1997 und 2017 bedeuten ein Minus beim Umsatz und den Verkaufsflächen - und außerdem mehr Leerstände. „Eine Innenstadt ohne Kunden, ohne Leben, das ist nicht nur schädlich für das Geschäft, sondern auch für das Stadtimage“, ist von IHK-Präsident Michael Matt überliefert.

Hier wirkt der Euro anders

Die Attraktivität der Innenstädte stehe und falle jedoch mit der Vielfalt und dem Angebot der Geschäfte sowie der Gestaltung der Innenstadt und dem Ambiente und der Atmosphäre der Stadt. Segerer: „Der Euro, den ihr hier ausgebt, hat eine andere Wirkung, als wenn ich den irgendwo anonym in Europa oder weltweit ausgebe.“

Warum sollten nun die Kunden vor Ort kaufen? Der Bereichsleiter der IHK nennt als die drei wichtigsten Gründe: Beratung und Information für mehr Wissen, Service für Zeitgewinn und Inspiration und Erlebnis für mehr Spaß.

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Deutschlandweit sind an der Initiative „Heimatshopping“ 330 Kommunen und 440 Werbegemeinschaften beteiligt. „Lieferung in drei Minuten“ sei der Slogan der Initiative. Weitere Vorteile des Einkaufens vor Ort seien persönliche Beratung, Aus- und Anprobieren, individuelle sowie traditionsreiche Geschäfte vor Ort, Stärkung des Handels als Arbeitgeber, Sichern von Ausbildungs- und Arbeitsplätzen. Außerdem spare es Wege- und Versandkosten und schone damit die Umwelt.

Am nächsten Freitag und Samstag werden einheitliche Tragetaschen mit dem weiß-gelben Logo von Heimatshopping verteilt. Ingo Saar, Geschäftsführer von „Faszination Altstadt“: „Wir werden die Stadt in ein weiß-gelbes Meer von Heimatshoppern tauchen. Wir informieren Kunden über die Aktion und die positiven Effekte des Kaufens vor Ort. Unnötige Wege sollten vermieden werden.“

Geschäft statt Therapeut

Laut Ingo Saar ist Einkaufen auch soziale Interaktion: Es erspare manchmal den Gang zum Therapeuten, das taktile Erleben der Ware fühle sich gut an, und die sofortige Verfügbarkeit sei auch ein Kriterium. Mirko Fröhlich, Centermanager der Arkaden, und Thomas Zink vom Donau-Einkaufszentrum werden Personal zu Verfügung stellen, um die Kunden über den Sinn des regionalen Einkaufes aufzuklären.

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Verhängte Schaufenster oder verschlossene Türen, wie es schon mal zum „Wach-rütteln“ der Kunden gegeben habe, soll es diesmal nicht geben. Man will in positiver Form auf den Sinn der Aktion aufmerksam machen. Am Freitag und Samstag ist auch die IHK in der Stadt anwesend. Es wird ein Gewinnspiel mit Einkaufsgutscheinen geben. Für die Kinder werden die Tüten mit Stiften und Äpfeln gefüllt. Auch findet ein Malwettbewerb statt.

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